New York Schluss: Nasdaq setzt Erholung fort - Dow hinkt nach
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 21:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Vorfreude auf einen erwarteten Börsengang des KI-Unternehmens Anthropic hielt vor den weiteren Quartalsberichten, die in der kommenden Tagen von Tech-Schwergewichten erwartet werden, noch etwas an. Am Tag vor dem US-Zinsentscheid war es auch gut für die Stimmung, dass die Ölpreise wegen erhoffter Diplomatie im Iran-Krieg etwas nachgaben.
Der Nasdaq-100-Index US6311011026 verabschiedete sich 1,29 Prozent höher bei 29.651,44 Punkten aus dem Handel. Laut einem Händler gewinnt die "KI-Dynamik" derzeit mit einer anziehenden Risikobereitschaft wieder an Fahrt. Die Überzeugung für diese Bewegung bleibe vor den Zahlen von Alphabet US02079K3059 und Microsoft US5949181045, die am Mittwoch nach Börsenschluss anstehen, aber noch verhalten.
Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 folgte der Nasdaq-Börse um 0,60 Prozent nach oben auf 7.722,60 Zähler. Bei Standardwerten blieben die Anleger aber vor dem Zinsentscheid zögerlicher. Der Dow Jones Industrial US2605661048 stieg nur um 0,03 Prozent auf 52.377,57 Punkte. Er wurde vor allem von einem Kursrutsch bei Boeing US0970231058 gebremst.
Der Flugzeughersteller hat in seiner Dauerkrise ein weiteres Verlustquartal verbucht. Dies war aber nicht maßgeblich dafür, dass der Kurs nach einer anfangs noch verhaltenen Reaktion um 10,7 Prozent abrutschte. Dafür verantwortlich gemacht wurden enttäuschende Begleitaussagen zu den Auslieferungen und dem längerfristigen Cashflow. Das Hochfahren der Produktion bereitet Boeing weiterhin Probleme.
Als ein weiterer großer Dow-Verlierer litten die Aktien von Sherwin-Williams US8243481061 mit 2,7 Prozent darunter, dass der Farbenproduzent im dritten Quartal beim Gewinn die Erwartungen der Analysten verfehlte. Die Titel von Coca-Cola US1912161007 büßten außerdem 1,6 Prozent ein, obwohl der Getränkekonzern starke Resultate vorgelegt und erneut seine Jahresprognose erhöht hatte. Diese Neuigkeiten reichten den Anlegern aber nicht, um das jüngste Rekordhoch wieder anzugreifen.
Im Tech-Sektor ging die Erholung bei Aktien aus dem Chipsektor weiter, die am Vortag eingeleitet wurde. Broadcom US11135F1012 gehörte mit vier Prozent Plus nach einer Kaufempfehlung des Analysehauses D.A. Davidson zu den größeren Gewinnern. Gut für die Stimmung war auch eine erweiterte Partnerschaft zwischen dem Softwareanbieter Oracle US68389X1054 und dem KI-Plattformanbieter OpenAI, die die Oracle-Titel mit 3,6 Prozent ins Plus hievte.
Unter den Größten der Tech-Branche überwogen die Gewinne, allen voran bei Tesla US88160R1014, denn die Titel des Elektroautobauers setzten ihre schwungvolle Erholung in Erwartung einer möglichen Fusion mit SpaceX US84615Q1031 mit einem Anstieg um 4 Prozent fort. Mit 1,6 Prozent unter Druck blieben die zuletzt von Kapitalmaßnahmen belasteten Meta US30303M1027-Papiere - trotz der Erkenntnis, dass die Ausgabe neuer Aktien fünffach überzeichnet war.
Gespannt wird jetzt in der Tech-Branche darauf gewartet, was am Mittwoch Alphabet US02079K3059 und Microsoft US5949181045 berichten, gefolgt von Amazon US0231351067 am Donnerstag - drei der weltgrößten Konzerne, die zusammen mehr als zehn Billionen Dollar Marktwert auf die Waage bringen. Am Markt hieß es, es bleibe entscheidend, wie viel Geld sie für KI-Technologie ausgeben und wann sich dies auszahlen werde.
Der Paketdienst UPS US9113121068 überzeugte seine Anleger mit dem Quartalsbericht. Für die Aktien ging es um fast sechs Prozent nach oben und im Schlepptau schaffte es auch Fedex US31428X1063 ins Plus. Kurz vor Beginn des lukrativen Feiertagsgeschäft hatte UPS seine Jahresprognosen auf ein überraschend hohes Niveau nach oben geschraubt.
Mit einem Kurssprung um 19 Prozent sorgte außerdem noch Jetblue Airways US4771431016 für Aufsehen. Die hoch verschuldete Fluggesellschaft hofft, im kommenden Jahr operativ wieder profitabel werden zu können. Für 2028 wurde der Wille bekräftigt, je Aktie einen Gewinn von mindestens 1 US-Dollar und einen positiven Free Cashflow zu erwirtschaften.
