New York Schluss: Hohe Inflation lÀsst Techwerte absacken
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 22:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWSJetzt stehe eine Leitzinserhöhung im Oktober wieder zur Debatte, schrieb Ronald Temple, Chef-Marktstratege fĂŒr die Bereiche Finanzberatung und Vermögensverwaltung beim Finanzdienstleister Lazard. Da sich nunmehr der zunehmende Inflationsdruck immer deutlicher abzeichne, wachse die Gefahr, dass die Notenbank bei der EindĂ€mmung der Teuerung ins Hintertreffen gerĂ€t.
Damit ging es fĂŒr den technologielastigen Nasdaq 100 US6311011026 um 2,02 Prozent auf 29.950,82 Punkte abwĂ€rts. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 fiel um 1,11 Prozent auf 7.718,94 Punkte. Der Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 gab um 0,09 Prozent auf 51.621,48 Punkte nach.
Grund fĂŒr die negative Ăberraschung bei der Inflation waren die hohen Preise fĂŒr Kraftstoff und Heizöl. Besorgniserregend aber sei insbesondere der im bisherigen Verlauf des Oktobers zu beobachtende erneute Anstieg der Preise an den ZapfsĂ€ulen, sagte Dirk Chlench, Analyst bei der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg. Die US-Inflation steuere daher in den nĂ€chsten Monaten auf eine Rate von mehr als vier Prozent im Vorjahresvergleich zu.
Bei den Einzelwerten blieben Aktien aus der Finanzbranche im Fokus. Papiere der Bank of America US0605051046 sackten um 4,8 Prozent ab. Das US-Finanzministerium hatte gegen die GroĂbank Strafen von mehr als 1,21 Milliarden Dollar wegen VerstöĂen gegen GeldwĂ€sche- und Sanktionsgesetze verhĂ€ngt. Unter anderem habe das Geldhaus chinesische GeldwĂ€sche-Netzwerke nicht gemeldet, hieĂ es in einer Mitteilung des Ministeriums. Zudem waren die ErtrĂ€ge der Bank im Handel mit Anleihen, Devisen, Rohstoffen und Aktien im dritten Quartal hinter den Erwartungen zurĂŒckgeblieben.
Anteilscheine von Morgan Stanley US6174464486 verloren nach der Quartalsbilanz der Bank 2,8 Prozent. Auch ĂŒberraschend hohe ErtrĂ€ge des Geldhauses im Aktienhandel konnten den Kurs nicht stĂŒtzen. Vielmehr habe auch dieses Finanzinstitut unter dem Strich enttĂ€uscht und damit den Abschluss einer eher schwachen Berichtssaison fĂŒr die GroĂbanken gebildet, hieĂ es am Markt.
Papiere von Blackrock US09247X1019 hingegen legten um 0,7 Prozent zu. Der weltweit gröĂte Vermögensverwalter hatte im dritten Quartal netto rund 20 Prozent mehr neue Mittel akquiriert als erwartet.
Unter den Techwerten mussten die Anleger von Coreweave US21873S1087 einen Kurssturz um 15,5 Prozent verkraften. Die Anleihen des Anbieters von KI-Cloud-Computing-Diensten waren auf ein Niveau abgesackt, das in der Regel auf finanzielle Schwierigkeiten hindeutet. Dies warf ein Schlaglicht auf die erheblichen Finanzierungsrisiken, die mit dem schuldenfinanzierten Aufbau der Infrastruktur rund um KĂŒnstliche Intelligenz verbunden sind. Und diese Risiken nehmen noch zu, falls die Zinsen nun tatsĂ€chlich stĂ€rker steigen sollten.
In dem wieder von erheblicher Unsicherheit geprĂ€gten Umfeld trennten sich Anleger reihenweise von Technologiewerten. So bĂŒĂten die Aktien von Nvidia US67066G1040, Meta US30303M1027, Intel US4581401001 und ARM Holdings US0420682058 zwischen gut drei und fast sieben Prozent ein.
Speziell in der IT- und Hardware-Branche mussten die Aktien von HP Inc US40434L1052, Netapp US64110D1046 und Dell Technologies US24703L2025 AbschlÀge von bis zu 11,3 Prozent hinnehmen. Die britische Investmentbank Barclays hatte alle drei Werte nach den zuletzt deutlichen Kursanstiegen abgestuft und auf das aktuell eher schwierige Investitionsklima im Unternehmenssektor verwiesen./la/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
