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Aktien Frankfurt: Dax gibt wegen Inflationssorgen Gewinne komplett ab

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 11:41 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Inflationssorgen in Europa haben den Dax DE0008469008 nach einem freundlichen Handelsauftakt am Mittwoch belastet.

Zur Mittagszeit stand ein kleines Minus von 0,1 Prozent auf 25.380 Punkten zu Buche. Damit bleibt der Leitindex weiter unter der gleitenden 21-Tage-Linie, die als wichtiger kurzfristiger Trendindikator gilt.

Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Unternehmen gab zwar ebenfalls einen Teil seiner frühen Gewinne ab, hielt sich aber mit 0,4 Prozent auf 31.007 Punkte weiter im Plus.

Nach schwachen Inflationsdaten aus Spanien am Vortag und einer an diesem Morgen berichteten deutlichen Teuerung in Frankreich und deutschen Bundesländern, brachten vor allem die Daten aus Italien Druck in die Märkte. In der drittgrößten Volkswirtschaft der EU verstärkte sich die Inflation im September kräftig, und auch noch etwas deutlicher als erwartet. Auf Jahressicht stieg die Teuerung um 4,1 Prozent und liegt damit weit über dem Ziel der Europäischen Zentralbank, die auf mittlere Sicht eine Rate von zwei Prozent für den gesamten Währungsraum anstrebt.

Am Morgen noch hatten Aussagen von US-Präsident Donald Trump zur KI-Regulierung sowie positive Konjunkturdaten aus China für gute Stimmung gesorgt. "Trump hat ein unmittelbares Risiko für KI-Investments entschärft", schrieb Marktexperte Stephen Innes und verwies darauf, dass der Präsident der KI Spielraum lassen wolle. Nach Beratungen mit Branchenvertretern am Vortag habe er eine Präferenz für freiwillige Selbstverpflichtungen, Selbstregulierung und einen kleinen Aufsichtsausschuss signalisiert. "Für Investoren war die Botschaft ziemlich eindeutig: Washington hat nicht vor, einen Regulierungslaster quer auf die KI-Autobahn zu stellen, gerade während die Branche kräftig aufs Gaspedal tritt." Allerdings ist Innes selbst kritisch dazu eingestellt.

Mit Blick auf China erleichterte, dass der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im August knapp über die Expansionsschwelle von 50 Punkten gestiegen war.

Vor den viel beachteten US-Inflationsdaten für August an diesem Nachmittag, die ein wichtiger Faktor für den Zinskurs der Notenbank Fed sind, zogen zudem die Ölpreise wieder an.

Unter den Einzelwerten im Dax setzte sich die BMW DE0005190003-Aktie an die Index-Spitze mit plus 2,3 Prozent. Die Pläne des Autobauers für die kommenden Jahre schienen den Anlegern Mut zu machen. Am Dienstag noch hatten kolportierte Aussagen vom Kapitalmarkttag im späten Handel für Nervosität gesorgt. Diese Verluste holte BMW am Mittwoch nun auf.

Schlusslicht im Dax war das Papier der Commerzbank DE000CBK1001 mit minus 2,3 Prozent auf 41,01 Euro. Analyst Benjamin Goy von Deutsche Bank Research behielt zwar sein Kursziel von 42 Euro für die Aktie bei, strich zugleich aber seine Kaufempfehlung. Viele der Kurstreiber, etwa steigende Zinseinkünfte und üppige Ausschüttungen, seien entweder bereits eingepreist oder durch die überdurchschnittliche Kursentwicklung am Markt inzwischen realisiert worden, schrieb er.

Im MDax sackten angesichts eines negativen Analystenkommentars Ionos DE000A3E00M1 mit minus 2,3 Prozent an das Index-Ende. Das Bankhaus Metzler nahm die Bewertung mit einem Kursziel von 28,50 Euro und der Einstufung "Sell" auf.

Im SDax DE0009653386 waren Asta Energy AT100ASTA001 mit minus 4,7 Prozent und LPKF DE0006450000 Laser mit minus 7,6 Prozent die Schlusslichter. Asta litten darunter, dass die österreichische Beteiligungsgesellschaft ETV Montana Tech 500.000 ihrer Asta-Energy-Aktien zu einem Preis von 60 Euro je Stück veräußert hat. Der Laserspezialist LPKF senkte derweil seine Jahresziele, unter anderem weil sich ein größerer Solar-Auftrag verzögert./ck/mis

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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