B2B Verkaufspsychologie, Verkaufspsychologie

Warum Verkaufsmethoden aus den USA in Europa scheitern – Verkaufspsychologie-Experte erklĂ€rt kulturelle Unterschiede

23.01.2026 - 07:00:00

Wien - In den USA ist das Verkaufen in der Regel eine einzige Show. Blumige Formulierungen treffen auf messerscharfe Argumente, um maximalen Druck auf den potenziellen Kunden auszuĂŒben. Wer von einem amerikanischen VerkĂ€ufer kontaktiert wurde, kann schnell meinen, es mit einem Darsteller eines Hollywood-Films zu tun zu haben. Das ist beeindruckend. So sehr, dass Tipps und Methoden US-amerikanischer Verkaufstrainer den Weg ĂŒber den Atlantik zu europĂ€ischen Unternehmen finden.

Dort wartet dann aber ein ernĂŒchterndes Erwachen. Denn diese Verkaufstechniken funktionieren in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht. Der Grund liegt im anderen Kaufverhalten, sagt Simon Specht, TÜV-zertifizierter Verkaufspsychologie-Experte aus Österreich.

"Im DACH-Raum herrscht eine KÀuferkultur, keine VerkÀuferkultur", so Specht. "EuropÀische Entscheider wollen sich lieber erst einmal eigenstÀndig informieren. Sie melden sich, wenn sie bereit sind und finden es eher lÀstig, wenn ein VerkÀufer nicht locker lÀsst."

In den USA gilt: Wer nicht verkauft, verliert. Direktansprache, Follow-ups im Tagestakt und aggressive Einwandbehandlung gehören zum Standardrepertoire. Im deutschsprachigen Raum erzeugen diese Methoden vor allem eines: Widerstand.

Specht beobachtet das regelmĂ€ĂŸig bei seiner Arbeit als Marketingberater und Werbetexter fĂŒr B2B-Software-Unternehmen. Firmen, die amerikanische Verkaufstrainings einkaufen oder US-Vorbildern nacheifern, wundern sich ĂŒber ausbleibende Ergebnisse. "Sie handeln komplett am Kaufverhalten ihrer Zielgruppe vorbei."

Der Unterschied zeigt sich auch in der Erwartungshaltung: Amerikanische KĂ€ufer erwarten, dass man ihnen etwas verkauft. Sie freuen sich regelmĂ€ĂŸig auf die Show der VerkĂ€ufer. EuropĂ€ische KĂ€ufer erwarten dagegen, dass man ihnen vorab alle notwendigen Informationen bereitstellt, die sie fĂŒr ihre Kaufentscheidung benötigen.

"Die meisten kĂŒnftigen Kunden beobachten still ĂŒber Monate", sagt Specht. "Sie lesen, vergleichen und fragen erst an, wenn sie selbst Dringlichkeit spĂŒren. Wer vorher Druck macht, ist raus."

Sein Rat: Statt aggressiver Akquise braucht es im DACH-Raum Inhalte, die Vertrauen aufbauen, und Prozesse, die den Weg zur Anfrage einfach machen. Dann sind potenzielle Kunden auch empfÀnglicher, wenn VerkÀufer Kontakt aufnehmen.

(Ende)

Aussender: simonspecht.com Ansprechpartner: Simon Specht E-Mail: [email protected] Website: www.simonspecht.com

@ pressetext.de