Vestas V136-4.2 MW von Vestas Wind Systems - Onshore-Turbine für mittlere Windstandorte
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 11:30 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS
Vestas V136-4.2 MW steht meist unscheinbar am Horizont, doch wer direkt daneben auf dem Schotterweg steht, hört das tiefe, gleichmäßige Rauschen der 66,7 Meter langen Rotorblätter, die Projektleiterin Anna Jensen bei der letzten Abnahme mit einem Blick nach oben kontrolliert hat.
Onshore-Arbeitspferd für mittlere Windstandorte
Die V136-4.2 MW ist eine Onshore-Windenergieanlage von Vestas Wind Systems, ausgelegt speziell für Standorte mit mittleren Windgeschwindigkeiten und moderaten Turbulenzen. Mit einem Rotordurchmesser von 136 Metern und einer Nennleistung von bis zu 4,2 Megawatt adressiert sie Projekte, bei denen hohe Jahresenergieerträge wichtiger sind als extreme Spitzenleistung. Sie ist Teil der sogenannten 4-MW-Plattform von Vestas, zu der unter anderem die Modelle V126-3.45 MW, V117-4.2 MW und V150-4.2 MW gehören.
Die Turbine ist für Onshore-Windparks konzipiert und wird laut Hersteller vor allem in Europa, Nordamerika, Lateinamerika, Afrika und Teilen Asiens eingesetzt. Vestas betont, dass die V136-4.2 MW gerade an Schwachwindstandorten gegenüber älteren Modellen durch den größeren Rotor signifikante Mehrerträge pro Standort erzielen kann. Der Hersteller kombiniert die Anlage mit seinen Servicepaketen, um die Verfügbarkeit über die geplante Lebensdauer von typischerweise mindestens 20 Jahren zu stabilisieren. Herstellerseite V136-4.2 MW
Technische Eckdaten der V136-4.2 MW
Im Datenblatt gibt Vestas für die V136-4.2 MW einen Rotordurchmesser von 136 Metern, eine überstrichene Rotorfläche von rund 14.527 Quadratmetern und eine maximale Nennleistung von 4,2 Megawatt an. Die Turbine nutzt eine variable Drehzahl und eine aktive Pitch-Regelung (Verstellung der Rotorblätter), um je nach Windbedingungen optimal zu produzieren und die Lasten auf den Turm zu kontrollieren. Je nach Standort und Netzanforderungen können verschiedene Nennleistungen zwischen 3,45 und 4,2 MW konfiguriert werden, was Projektentwicklerinnen wie Jensen erlaubt, den Ertrag und die Netzanschlussbedingungen fein anzupassen.
Die verfügbaren Nabenhöhen variieren je nach Markt und Kundenwunsch; in Europa sind unter anderem Ausführungen mit etwa 82 Meter, 112 Meter und höheren Varianten über 130 Meter dokumentiert. Die Turbine ist nach IEC-Normen für Windklassen II und III ausgelegt und adressiert damit die breite Masse der Onshore-Standorte mit Jahresmittelwindgeschwindigkeiten um 7 bis 8 Meter pro Sekunde. Für Netzbetreiber bietet Vestas eine Kombination aus frequenzgeregelter Einspeisung, Fault-Ride-Through-Funktionalitäten und optionaler Blindleistungsbereitstellung, um die Einbindung in komplexe Netzstrukturen zu erleichtern. 4-MW-Plattform Überblick
Vestas Wind Systems im Wandel zum Service-Anbieter
Die V136-4.2 MW zahlt direkt auf den Service- und Projektumsatz von Vestas Wind Systems ein, der Anlegern wichtige Hinweise zur Ertragsstruktur liefert.
Projektpraxis und Ertragslogik
In der Praxis wird die V136-4.2 MW häufig in Windparks mit 10 bis 50 Anlagen eingesetzt, um skalierbare Projekte mit guter Flächenausnutzung zu realisieren. Projektentwickler berechnen die jährliche Stromproduktion anhand des Standort-Windprofils und nutzen dafür Leistungskennlinien, die Vestas für unterschiedliche Konfigurationen bereitstellt. Der hohe Kapazitätsfaktor, also der Anteil der tatsächlichen Produktion zur maximal möglichen Nennleistung, wird gerade an mittleren Windstandorten für Investoren zu einem kritischen Parameter.
