Aiwanger, Vorrang

Aiwanger fordert Vorrang für Holzheizungen im GEG

06.02.2026 - 09:31:12

Bayerns Wirtschaftsminister setzt sich für Biomasse als Alternative zu Wärmepumpen ein und warnt vor finanziellen Folgen für Hausbesitzer durch geplante Gesetzesverschärfungen.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger verschärft den Ton in der Debatte um das Gebäudeenergiegesetz. In einem aktuellen Interview fordert er einen faktischen Vorrang für die energetische Holznutzung, besonders im ländlichen Raum. Seine Äußerungen kommen kurz vor entscheidenden Fristen für die kommunale Wärmeplanung.

Klimaschutz durch Verrottung?

Im Zentrum von Aiwangers Vorstoß steht eine provokante These: Der Verzicht auf Holzverbrennung schade dem Klima mehr, als er nütze. In bayerischen Wäldern stünden derzeit über eine Milliarde Kubikmeter Holz, argumentiert der Minister gegenüber der Bayerischen Staatszeitung. Verrotte dieses Holz ungenutzt, werde das gespeicherte CO₂ ebenfalls freigesetzt – nur ohne den positiven Nebeneffekt der Energiegewinnung.

Ein Ster Brennholz könne etwa 120 Liter Heizöl oder 150 Kubikmeter Gas ersetzen. Wer die Holznutzung einschränke, betreibe damit indirekt Lobbyarbeit für fossile Energieträger, so Aiwanger. Die Kritik von Umweltverbänden an der Feinstaubbelastung durch Holzöfen bezeichnete er als ideologisch motiviert.

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Immobilienbesitzer in der Kostenfalle

Für Haus- und Wohnungseigentümer hat die Debatte handfeste finanzielle Konsequenzen. Ab dem 30. Juni 2026 gilt in Großstädten die Pflicht, Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien zu betreiben.

  • Für viele unsanierte Altbauten sind Wärmepumpen ohne teure Dämmung oft unwirtschaftlich.
  • Moderne Holz- oder Pelletheizungen gelten hier als machbare Alternative.
  • Aiwanger will diese Option langfristig rechtssicher halten.

Bereits seit Jahresbeginn gelten verschärfte Feinstaubregeln für ältere Kaminöfen, was viele Eigentümer verunsichert. Der Minister fürchtet, dass strengere Grenzwerte Holzheizungen faktisch verdrängen könnten.

Schlachtfeld kommunale Wärmeplanung

Der Streit verlagert sich zunehmend auf die lokale Ebene. Die Kommunen müssen derzeit Wärmepläne erstellen, die Gebiete für Fernwärme oder dezentrale Lösungen ausweisen.

Aiwanger kritisiert eine einseitige Fokussierung auf strombasierte Wärmepumpen. Diese überlasteten die Netze und ignorierten die Realität im ländlichen Raum. Er fordert, dass Biomasse in den kommunalen Plänen als vorrangige Option für Bestandsquartiere festgeschrieben wird.

Fronten zwischen Bund und Bayern verhärten sich

Die Debatte ist Teil eines größeren Konflikts zwischen der bayerischen Landesregierung und der Bundespolitik. Während Berlin und Umweltverbände auf eine Reduzierung der Holzverbrennung drängen, mobilisieren die Freien Wähler und Teile der Union dagegen.

Der Deutsche Bauernverband unterstützt Aiwangers Kurs. Die energetische Verwertung von Schadholz sei essenziell, um den klimaresistenten Waldumbau zu finanzieren. Auf der Gegenseite warnen Organisationen wie die Deutsche Umwelthilfe vor den gesundheitlichen Folgen durch erhöhte Feinstaubwerte.

Was kommt auf Hausbesitzer zu?

Die Auseinandersetzung dürfte sich weiter zuspitzen. Die Bundesregierung plant Beratungen über Anpassungen am GEG, die teilweise als „Gebäudemodernisierungsgesetz“ diskutiert werden. Dabei geht es auch um die Zukunft von Biomasseheizungen.

Experten raten Eigentümern, bei anstehenden Heizungstauschen nicht nur die Förderbedingungen, sondern auch die lokale Wärmeplanung genau zu beobachten. Bis zur Klärung der Rahmenbedingungen bleibt Holz für viele im ländlichen Raum die bevorzugte Option – eine Präferenz, die Aiwanger politisch absichern will.

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