Adidas Aktie: 512 Millionen Dollar zu Omnicom
Veröffentlicht: 19.07.2026 um 01:08 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das Mexiko-Trikot war das meistverkaufte der gesamten Weltmeisterschaft – und zwar unter allen 14 Nationalteams, die der Konzern bei diesem Turnier ausgestattet hat. Konzernchef Bjørn Gulden bezifferte den erwarteten WM-Umsatz auf rund 1,5 Milliarden Euro. Nach seinen Angaben verkaufte Adidas viermal so viele Trikots wie bei der WM 2022 und doppelt so viele Bälle. Im Finale am 19. Juli treffen mit Spanien und Argentinien zudem zwei Teams aufeinander, die beide von Adidas ausgerüstet werden – ein Umstand, der dem Unternehmen zusätzliche Sichtbarkeit auf der größten Bühne des Turniers verschafft.
Werbeetat wandert zu Omnicom
Parallel zur sportlichen Großveranstaltung hat Adidas eine strategische Weichenstellung im Marketing vorgenommen. Der Konzern vergibt sein globales Media-Konto mit einem Volumen von 512 Millionen US-Dollar an die Omnicom Media Group. Damit verliert WPP über deren Tochter EssenceMediacom einen Kunden, den sie seit 2018 betreut hatte. Omnicom will das Mandat über ein Cross-Agency-Modell mit stärkerem Fokus auf Daten und Analytics ausfüllen. Für Adidas ist der Wechsel einer der größten Media-Etat-Bewegungen des Jahres und signalisiert, dass der Konzern seine globale Vermarktung neu ausrichtet, nachdem die WM 2026 dem Geschäft frischen Schub gegeben hat.
Kurs bleibt unter dem Jahreshoch
An der Börse zeigt sich die Adidas-Aktie zuletzt uneinheitlich. Am Freitag schloss das Papier bei 180,55 Euro, ein Minus von 0,66 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 4,79 Prozent zu Buche, was auf eine grundsätzlich robuste Nachfrage nach der Aktie in den vergangenen Wochen hindeutet. Zum 52-Wochen-Hoch von 206,50 Euro, das die Aktie im Juli 2025 erreicht hatte, fehlen der Aktie aktuell 12,57 Prozent – die WM-Euphorie hat den Kurs also noch nicht auf ein neues Rekordniveau gehoben, wohl aber deutlich vom Jahrestief im März entfernt.
Sportliches Umfeld bleibt Rückenwind
Der positive Nachrichtenfluss um Adidas fügt sich in ein größeres WM-Bild ein: Auch Bundesliga-Clubs wie der FC Bayern und Borussia Dortmund profitierten über das FIFA-Club-Benefits-Programm von der Turnier-Abstellung ihrer Nationalspieler, wenngleich diese Effekte für Adidas selbst keine direkte Rolle spielen. Entscheidend für den Sportartikelhersteller bleibt, dass das Turnier mit dem Finale zwischen zwei eigenen Ausrüstungspartnern endet und damit die Markenpräsenz bis zum letzten Anpfiff hochhält. Für Anleger dürfte in den kommenden Wochen relevant werden, ob sich der von Gulden skizzierte WM-Effekt von 1,5 Milliarden Euro auch in den kommenden Quartalszahlen niederschlägt und wie sich die neue Media-Partnerschaft mit Omnicom auf die Markenkommunikation der nächsten Jahre auswirkt.
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