Ein Beispiel aus Dänemark zeigt, dass ein Windpark mit V136-4.2-MW-Anlagen bei einem mittleren Wind von knapp 7,5 Meter pro Sekunde über 20 Jahre eine signifikante Strommenge erzeugen kann, die langfristige Stromlieferverträge (Power Purchase Agreements, PPAs) mit Industrieabnehmern absichert. Der dänische Hersteller kombiniert diese technischen Kennzahlen mit Garantien für technische Verfügbarkeit, typischerweise im Bereich von rund 97 Prozent, sofern ein Servicevertrag mit regelmäßiger Wartung abgeschlossen wird. Vestas Projektmeldungen
Service, Wartung und digitale Angebote
CEO Henrik Andersen hat in mehreren Präsentationen betont, dass Vestas den Anteil wiederkehrender Serviceumsätze steigern will, und die V136-4.2 MW ist ein typischer Hebel dafür. Nach der Errichtung übernehmen Service-Teams die regelmäßige Inspektion, tauschen Verschleißteile und überwachen die Anlage per Fernzugriff über das digitale Monitoring-System von Vestas. Die Plattform ermöglicht es, Betriebsdaten mit hoher Frequenz auszulesen, Auffälligkeiten früh zu erkennen und so ungeplante Stillstände zu reduzieren.
Vestas bietet für die V136-4.2 MW unterschiedliche Service-Level, von Basiswartung bis hin zu Vollwartungsverträgen, bei denen der Hersteller nahezu sämtliche technischen Risiken übernimmt. Für Anlegerin Jensen, die sowohl an Projekten als auch an Vestas Wind Systems Aktien beteiligt ist, werden diese Servicepakete zu einem wichtigen Treiber für wiederkehrende Cashflows, da sie nicht nur die technische Verfügbarkeit erhöhen, sondern auch langfristige Vertragsbindungen zwischen Betreiber und Hersteller erzeugen. Serviceangebote Vestas
Marktumfeld und Wettbewerbsvergleich
Im globalen Onshore-Markt konkurriert die V136-4.2 MW direkt mit Turbinen von Siemens Gamesa, Nordex, GE Vernova und anderen Herstellern, die ähnlich dimensionierte Rotoren für mittlere Windstandorte anbieten. Während einige Wettbewerber auf Nennleistungen von rund 3 bis 5 Megawatt setzen, kombiniert Vestas bei der V136-4.2 MW die Größe des Rotors mit flexiblen Leistungsoptionen, um projekt- und netzspezifische Anforderungen zu adressieren. Dies hilft Projektentwicklern, Genehmigungsauflagen, Schallgrenzen und Netzanschlussbedingungen einzuhalten.
Der Markttrend geht seit Jahren zu immer größeren Rotoren, um die Flächenproduktivität zu steigern. Vestas nutzt diesen Trend, indem die V136-4.2 MW an Standorten eingesetzt wird, an denen sehr große Rotoren wie beim Modell V150-4.2 MW aus Genehmigungsgründen nicht in Frage kommen, aber dennoch ein signifikanter Mehrertrag gegenüber klassischen 2-MW-Anlagen möglich ist. Für Betreiber bleibt dabei die Frage zentral, wie sich technische Mehrleistung und höhere Investitionskosten über die Laufzeit des Parks rechnen.
Einordnung für Anleger und Rolle der Aktie
Für Privatanleger, die sich mit der Vestas Wind Systems Aktie beschäftigen, ist die V136-4.2 MW ein Baustein in der Produktpalette, der maßgeblich zum Projekt- und Serviceumsatz beiträgt und damit die Planbarkeit künftiger Cashflows unterstützt. Die Vestas Wind Systems Aktie (ISIN DK0010268606) wird unter anderem an der Börse in Kopenhagen gehandelt, und die Nachfrage nach Onshore-Turbinen wie der V136-4.2 MW wirkt sich indirekt auf die mittelfristigen Umsatz- und Ergebniserwartungen des Unternehmens aus.
Fakten zur Vestas V136-4.2 MW
- Produkt: Vestas V136-4.2 MW
- Hersteller: Vestas Wind Systems A/S
- Kategorie: Onshore-Windenergieanlage (Software/Service/Abo-relevanter Projekt- und Servicebaustein)
- Markteinfuehrung: erste Projekte mit der V136-Plattform wurden in den späten 2010er-Jahren gestartet
- UVP / Preis: Projektabhängig; Gesamtprojektkosten im Millionen-Euro-Bereich pro Windpark
- Verfuegbarkeit: international in Europa, Nordamerika, Lateinamerika, Afrika und Asien verfu?gbar
- Zielgruppe: Energieversorger, Infrastruktur- und Projektentwickler, institutionelle Investoren sowie Industrieunternehmen mit PPAs
- Besonderheit / USP: großer 136-Meter-Rotor für mittlere Windstandorte mit flexibler Nennleistung bis 4,2 MW innerhalb der 4-MW-Plattform von Vestas
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