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23.04.2026 - 11:03:17 | dpa.de

586 Mrd. Euro auf dem Spiel: Deutscher MINT-FachkrÀftemangel als wirtschaftliche Belastungsprobe Frankfurt - Die deutsche Industriewirtschaft steht im kommenden Jahrzehnt vor einer möglichen Schwankung der Wirtschaftsleistung von 586 Mrd.

Euro, abhĂ€ngig davon, ob es gelingt, den Zustrom an MINT-FachkrĂ€ften aufrechtzuerhalten, die fast ein FĂŒnftel der gesamten Bruttowertschöpfung tragen.

Der STEM Skills Outlook 2026 von SThree zeigt das wirtschaftliche Gewicht des MINT-FachkrĂ€ftemangels fĂŒr Deutschland: Mit einem MINT-Anteil von 17,5 Prozent an der gesamten Bruttowertschöpfung (BWS) zĂ€hlt Deutschland zu den MINT-stĂ€rksten Volkswirtschaften Europas und weltweit zu den fĂŒnf LĂ€ndern mit der höchsten gefĂ€hrdeten Wertschöpfung. Sollte sich die Qualifikationspipeline bis 2035 verschlechtern, sind kumuliert rund 288 Mrd. Euro an MINT-Wertschöpfung gefĂ€hrdet. Umgekehrt könnten 298 Mrd. Euro zusĂ€tzlicher Wertschöpfung entstehen, wenn sich die Pipeline verbessert. Insgesamt stehen damit rund 586 Mrd. Euro auf dem Spiel.

Die vom Centre for Economics and Business Research (Cebr) durchgefĂŒhrte Studie untersucht 42 Volkswirtschaften und bewertet ihre AbhĂ€ngigkeit von der lokalen MINT-Wertschöpfung sowie die Risiken, die sich aus einer nachlassenden Versorgung mit qualifizierten FachkrĂ€ften ergeben können. Im internationalen Durchschnitt macht der MINT-Sektor 14,7 Prozent der gesamten BWS aus.

"Deutschland ist eine der am stĂ€rksten MINT-abhĂ€ngigen Volkswirtschaften Europas - und genau das macht den FachkrĂ€ftemangel hier zu einer wirtschaftspolitischen Grundsatzfrage. 586 Mrd. Euro trennen das beste vom schlechtesten Szenario fĂŒr das kommende Jahrzehnt. Das ist kein abstrakter Wert, sondern der messbare Preis dafĂŒr, die MINT-Pipeline zu vernachlĂ€ssigen, statt zu stĂ€rken" , sagt Cliff Sidhu, Managing Director DACH von SThree. "FĂŒr ein Land, dessen industrielle IdentitĂ€t auf Ingenieurswesen und Technologie beruht, gibt es keinen wichtigeren Hebel als die Qualifikationsbasis der nĂ€chsten Generation."

MINT-Wertschöpfung in Deutschland

FĂŒr Deutschland hebt der Report zwei zentrale Erkenntnisse hervor: Einerseits eine hohe AbhĂ€ngigkeit von MINT-Branchen, andererseits eine Qualifikationspipeline, die sich zwar in die richtige Richtung entwickelt, aber von einer dĂŒnnen Basis aus startet.

Auf Grundlage der bisherigen Absolvent*innenentwicklung prognostiziert die Studie fĂŒr Deutschland bis 2035 ein jĂ€hrliches Wachstum der MINT-BWS von 2,4 Prozent. Entwickelt sich die Zahl der Absolvent*innen weniger gĂŒnstig, betrĂ€gt der kumulierte gefĂ€hrdete Output im Zeitraum 2025 bis 2035 rund 288 Mrd. Euro (408 Mrd. USD, PPP). Im Falle einer positiven Entwicklung könnten hingegen zusĂ€tzliche 298 Mrd. Euro (422 Mrd. USD, PPP) realisiert werden.

Die Anzahl der Absolvent*innen wĂ€chst mit 2,8 Prozent jĂ€hrlich - ein positiver Trend. Gleichzeitig liegt Deutschland mit 7,6 AbschlĂŒssen pro 1.000 Personen im erwerbsfĂ€higen Alter unter dem internationalen Paneldurchschnitt. Die Pipeline bewegt sich also in die richtige Richtung, aber von einem Ausgangspunkt, der wenig Spielraum fĂŒr demografischen Druck, verĂ€nderte Studienentscheidungen oder EinschrĂ€nkungen bei der internationalen TalentmobilitĂ€t lĂ€sst.

Ingenieurwesen und Technologie: StÀrke und Verwundbarkeit zugleich

Innerhalb des MINT-Sektors dominieren Ingenieurwesen und Technologie, getragen von Deutschlands starker industrieller Basis in Maschinenbau, AusrĂŒstung, Metallverarbeitung und einem rasant wachsenden IT- und Softwaresektor. Diese Sektoren sind tief in globale Lieferketten eingebettet und hochsensibel gegenĂŒber dem Angebot qualifizierter FachkrĂ€fte.

Eine nachlassende Pipeline gefĂ€hrdet nicht nur die inlĂ€ndische Wertschöpfung, sondern Deutschlands Stellung als HerzstĂŒck der europĂ€ischen Industrieproduktion. Die Konsequenzen wĂŒrden ĂŒber Grenzen hinausgehen: Zulieferer, Partner und Branchen, die auf deutsche Ingenieurs- und Technologieleistung angewiesen sind, wĂ€ren gleichermaßen betroffen - und das Risikopotenzial steigt entsprechend.

DACH-Vergleich: Wirtschaftsleistung und Exponierung

Im DACH-Vergleich ist der gefĂ€hrdete Output in Deutschland am höchsten. Der kumulierte gefĂ€hrdete Output liegt bei rund 80 Mrd. Euro (67 Mrd. USD, PPP) fĂŒr die Schweiz und 30 Mrd. Euro (42 Mrd. USD, PPP) fĂŒr Österreich. WĂ€hrend der Anteil der MINT-Wertschöpfung an der gesamten Wirtschaftsleistung Österreich mit 15,1 Prozent etwas geringer als in Deutschland (17,5 Prozent) ist, gehört die Schweiz mit 21,3 Prozent zu den LĂ€ndern mit der höchsten MINT-AbhĂ€ngigkeit.

Der Index des STEM Skills Outlook 2026 wird anhand von drei Faktoren berechnet: der AbhĂ€ngigkeit einer Volkswirtschaft von ihrer MINT-Wertschöpfung, der Entwicklung der BSc- oder gleichwertigen Absolvent*innenzahlen sowie dem Output, der bei einer Verschlechterung der MINT-Pipeline gefĂ€hrdet wĂ€re. Im finalen Indexranking erreicht Deutschland 46,1 Punkte (Rang 24 von 42), Österreich und die Schweiz liegen gleichauf bei jeweils 45,1 Punkten - alle drei im mittleren Risikobereich der 42 untersuchten Volkswirtschaften.

Zum vollstÀndigen Report (https://www.sthree.com/en-gb/insights-and-research/stem-skills-outlook/)

FĂŒr weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Sabine Klopffleisch mailto:s.klopffleisch@sthree.com

Ciara Steurer mailto:sthreegermany@grayling.com +43 (0) 664 60508838

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/182427/6261157 OTS: SThree

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