20 europÀische Staaten drÀngen auf mehr Abschiebungen nach Afghanistan
18.10.2025 - 18:24:19Einen entsprechenden Brief an EU-Migrationskommissar Magnus Brunner veröffentlichte die niederlÀndische Regierung - als Mitunterzeichner wird auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) genannt.
Darin beklagen die Staaten, dass im vergangenen Jahr in der EU 22.870 Afghanen eine RĂŒckfĂŒhrungsentscheidung erhalten hĂ€tten, aber nur 435 von ihnen tatsĂ€chlich nach Afghanistan zurĂŒckgekehrt seien. Sie fordern, das Thema freiwilliger und erzwungener RĂŒckkehr nach Afghanistan als "gemeinsame Verantwortung" auf EU-Ebene anzugehen. Die Staaten fordern zudem, weitere Möglichkeiten fĂŒr Abschiebungen in das von den islamistischen Taliban beherrschte Land zu prĂŒfen - mit PrioritĂ€t auf Personen, "die eine Gefahr fĂŒr die öffentliche Ordnung oder die nationale Sicherheit darstellen".
Zu den Staaten, die den Brief auf belgische Initiative unterzeichnet haben, gehören neben Deutschland und den Niederlanden noch Bulgarien, Estland, Finnland, Griechenland, Irland, Italien, Litauen, Luxemburg, Malta, Ăsterreich, Polen, die Slowakei, Schweden, Tschechien, Ungarn und Zypern. AuĂerdem auch Norwegen, das nicht EU-Mitglied ist, aber zum Schengen-Raum gehört und mit der EU-Asylagentur zusammenarbeitet.
Deutschland verhandelt mit den islamistischen Taliban ĂŒber Abschiebungen nach Afghanistan. Die GesprĂ€che sind laut Dobrindt "weit fortgeschritten". Die Kontakte zu den Taliban sind umstritten, denn offiziell unterhĂ€lt die Bundesregierung keine diplomatischen Beziehungen zu den Islamisten, die seit August 2021 wieder in Afghanistan an der Macht sind. Wegen ihrer Missachtung von Menschen- und vor allem Frauenrechten sind sie international isoliert. Seit der MachtĂŒbernahme der Taliban kam es mit Hilfe von Katar zweimal zu Abschiebungen von Afghanen aus Deutschland.

