Siemens Healthineers, DE000SHL1006

Magnetom Free.Max von Siemens Healthineers - MRT-System setzt auf Heliumspar-Technik

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 14:34 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Magnetom Free.Max lÀuft mit einem nur 0,7-Tesla-Magnet und benötigt durch das geschlossene Heliumsystem deutlich weniger kryogene Ressourcen als klassische MRTs. Wer Siemens Healthineers Aktien (ISIN DE000SHL1006) hÀlt, sollte dieses Produkt kennen.

Makroaufnahme einer Ultraschallsonde mit Geltropfen auf der OberflÀche
Siemens Healthineers DE000SHL1006 fokussiert Makroaufnahme einer unmarkierten Ultraschallsonde mit glÀnzenden Geltropfen im Detail, Illustration mit AI erstellt.

Magnetom Free.Max steht mitten im Untersuchungsraum, die mattweiße Röhre leuchtet leicht blau, wenn die Radiologin den nĂ€chsten Patienten vorbereitet. Der Kunststoff der Liege fĂŒhlt sich kĂŒhl an, als sie mit der Hand darĂŒberstreicht und die flache Spule zurechtrĂŒckt. Neben ihr wirft Produktmanagerin Julia Meyer einen Blick auf den Touchscreen, der die 0,7-Tesla-FeldstĂ€rke des Systems zeigt.

Was Magnetom Free.Max besonders macht

Magnetom Free.Max ist ein MRT-System von Siemens Healthineers mit einer MagnetfeldstĂ€rke von 0,7 Tesla, das auf einen vollstĂ€ndig geschlossenen Heliumkreislauf setzt. Die Anlage arbeitet mit einem leichten Kryomagneten, der im Normalbetrieb nicht nachgefĂŒllt werden muss, was den Heliumverbrauch drastisch reduziert.

Im klinischen Alltag bedeutet das: Radiologien können eine vollwertige Magnetresonanztomografie anbieten, ohne einen komplexen Quenchabluftschacht planen zu mĂŒssen. Die kompakte Infrastruktur erleichtert den Einbau in BestandsgebĂ€uden, in denen konventionelle Hochfeldsysteme an bauliche und logistische Grenzen stoßen.

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Technik: 0,7 Tesla mit geschlossenem Heliumkreislauf

Siemens Healthineers positioniert Magnetom Free.Max bewusst unter den klassischen 1,5- und 3-Tesla-Systemen, setzt aber auf moderne digitale Spulentechnologie und eine neue Magnetplattform. Die 0,7-Tesla-FeldstĂ€rke soll ausreichend Signalkontrast fĂŒr viele Standarduntersuchungen liefern, etwa fĂŒr muskuloskelettale Bildgebung oder bestimmte neurologische Fragestellungen.

Eine Besonderheit ist das sogenannte „Dry-Cooled“-Konzept: Der supraleitende Magnet wird ab Werk mit einer ĂŒberschaubaren Menge Helium befĂŒllt, die dauerhaft im System verbleibt. Es gibt keinen offenen Heliumtank, der turnusmĂ€ĂŸig nachgefĂŒllt werden mĂŒsste, und im Idealfall keinen Heliumverlust ĂŒber die Lebensdauer der Anlage.

Damit reduziert sich nicht nur der Materialbedarf, sondern auch der Aufwand fĂŒr das technische Facility-Management. FĂŒr Kliniken in Regionen mit eingeschrĂ€nkter Heliumversorgung oder mit strengen baulichen Sicherheitsvorgaben kann diese Architektur ein wichtiger Pluspunkt sein.

Aufstellung und Workflow im Klinikalltag

Magnetom Free.Max zielt auf HĂ€user, die bislang aus Platz- oder InfrastrukturgrĂŒnden kein MRT installieren konnten. Der Scanner benötigt keinen klassischen Quenchabluftschacht, was die Einplanung in bestehenden RĂ€umen vereinfacht und Baukosten drĂŒcken kann. Der Gesamtfootprint ist im Vergleich zu Hochfeldsystemen reduziert.

Im Alltag stehen vor allem Workflow-Themen im Vordergrund. Siemens Healthineers setzt auf eine intuitive NutzeroberflĂ€che, vorkonfigurierte Untersuchungsprotokolle und gefĂŒhrte Workflows, die Radiologie-Teams bei der Bedienung unterstĂŒtzen. In einigen MĂ€rkten werden zusĂ€tzlich Remote-Dienste angeboten, bei denen Anwendungen-Spezialisten Untersuchungen aus der Ferne ĂŒberwachen oder optimieren.

Produktmanagerin Julia Meyer betont in internen PrĂ€sentationen, dass die EinstiegshĂŒrden fĂŒr neue MRT-Standorte sinken sollen. Das System ist darauf ausgelegt, Standarduntersuchungen in hoher Reproduzierbarkeit zu liefern, ohne dass jede Sequenz aufwendig manuell parametriert werden muss.

