Wirtschaftsfaktor, Energiewende

Wirtschaftsfaktor Energiewende in Gefahr

14.05.2025 - 12:40:00

Wien - Nach ersten BrancheneinschĂ€tzungen zum aktuellen PV-Zubau ging die neu installierte PV-Leistung im ersten Quartal 2025 um satte 20 Prozent – gegenĂŒber dem Vergleichsquartal 2024 – zurĂŒck. GrĂŒnde dafĂŒr sucht man nicht lange: WĂ€hrend im Regierungsprogramm mehr als 20-mal das Ziel "leistbare Energie" beschworen wird, versetzt dieselbe Regierung der heimischen Erneuerbaren-Energie-Branche seit Amtsantritt einen Nackenschlag nach dem anderen. Ausgerechnet jenem Sektor, der in den letzten Jahren als einer der wenigen in Österreich kontinuierlich gewachsen ist.

"Statt mit der Wachstumsbranche Erneuerbare Energie zusĂ€tzliche Mittel fĂŒr die Budgetsanierung zu erschließen, werden erfolgreiche Betriebe bestraft. Wer heute PV- und Speicherfirmen abwĂŒrgt, importiert morgen Arbeitslosigkeit und ĂŒbermorgen ĂŒberteuerten Strom aus dem Ausland", kritisiert Herbert Paierl , Vorstandsvorsitzender vom Bundesverband Photovoltaic Austria (PV Austria). Mit der gestrigen Budgetrede von Finanzminister Marterbauer hat die Bundesregierung erneut eindrucksvoll demonstriert, dass der Mut fĂŒr eine wirksame VorwĂ€rtsstrategie fehlt.

Neue Regierung und bisherige RĂŒckschlĂ€ge fĂŒr die Erneuerbaren-Branche

Seit MĂ€rz 2025 wurden binnen weniger Wochen folgende unverstĂ€ndliche Maßnahmen beschlossen:

* Abruptes Ende der MwSt.-Befreiung fĂŒr PV-Kleinanlagen mit zweifelhaften SchĂ€tzungen zu den damit erreichbaren steuerlichen Mehreinahmen * VerlĂ€ngerung und VerschĂ€rfung des Energiekrisenbeitrag-Stroms (EKB-S), der heimische, mittelstĂ€ndische Stromproduzenten besonders hart trifft * KĂŒrzung sĂ€mtlicher Umweltförderungen ohne BerĂŒcksichtigung der milliardenschweren klimaschĂ€dlichen Subventionen

AusstÀndige Gesetze, die kein Staatsbudget beanspruchen

Trotz aktueller RĂŒckschlĂ€ge auf der einen Seite, fehlen auf der anderen Seite dringend benötigte rechtliche Leitplanken: das neue ElektrizitĂ€tswirtschaftsgesetz (ElWG) und das Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz (EABG). Beide Vorhaben sind essenziell, um den Umbau des Energiesystems auch rechtlich voranzutreiben und leistbare Energie bereitstellen zu können – ganz ohne zusĂ€tzlicher Budgetbelastung.

"Wenn die Branche bereits mit drastischen BudgetkĂŒrzungen konfrontiert und Planungssicherheit entrissen wird, mĂŒssen zumindest die angekĂŒndigten Gesetze noch vor dem Sommer beschlossen werden", mahnt Paierl . Projekte werden derzeit bereits gestoppt, Finanzierungen verteuern sich, das Vertrauen in stabile Rahmenbedingungen erodiert rasant – und die Unternehmen erfahren von politischen Kehrtwenden regelmĂ€ĂŸig erst, wenn die Entscheidungen bereits gefallen sind.

Ohne eine stringente Energiepolitik, die die in den letzten Jahren erstarkten mittelstĂ€ndischen Unternehmen einbindet, bleibt die viel zitierte "leistbare Energie" unerreichbar – mit gravierenden Folgen: Der Verlust tausender heimischer ArbeitsplĂ€tze, ein RĂŒckschritt als Innovationsstandort fĂŒr grĂŒne Technologien und eine vertane Chance, das Budget ĂŒber tatsĂ€chliches Wachstum, statt ĂŒber neue Steuern und Abgaben zu sanieren.

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Aussender: Photovoltaic Austria Bundesverband Ansprechpartner: Vera Immitzer Tel.: +43 1 522 35 81 440 E-Mail: office@pvaustria.at Website: www.pvaustria.at

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