Aktien Frankfurt: Zins- und Inflationssorgen belasten Dax
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 14:42 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Dax DE0008469008 stand am Dienstagnachmittag noch mit 0,92 Prozent im Minus bei 26.017,63 Punkten, zuvor war er erstmals seit gut einer Woche unter die psychologisch wichtige Marke von 26.000 ZĂ€hlern gefallen. Damit setzt sich die bereits zu Wochenanfang begonnene Korrektur fort, und der Dax-Rekord vom Freitag bei 26.618 ZĂ€hlern rĂŒckt noch ein StĂŒck weiter in die Ferne.
"Nach der jĂŒngsten Rekordjagd sind die Anleger zwischen hohen Bewertungen und verĂ€nderten Zinsperspektiven auf der Suche nach einem neuen Gleichgewicht", umschrieb Chefmarktanalyst Timo Emden von Craptrader das Marktgeschehen. "Ein Mix aus geopolitischem Glatteis, geldpolitischen Fragezeichen und neuen Ălpreisspitzen zwingt Investoren zum Abstieg, um wieder festen Tritt zu fassen."
Hohe Kursverluste insbesondere bei RĂŒstungswerten drĂŒckten den MDax DE0008467416 noch stĂ€rker ins Minus als den Dax. Der Index der mittelgroĂen Unternehmen verlor zuletzt 1,64 Prozent auf 32.186,63 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 sank um ein halbes Prozent und auch fĂŒr die US-Börsen zeichnen sich Verluste ab.
Angesichts schon hoher Bewertungen haben die Börsen mit den weiter anziehenden Ălpreisen zu kĂ€mpfen. Am Montag zogen diese bereits krĂ€ftig an, nachdem der Iran-Krieg nach gegenseitigen MilitĂ€rschlĂ€gen der USA und des Iran wieder eskaliert war. Am Dienstag legten die Ălpreise noch etwas weiter zu, angeschoben auch durch das knappe Angebot bei Diesel infolge der Angriffe auf die russische Ălindustrie im Krieg mit der Ukraine.
Hinzu kommen hohe Anleihezinsen als Belastung fĂŒr die Börsen. Eine Zinserhöhung der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche gilt seit geraumer Zeit als sicher. Und seit entsprechenden Hinweisen von US-Notenbankchef Kevin Warsh vom Freitag gehen die MĂ€rkte auch von einer Leitzinserhöhung in den USA im September aus.
"Langsam setzt sich bei den Anlegern die Erkenntnis durch, dass bei der Zinsanpassung noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist", erklĂ€rte Jochen Stanzl von der Consorsbank den jĂŒngsten AbwĂ€rtsdruck an den Börsen. Zudem hĂ€tten die noch immer ungelöste Frage des freien Seeverkehrs durch die StraĂe von Hormus sowie die Fed-Signale auf eine straffere Geldpolitik eine Verkaufswelle befeuert, die noch in der vergangenen Woche als "vorlĂ€ufig eingefangen" gegolten habe.
Auf Unternehmensseite im Dax nĂ€herten sich Symrise DE000SYM9999 mit zeitweise deutlichen Gewinnen ihrem Jahreshoch. Hier sorgte zunĂ€chst eine Kaufempfehlung von Jefferies fĂŒr gute Stimmung. Zudem verkauft der Aromen- und Duftstoffhersteller sein US-GeschĂ€ft mit Terpen-Inhaltsstoffen an die Beteiligungsgesellschaft Mutares DE000A0SMSH2, die damit ihr ChemiegeschĂ€ft und den FuĂabdruck in den USA stĂ€rkt. Mutares-Papiere zeigten sich von dem Deal wenig bewegt, und auch das Symrise-Plus schmolz zuletzt auf 0,7 Prozent ab.
Weitere Analystenstudien bewegten die Kurse. So kletterten als einer der Dax-Favoriten die Papiere des Pharma- und Technologiekonzerns Merck DE0006599905 nach einer Kaufempfehlung der HSBC um 1,5 Prozent. Weniger nachhaltig waren die Gewinne bei RWE mit lediglich noch 0,4 Prozent am Nachmittag. Zuvor hatten sie noch ein Viermonatshoch erreicht, Kurstreiber waren gleich zwei positive EinschÀtzungen von Goldman Sachs und dem Investmenthaus Jefferies.
GFT DE0005800601 erreichten nach einer positiven Berenberg-Studie ein Hoch seit dem Sommer 2024 und verteuerten sich zuletzt an der SDax DE0009653386-Spitze um gut vier Prozent. Treiber fĂŒr Hugo Boss DE000A1PHFF7 war derweil die Nachricht, wonach GroĂaktionĂ€r Frasers seine Beteiligung auf mehr als 50 Prozent aufstocken will. Die Anteile am ModehĂ€ndler fĂŒhrten mit fast einem Prozent Aufschlag die Rangliste im MDax an./tav/
--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---