Anwendungsfelder und BildqualitÀt

Mit 0,7 Tesla bewegt sich Magnetom Free.Max klar im unteren FeldstĂ€rkenbereich, doch Siemens Healthineers nutzt moderne Rekonstruktions- und Gradientensteuerung, um die BildqualitĂ€t fĂŒr typische Anwendungen zu stabilisieren. Ziel ist nicht die Konkurrenz zu Top-End-3-Tesla-Systemen, sondern die sichere Abdeckung eines breiten Basisportfolios.

In der Praxis geht es hĂ€ufig um orthopĂ€dische Fragestellungen, einfache Neuroprotokolle, GefĂ€ĂŸdarstellungen in bestimmten Regionen und weichteilige Strukturen, bei denen der Kontrast auch mit niedriger FeldstĂ€rke ausreichend sein kann. Klinische Erfahrungsberichte beschreiben einen pragmatischen Einsatz: Magnetom Free.Max ergĂ€nzt bestehende Hochfeldsysteme oder ersetzt Ă€ltere GerĂ€te an kleineren Standorten.

Bedeutsam ist dabei, dass das System in MÀrkten zugelassen ist, in denen der Zugang zu bildgebender Diagnostik bislang begrenzt war. So lassen sich Wartezeiten auf MRT-Termine reduzieren, wenn zusÀtzliche Standorte neue KapazitÀt schaffen.

Helium- und Ressourcenperspektive

Die Heliumspar-Technik von Magnetom Free.Max zahlt auf eine grĂ¶ĂŸere Debatte ein: Auf dem Weltmarkt ist der Rohstoff nicht beliebig verfĂŒgbar, und Preisschwankungen erschweren langfristige Planung. Mit einem geschlossenen System reduziert Siemens Healthineers die laufende AbhĂ€ngigkeit von Heliumlieferungen.

FĂŒr Krankenhaus-Controller und technische Leiter wird dadurch die Kostenplanung kalkulierbarer. Es mĂŒssen keine regelmĂ€ĂŸigen Heliumbestellungen eingeplant und keine speziellen Sicherheitsmaßnahmen fĂŒr große Vorratstanks ergriffen werden. Das senkt die Betriebskosten und vereinfacht das Risikomanagement.

Aus Sicht von Nachhaltigkeitsverantwortlichen ist die Ressourcenfrage ebenfalls relevant. Weniger Heliumverbrauch bedeutet weniger Aufwand entlang der Lieferkette und eine geringere SensibilitĂ€t des Betriebs gegenĂŒber globalen EngpĂ€ssen. Siemens Healthineers verweist in Produktunterlagen auf diese Aspekte, ohne sie als alleinige Entscheidungsgrundlage zu stilisieren.

MarkteinfĂŒhrung, Preis und VerfĂŒgbarkeit

Magnetom Free.Max wurde von Siemens Healthineers im Rahmen seiner Magnetom-Familie angekĂŒndigt, um das MRT-Portfolio nach unten zu erweitern und neue Kundensegmente zu erschließen. Das System ist international verfĂŒgbar, wobei die konkrete MarkteinfĂŒhrung von Zulassungsprozessen und lokalen VertriebskanĂ€len abhĂ€ngt.

Listenpreise kommuniziert der Hersteller ĂŒblicherweise nicht offen; vielmehr werden Angebote im Rahmen von Projekten individuell kalkuliert. FĂŒr Investitionsentscheidungen zĂ€hlen neben dem GerĂ€tepreis auch Installationskosten, ServicevertrĂ€ge, Softwarelizenzen und eventuelle Finanzierungslösungen.

Interessierte Kliniken und Radiologiezentren mĂŒssen deshalb mit Siemens Healthineers Kontakt aufnehmen, um ein maßgeschneidertes Angebot zu erhalten. In manchen LĂ€ndern bieten Leasingmodelle oder Kooperationen mit Diagnostikdienstleistern zusĂ€tzliche FlexibilitĂ€t.

Portfolioeinordnung bei Siemens Healthineers

Magnetom Free.Max steht nicht allein im MRT-Portfolio von Siemens Healthineers. Der Hersteller bietet eine breite Spanne von Systemen mit unterschiedlicher FeldstĂ€rke, von Einstiegsmodellen ĂŒber 1,5-Tesla-Hochfeld bis hin zu 3-Tesla-Premiumlösungen. Free.Max nimmt dabei bewusst die Rolle eines ressourcenschonenden Systems im unteren Feldbereich ein.

