Europa Schluss: Verluste - EuroStoxx mit schwacher Monatsbilanz
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 18:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAuf die Stimmung drückten zum einen die wieder steigenden Ölpreise. Erneut hatten die Anleger die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten und die Öllieferungen aus den Fördergebieten am Persischen Golf im Blick. Zuletzt gab es Meldungen, dass mehrere Tankschiffe in der Straße von Hormus unter Beschuss geraten sind. Als Belastung hinzu kam ein deutlicher Anstieg der Teuerung in Italien.
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 sank um 0,81 Prozent auf 6.269,02 Punkte. Positive, mit Spannung erwartete Inflationsdaten aus den USA konnten den Leitindex der Eurozone nicht nachhaltig stützen. Der Preisindex PCE, ein von der Notenbank bevorzugter Preisindikator, verharrte im August auf 3,4 Prozent, während Analysten einen Wert von 3,7 Prozent erwartet hatten.
Auf Monatssicht büßte der EuroStoxx 2,4 Prozent ein und beendete damit eine Serie von fünf Anstiegen in Folge. Die Bilanz für das dritte Quartal ist leicht negativ, nachdem es im zweiten Jahresviertel noch einen Anstieg um fast 14 Prozent gegeben hatte.
Außerhalb der Eurozone fiel der Schweizer Leitindex SMI CH0009980894 am Mittwoch um 0,59 Prozent auf 13.830,34 Punkte. Der britische FTSE 100 GB0001383545 gab um 0,29 Prozent auf 10.606,00 Zähler nach.
Europaweit hätten höhere Anleiherenditen und Energiekosten die Anleger zwar selektiver gemacht, robuste Unternehmensgewinne könnten jedoch weiterhin eine Jahresendrallye unterstützen, schrieb Ulrich Urbahn, Leiter des Bereichs Multi-Asset-Strategie und Research bei der Privatbank Berenberg "Für einen nachhaltigen Aufwärtstrend im vierten Quartal müssen die Unternehmen ihre Margen und Prognosen verteidigen, während Inflation und Renditen nicht weiter steigen dürfen", ergänzte der Experte.
Technologiewerte EU0009658921 sanken nach den Vortagesgewinnen geringfügig. Hier war Abwarten vor den Quartalszahlen von Micron US5951121038 angesagt. Diese müssten zeigen, ob der Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI) inzwischen weiterhin ausreichend im operativen Geschäft der Halbleiterunternehmen ankomme, betonte Analyst Andreas Lipkow vom Handelshaus CMC Markets und fuhr fort: "Enttäuscht Micron, könnte aus der zuletzt gewachsenen Skepsis gegenüber dem KI-Sektor schnell wieder Verkaufsdruck werden."
In Mailand fielen die Papiere von Generali IT0000062072 um 1,8 Prozent, nachdem das Analysehaus Jefferies seine Kaufempfehlung für die Aktien gestrichen hatte. Die Italiener seien in der Versicherungsbranche vom Nachläufer zum Leader avanciert, schrieb Experte Philip Kett mit Blick auf Kursentwicklung und Bewertungsanstieg. Er sieht ihre Strategie zwar weiter optimistisch, geht nun aber an die Seitenlinie.
In Zürich zogen Aktien der Online-Apotheke DocMorris CH0042615283 um mehr als acht Prozent an. Nach der Prognoseerhöhung von Konkurrent Redcare NL0012044747 zum Wochenstart hatte das Analysehaus Cantor die Bewertung in einer Branchenstudie mit "Overweight" aufgenommen. Gemäß dieser Einstufung rechnen die Analysten damit, dass sich der Gesamtertrag der Aktien (Kurssteigerung plus Dividenden) auf Sicht von zwölf Monaten besser entwickeln wird als der von den Experten bewertete Sektor.
