AKTIE IM FOKUS: Volkswagen-Anleger stehen vor Betriebsversammlung auf der Bremse
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 11:43 Uhr | dpa.deZum Wochenstart vor dem Beginn einer Reihe von Betriebsversammlungen gaben die Papiere des Wolfsburger Autobauers zuletzt um 1,9 Prozent auf 73,58 Euro nach. Im kaum veränderten Dax DE0008469008 waren sie damit das Schlusslicht, und sie zählen auch seit Jahresbeginn mit einem Abschlag von rund 29 Prozent zu den größten Verlierern.
Schlechter stehen mit einem Minus von über 37 Prozent im Jahr 2026 nur die Aktien von BMW DE0005190003 da, dem wie Volkswagen ebenfalls die Konkurrenz aus China zusetzt. Zum Vergleich: Der europäische Autosektor EU0009658681 verzeichnet seit Jahresbeginn Einbußen von rund 15 Prozent.
Im Volkswagen-Konzern ist die Stimmung derzeit schlecht. Vorstandschef Oliver Blume beschrieb kurz vor den Betriebsversammlungen eine angespannte Situation für den größten Autobauer Europas. "Die Lage ist mehr als kritisch", sagte Blume in einem Interview, das im Intranet des Unternehmens veröffentlicht wurde und der dpa vorliegt. Weitere Einsparungen stehen an. "Wir sind überdimensioniert. Das macht uns oft zu langsam und zu kompliziert", so Blume.
Branchenexperte Patrick Hummel von der Schweizer Bank UBS rechnet mit Blick auf die Gespräche über Kostensenkungen mit einigen Turbulenzen. Hummel sieht im weltweiten Aufstieg chinesischer Automobilbauer auch im Jahr 2026 die größte Herausforderung für europäische Automobilhersteller und Zulieferer und rechnet nach BMW mit einem erhöhten Risiko von Gewinnwarnungen deutscher Hersteller aufgrund von Restrukturierungskosten. Der rasant steigende Marktanteil chinesischer Hersteller in Europa berge Gefahren für die Massenproduzenten in Europa.
Zu den chinesischen Herstellern mit Marktpräsenz in Europa zählen beispielsweise Leapmotor, Chery, BYD und SAIC. 2027 dürften dann die E-Autos des chinesischen Elektronikkonzerns Xiaomi hinzukommen.
