Aixtron Aktie: 40-Millionen-Fabrik in Penang
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 13:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aixtron bekommt hohen Besuch aus Malaysia. Datuk Sikh Shamsul Ibrahim Sikh Abdul Majid, Chef der staatlichen Investitionsbehörde MIDA, reiste am 22. Juli an den Firmensitz in Herzogenrath. Der Grund: Er wollte Fertigung und Entwicklung des Anlagenbauers vor Ort sehen.
Für Aixtron ist der Besuch mehr als ein Höflichkeitstermin. Er markiert einen weiteren Schritt in einer Kooperation, die im Mai begann.
Die Investition steht schon länger fest
Bereits am 5. Mai unterzeichnete Aixtron eine Vereinbarung mit der MIDA. Das Unternehmen baut eine neue Fertigungsanlage im Bandar Cassia Technology Park in Penang. Das Grundstück misst 8,5 Hektar.
Die Kosten liegen bei rund 40 Millionen Euro. Der Betrieb soll im Frühjahr 2027 starten, erste Auslieferungen sind für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant. Aktuell beschäftigt Aixtron in Penang bereits rund 150 Mitarbeiter. Dort entsteht künftig auch ein Kundenservice-Zentrum.
MIDA-Chef Sikh Abdul Majid ordnete die Investition strategisch ein: Ein Frontend-Anlagenhersteller vom Kaliber Aixtrons stütze direkt Malaysias „National Semiconductor Strategy". Vorstandschef Felix Grawert sprach von einem der dynamischsten Halbleiter-Ökosysteme weltweit und verwies auf die Rolle der Technologie beim Überwinden von Engpässen bei KI-Rechenleistung und Datenverarbeitung.
Die Aktie bleibt weit unter ihrem Rekordhoch
An der Börse hinterlässt die Malaysia-Nachricht kaum Spuren. Das Papier notiert bei 41,49 Euro und gibt leicht nach. Vom Rekordhoch bei 62,68 Euro aus dem Juni trennen die Aktie noch immer rund 34 Prozent.
Die Korrektur der vergangenen Wochen war deutlich. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von fast 140 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sind es sogar 165 Prozent. Der RSI von rund 40 zeigt eine neutrale bis leicht angeschlagene Verfassung – von einer überkauften Aktie kann keine Rede sein.
Halbjahreszahlen als nächster Prüfstein
Der Besuch der Delegation fällt in eine Phase, in der Anleger auf die Halbjahreszahlen warten. Die Malaysia-Expansion ist strategisch angelegt, operativ zeigt sie sich erst mit Zeitverzug. Erste Auslieferungen aus Penang sind laut Zeitplan erst für die zweite Hälfte 2027 vorgesehen.
Bis dahin bleibt die neue Fertigungsstätte vor allem eine Standortentscheidung mit Signalwirkung Richtung Südostasien. Ob sie sich in den Auftragsbüchern niederschlägt, zeigt sich frühestens in den kommenden Geschäftsberichten.
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