Outlook 2030: Perspektiven fĂŒr die Nutzung der Windkraft
09.04.2024 - 11:00:00Nach einem voraussichtlich sehr bescheidenen heurigen Netto-Ausbau von nur 13 Anlagen mit 104 MW Windkraftleistung wird im Jahr 2025 der Ausbau viermal so hoch ausfallen. Wahrscheinlich werden 2025 rund 80 WindrĂ€der mit mehr als 400 MW errichtet werden und die Windstromproduktion um 1 TWh auf 10 TWh pro Jahr steigern. Dies ist eine positive Entwicklung, die vor allem auf die verbesserten Bedingungen auf Bundesebene durch das Erneuerbare-Ausbau-Gesetz (EAG) zurĂŒckzufĂŒhren sind. In Summe haben bis jetzt 22 Windprojekte mit 500 MW Windkraftleistung einen Fördervertrag durch das EAG erhalten und werden daher in den nĂ€chsten zwei Jahren umgesetzt. "Es ist erfreulich, dass wir mit dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz jetzt ein stabiles und funktionierendes System haben", bemerkt Moidl: "Drei Jahre ohne Fördersystem waren nicht sehr hilfreich fĂŒr den Windkraftausbau und haben zum heurigen Einbruch gefĂŒhrt."
Erstes EAG-Projekt 2024 errichtet
Der erste Windpark, der auch mit dem EAG-Regime errichtet wird, ist der Windpark am Silbersberg in der Steiermark. Nach fĂŒnf Jahren Planung wird er in Rekordzeit von nur einem Jahr errichtet sein. "Die Steiermark hat die beste Windparkzonierung in Ăsterreich, denn sie erlaubt auch auĂerhalb der Vorrangzonen die Umsetzung der Projekte", berichtet Michael Hainzl, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Windheimat GmbH: "Damit die Umsetzung der Projekte aber rascher erfolgen kann, braucht es eine offensivere Ausweisung von neuen Vorrangzonen. Hier wartet die Windbranche bereits auf die Ăberarbeitung des Sachprogramms Wind. Es ist vorgesehen, den vom Windpark Silbersberg produzierten Strom den regionalen Industriebetrieben zu verkaufen, um deren BemĂŒhungen zur Erreichung der Klimaziele (z.B. Dekarbonisierung in der Stahlherstellung) zu unterstĂŒtzen." Bereits jetzt wird der Strom der Windparks HochpĂŒrschtling und Stanglalm an die voestalpine Stahl Donawitz GmbH vermarktet.
Windkraftausbau ĂŒber 2024 hinaus auf höherem Niveau
Bereits jetzt sind schon 300 WindrĂ€der mit einer Leistung von 2.000 MW genehmigt oder gerade im Behördenverfahren. Diese werden demnĂ€chst um eine Förderung ansuchen und je nach Verfahrensdauer frĂŒhestens in zwei bis vier Jahren umgesetzt werden können. FĂŒr diese Projekte ermöglicht auch das geĂ€nderte UmweltvertrĂ€glichkeitsprĂŒfungs-Gesetz (UVP-G) eine beschleunigte Genehmigung. Mit dem gerade veröffentlichten ĂNIP und dem hoffentlich bald in Kraft tretenden ElWG sind auch fĂŒr den nötigen Netzausbau wesentliche Bausteine fĂŒr die Energiewende vorhanden", freut sich Moidl: "FĂŒr die Zielerreichung 2030 reichen die Rahmenbedingungen und die schon absehbaren Windprojekte aber noch bei Weitem nicht aus."
Zielmarke: 150 WindrÀder pro Jahr
Um dieses positive Momentum lĂ€ngerfristig zu erhalten bzw. den jĂ€hrlichen Windkraftausbau auf das fĂŒr die Klimaziele erforderliche MaĂ von rund 150 WindrĂ€dern oder 1.000 MW Leistung anzuheben, braucht es nun ein aktives Handeln der BundeslĂ€nder. Bis 2030 kann die Windkraft 25 TWh Windstrom beisteuern. DafĂŒr mĂŒssen aber 2030 1.150 WindrĂ€der mit 6.900 MW Windkraftleistung neu errichtet sein. "Dies ist nur möglich, wenn die BundeslĂ€nder endlich eine aktive Rolle beim Windkraftausbau einnehmen", bemerkt Herzog: "FlĂ€chenausweisungen auf demselben niedrigen Niveau zu halten, anstatt diese deutlich zu vergröĂern, reicht nicht aus. Hier braucht es einen Turbo in der Landespolitik und keine Trippelschritte. BundeslĂ€nder, die noch gar keine Zonen ausgewiesen haben, mĂŒssen hier auch rasch aktiv werden."
Arbeitsplatz und Investitionsturbo
1.150 WindrĂ€der mit einer Leistung von 6.900 MW und einer StromerzeugungskapazitĂ€t von 18 TWh bieten bei der Errichtung auf den Windradbaustellen 28.600 Personen eine Arbeit. ZusĂ€tzlich werden dadurch 2.280 DauerarbeitsplĂ€tze fĂŒr die Wartung und den Betrieb geschaffen. Mit einem Investitionsvolumen von 10 Mrd. Euro wird allein bei der Errichtung der Anlagen ein heimische Wertschöpfung von 4,5 Mrd. Euro ausgelöst. In den nĂ€chsten 20 Jahren kommen durch den Betrieb der Anlagen weitere 7,2 Mrd. Euro hinzu. "Der Windkraftausbau könnte zum Arbeitsplatz- und Investitionsturbo werden", so Moidl: "Voraussetzung sind aber die geeigneten Rahmenbedingungen in den BundeslĂ€ndern."
BundeslĂ€nder mĂŒssen Rahmenbedingungen Ă€ndern
Auf der Ebene der BundeslĂ€nder, mit Ausnahme des Burgenlandes, fehlen nach wie vor ausreichende FlĂ€chen fĂŒr den Windkraftausbau. Die Vereinfachung der Genehmigungen und die Aufstockung des Personals in den Behörden mĂŒssen in den BundeslĂ€ndern noch angegangen werden. "Forderungen der BundeslĂ€nder an den Bund, die Rahmenbedingungen fĂŒr den Ausbau der Erneuerbaren nur unverĂ€ndert zu belassen, wie sie bei der letzten Konferenz der Landeshauptleute geĂ€uĂert wurden, sind definitiv fehl am Platz", erklĂ€rt Herzog: "FĂŒr die Beschleunigung der Windparkprojekte sind jetzt beinahe ausschlieĂlich die BundeslĂ€nder in der Pflicht. AktivitĂ€t vorzutĂ€uschen und den Ausbau nur auf Sparflamme zuzulassen, ist fĂŒr eine rasche Energiewende nicht hilfreich." Mit 126 TWh hat Ăsterreich ein sehr hohes Windkraftpotenzial. "FĂŒr die Nutzung der Windenergie ist da noch sehr viel Luft nach oben", bemerkt Moidl abschlieĂend.
Hier geht es zum Download der BroschĂŒre "Windkraft in Ăsterreich: Outlook 2030" ( https://www.igwindkraft.at/media.php?filename=download%3D%2F2024.04.05%2F1712316663420795.pdf&rn=Windkraft%20in%20%C3%96sterreich%20-%20Outlook%202030.pdf )
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Aussender: IG Windkraft Ansprechpartner: Mag. Martin Jaksch-Fliegenschnee Tel.: +43 660 20 50 755 E-Mail: m.fliegenschnee@igwindkraft.at Website: www.igwindkraft.at

