Abarth, Elektro-Scorpion

Abarth 500e: Wie der kleine Elektro-Scorpion die Stadt zur Rennstrecke macht

28.01.2026 - 22:17:43

Genervt von langweiligen E-Autos, Reichweiten-Angst und seelenlosem Design? Der Abarth 500e verspricht genau das Gegenteil: Krawall im besten Sinn, kompaktes City-Format und überraschend viel Tech. Wir haben uns angeschaut, ob der kleine Stromer wirklich Emotion statt nur Effizienz liefert.

Abarth 500e: Wenn du E-Auto willst – aber kein braves Flottenfahrzeug

Stell dir vor: Feierabend, du rollst mit Tempolimit durch die Stadt. Links und rechts graue, gesichtslose Elektro-SUVs. Leise, effizient, vernünftig – und völlig austauschbar. Du sitzt drin, fühlst dich aber eher wie im Bürostuhl auf Rädern als wie im Auto, auf das du dich den ganzen Tag gefreut hast.

Genau hier hakt es für viele: Elektro heißt oft Verzicht auf Emotionen. Kein Sound, kein Charakter, alles auf Reichweite und Vernunft optimiert. Wenn du eigentlich Spaß am Fahren willst, wirkt der Umstieg auf Strom schnell wie ein fauler Kompromiss.

Und dann steht da plötzlich etwas Kleines, Giftiges, Lautes (zumindest gefühlt) am Straßenrand: der Abarth 500e. Gleiche Basis wie der Fiat 500e – aber gedanklich eher Go-Kart als Cityflitzer. Und genau das macht ihn so spannend.

Die Lösung: Ein Elektroauto, das dich wieder auf die Nebenstraße statt nur auf die Ladesäule schauen lässt

Der Abarth 500e ist im Kern die Antwort auf eine Frage, die sich viele Auto-Fans stellen: Kann ein Elektroauto wirklich Spaß machen – ohne dass ich ein 2,5-Tonnen-Monster fahre?

Abarth sagt: Ja. Und dreht den 500e in Richtung Pocket-Rakete. Du bekommst:

  • Stärkeren E-Motor als im Fiat 500e, abgestimmt auf knackige Beschleunigung.
  • Sportlicheres Fahrwerk für Kurvenspaß statt nur Komfort.
  • Eigenen Soundgenerator (abschaltbar), der den typischen Abarth-Klang künstlich nachbildet.
  • Schärferes Design mit Scorpion-Details, dickeren Schwellern und sportlichen Felgen.

Du merkst schon: Der Abarth 500e versucht nicht, der vernünftigste Stromer zu sein – sondern der mit dem größten Grinsen pro Kilometer.

Warum gerade dieses Modell? Der Realitäts-Check

Auf dem Papier ist der Abarth 500e ein kleiner Elektro-Stadtflitzer. In der Praxis fühlt er sich aber eher an wie ein legales Spaßgerät für jeden Tag – solange du weißt, worauf du dich einlässt. Die wichtigsten Punkte aus dem Netz, Tests und Nutzerstimmen, übersetzt in dein echtes Leben:

  • Leistung & Beschleunigung: Der Abarth 500e liefert laut Hersteller rund 113 kW (ca. 155 PS) und beschleunigt deutlich bissiger als der Fiat 500e. In der Stadt heißt das: Ampelstarts, bei denen du viele größere Autos verblüffst – ohne Turboloch, ohne Schaltpausen.
  • Fahrverhalten: Tiefer, straffer, direkter – genau das, was Fans an Abarth lieben. In Kurven wirkt er wie ein überdimensioniertes Kart. Der Komfort leidet ein wenig, aber genau das empfinden viele Fahrer als gewollt „ehrlich“ und sportlich.
  • Reichweite: Die 42-kWh-Batterie (brutto) ist für Pendler- und City-Alltag ausgelegt, nicht für Wochenenden quer durch Europa. Real berichten Nutzer – je nach Fahrweise – von deutlich geringerer Reichweite als beim Fiat 500e, wenn man den Abarth artgerecht bewegt. Wer ihn sportlich fährt, bezahlt in Kilometern. Wer ruhig fährt, kommt entspannt durch den Alltag.
  • Laden: Mit DC-Schnellladen (im Bereich von rund 85 kW laut Tests) ist die Batterie an der Schnellladesäule vergleichsweise zügig wieder fit. Für den typischen Alltag mit Heim- oder Arbeitsplatz-Lader völlig ausreichend.
  • Soundgenerator: Das wohl polarisierendste Feature. Viele feiern den künstlichen Abarth-Sound als „endlich Emotion im E-Auto“, andere schalten ihn nach zwei Tagen aus. Vorteil: Du kannst ihn deaktivieren und ganz leise fahren – oder anmachen, wenn du den Theater-Modus willst.
  • Innenraum & Infotainment: Modernes Uconnect-System, großer Touchscreen, volldigitales Cockpit. Dazu Sportsitze, Alcantara-Optik (je nach Ausstattung) und reichlich Abarth-Branding. Du sitzt nicht einfach in einem 500e – du sitzt in etwas bewusst „Überzeichnetem“.
  • Größe & Alltag: Winzig im Stadtverkehr, easy zu parken, ideal für enge Gassen. Zu viert wird’s hinten auf Dauer eng, der Kofferraum bleibt eher „Einkauf & Wochenendtasche“ als „Familienurlaub“.