FĂŒr Konzernchef Bernd Montag und sein Team ist die Innovation im MRT-Segment ein wichtiger strategischer Baustein. Bildgebende Systeme gehören zum Kern der Erlöse, und die Position im globalen MRT-Markt stĂŒtzt die Wahrnehmung von Siemens Healthineers als Technikanbieter fĂŒr Kliniken.

Free.Max hilft dabei, neue Kundengruppen zu adressieren, etwa kleinere KrankenhÀuser oder Praxen, die bisher die Investition in klassische Hochfeld-MRT gescheut haben. Gleichzeitig kann der Hersteller etablierte Kunden ansprechbar halten, wenn diese zusÀtzliche KapazitÀt mit ölkonzeptierten Systemen aufbauen wollen.

Service, Software und Updates

Beim Betrieb von Magnetom Free.Max spielen Service- und Softwarefragen eine zentrale Rolle. Siemens Healthineers koppelt seine MRT-Systeme an digitale Plattformen, die Remote-Diagnose, prÀventive Wartung und Softwareupdates ermöglichen. Das reduziert ungeplante Ausfallzeiten und erleichtert das Einspielen neuer Protokolle.

FĂŒr Radiologieleiterinnen und -leiter ist die Integration in die bestehende IT-Landschaft entscheidend. Das System muss mit PACS, RIS und gegebenenfalls mit ĂŒbergreifenden Klinikplattformen kooperieren. Siemens Healthineers bietet hier standardisierte Schnittstellen und UnterstĂŒtzung bei der Einbindung.

Die Softwarelandschaft entwickelt sich weiter: Mit neuen Rekonstruktionsalgorithmen, KI-gestĂŒtzten Bildauswertungen oder Assistenzfunktionen kann die LeistungsfĂ€higkeit eines installierten Systems ĂŒber Jahre wachsen. Das macht Investitionen planbarer, weil Hardware ĂŒber lĂ€ngere Zeit auf einem aktuellen Softwarestand gehalten werden kann.

Risiken und Grenzen des Konzepts

Bei allen Vorteilen hat ein 0,7-Tesla-MRT wie Magnetom Free.Max auch Grenzen. Bestimmte HochprÀzisionsuntersuchungen, speziell im Bereich funktionelle Neurobildgebung oder bestimmte onkologische Fragestellungen, profitieren von höherer FeldstÀrke. Diese Untersuchungen bleiben weiterhin DomÀne von 1,5- oder 3-Tesla-Systemen.

Kliniken mĂŒssen deshalb ihr Untersuchungsportfolio genau prĂŒfen. Magnetom Free.Max eignet sich vor allem als ErgĂ€nzung oder Einstiegslösung, nicht als voller Ersatz aller HochfeldgerĂ€te. Viele HĂ€user werden hybride Strategien wĂ€hlen: ein ressourcenschonendes System fĂŒr StandardfĂ€lle und ein HochfeldgerĂ€t fĂŒr komplexe Diagnostik.

Hinzu kommt, dass Bildgebungsgewohnheiten und Zuweiseranforderungen regional variieren. Radiologien mĂŒssen im Dialog mit FachĂ€rzten klĂ€ren, welche Indikationen in einem 0,7-Tesla-Setting verantwortbar sind und wann sie Patienten auf andere Standorte verweisen.

Siemens Healthineers Aktie und MRT-Sparte

FĂŒr Anleger ist das MRT-GeschĂ€ft von Siemens Healthineers ein zentraler Umsatztreiber. Bildgebende Systeme, zu denen Magnetom Free.Max gehört, liefern einen erheblichen Anteil an den Erlösen und stĂ€rken die Wettbewerbsposition gegenĂŒber anderen Weltkonzernen im Medizintechnikbereich.

Die Siemens Healthineers Aktie wird im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt, unter anderem auf Xetra in Euro. Der Erfolg von Produkten wie Magnetom Free.Max fließt mittelbar in BestellungseingĂ€nge, UmsĂ€tze und Marge ein, ohne dass sich der Einfluss eines einzelnen Systems isoliert quantifizieren ließe.

Magnetom Free.Max im Überblick

  • Produkt: Magnetom Free.Max
  • Hersteller: Siemens Healthineers AG
  • Kategorie: Flagship/Bestseller MRT-System
  • MarkteinfĂŒhrung: im Rahmen der Erweiterung der Magnetom-Plattform
  • UVP / Preis: projektspezifische Kalkulation, keine öffentlich kommunizierte Standard-UVP
  • VerfĂŒgbarkeit: international, abhĂ€ngig von Zulassung und lokalen VertriebskanĂ€len
  • Zielgruppe: KrankenhĂ€user und Radiologiezentren mit begrenzter Infrastruktur oder Bedarf an zusĂ€tzlicher MRT-KapazitĂ€t
  • Besonderheit / USP: 0,7-Tesla-FeldstĂ€rke mit geschlossenem Heliumsystem und reduziertem Infrastrukturbedarf

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