Auf einen Blick: Die Fakten

Merkmal Dein Nutzen
Elektromotor mit ca. 113 kW (155 PS) Spürbar schneller als der Fiat 500e, ideal für kurvige Landstraßen und Ampel-Sprints.
42-kWh-Batterie (brutto) Ausreichend für Alltag, Pendelstrecken und Wochenendtrips im regionalen Radius.
Sportlich abgestimmtes Fahrwerk Direktes, kartähnliches Handling – du fühlst die Straße, nicht den Filter.
Soundgenerator mit Abarth-Ton (abschaltbar) Auf Wunsch emotionaler „Krawall“ – oder absolute Ruhe, wenn du deine Nachbarn magst.
Uconnect-Infotainment mit großem Touchscreen Einfache Bedienung von Navigation, Musik und Smartphone-Integration in einem modernen Cockpit.
Kompakte Abmessungen Ideal für die Stadt: Parklücken, in die andere nur sehnsüchtig reinschauen.
Eigenständiges Abarth-Design Du fährst kein weiteres „graues E-Auto“, sondern ein Statement mit Scorpion-Auftritt.

Das sagen Nutzer und Experten

Ein Blick in Tests, YouTube-Reviews und Reddit-Kommentare zeigt ein klares Bild: Der Abarth 500e ist ein Spalter – im besten Sinne.

  • Geliebt wird die überraschend direkte Performance. Viele Fahrer berichten, dass der Abarth 500e im Stadt- und Landstraßen-Tempo mehr Spaß macht als deutlich stärkere Autos, weil man ihn nutzen kann – nicht nur anschauen.
  • Der Sound sorgt für intensive Diskussionen. Die einen feiern die Frechheit, so einen künstlichen Motorsound überhaupt anzubieten. Andere schalten ihn rigoros aus – sind dann aber immer noch vom Fahrspaß überzeugt.
  • Kritikpunkt Nummer 1 ist die Reichweite, vor allem, wenn du die gebotene Leistung regelmäßig abrufst. Wer den Abarth 500e wie einen Abarth fährt, muss häufiger laden als mit einem nüchtern abgestimmten Fiat 500e.
  • Innenraum & Verarbeitung werden größtenteils positiv bewertet. Es ist kein Luxusfahrzeug, aber Design und Materialanmutung passen zum sportlichen Anspruch.

Unterm Strich sagen viele: „Das ist das erste E-Auto, bei dem ich nicht die Umwelt, sondern mich selbst im Fokus habe – und das fühlt sich gut an.“

Und ja: Der Abarth 500e ist ein Produkt aus dem Konzern von Stellantis N.V. (ISIN: NL00150001Q9) – also aus dem gleichen Haus, das unter anderem Fiat, Peugeot, Opel und Jeep verantwortet. Dieses Rückgrat merkt man an der Plattform – die Attitüde ist aber eindeutig Abarth.

Alternativen vs. Abarth 500e

Im Segment der kleinen Elektroautos tummeln sich einige spannende Gegner: Fiat 500e, Mini Cooper Electric, Opel Corsa Electric, Peugeot e-208, Renault Zoe (bzw. Nachfolger). Viele davon sind auf Effizienz, Vernunft und größtmögliche Reichweite optimiert.

Wo positioniert sich der Abarth 500e?

  • Gegenüber dem Fiat 500e: Mehr Leistung, sportlicheres Fahrwerk, markanteres Design, emotionaleres Paket. Weniger Reichweite, höherer Preis. Er ist die Spaß-Version, nicht die Excel-Tabelle-Variante.
  • Gegenüber dem Mini Electric: Beide setzen auf Lifestyle und Fahrspaß. Der Abarth wirkt radikaler, frecher, lauter im Auftritt. Der Mini gibt sich etwas hochwertiger im Innenraum, der Abarth kompromissloser in der Attitüde.
  • Gegenüber Corsa Electric & Co.: Opel und Peugeot bieten mehr Vernunft, Raum und Alltagstauglichkeit, aber deutlich weniger Charakter. Wenn du pragmatisch tickst, sind die spannend. Wenn du morgens schon beim Anblick deines Autos grinsen willst – spricht mehr für den Abarth.

Beim Thema Preis-Leistung gilt: Du bezahlst hier nicht primär für maximale Kilometer pro Kilowattstunde, sondern für Emotion pro Fahrtminute. Wenn du genau das suchst, relativiert sich der Aufpreis schnell.

Fazit: Lohnt sich der Kauf?

Der Abarth 500e ist kein Auto für alle. Und genau das macht ihn so interessant.

Wenn du lange Autobahn-Etappen und Familienurlaube mit nur einem Auto abdecken willst, gibt es bessere, vernünftigere Elektro-Alternativen. Wenn du aber sagst: „Ich will ein Zweitwagen-Spielzeug mit Stadt-Tauglichkeit, das mich jedes Mal anlacht, wenn ich den Schlüssel (oder die App) in die Hand nehme“ – dann ist der Abarth 500e plötzlich extrem logisch.

Er löst das größte Problem vieler E-Autos: Er fühlt sich nicht nach Verzicht an, sondern nach Upgrade deiner Laune. Du tauschst Sprit gegen Strom – aber du tauschst Emotion nicht gegen Langeweile.

Bleibt nur eine Frage: Bist du bereit, ein bisschen Reichweite gegen richtig viel Spaß zu tauschen – und dir damit einen der frechsten Elektro-Scorpione auf die Straße zu stellen?

@ ad-hoc-news.de