AKTIEN IM FOKUS 2: Adobe und Oracle schwanken - Fazit fĂŒr SAP nicht eindeutig
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 17:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(Neufassung in vielen Textbereichen wegen deutlicher Kursschwankungen)
FRANKFURT/NEW YORK (dpa-AFX) - Die Zahlenvorlagen der US-Softwarekonzerne Adobe und Oracle haben am Freitag auch die Aktien von SAP DE0007164600 beeinflusst. Ein Zack-Zack-Kurs der beiden US-Aktien sowie der robuste Handelsstart der US-Börsen brachten den Effekt, dass die Aktien der Walldörfer ihr vorheriges Minus vollstÀndig ausglichen. Zwischenzeitlich waren sie auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Monat abgerutscht.
Adobe US00724F1012 litt anfÀnglich unter einem enttÀuschenden Umsatzausblick, konnte das fast dreiprozentige Minus aber bis zuletzt fast ausgleichen. Die Aktie war in den vergangenen Tagen schlecht gelaufen und so nahmen es die Anleger jetzt hin, dass die vorsichtige Umsatzprognose Fragen aufwirft, wie sich der Konzern im Wettbewerb behaupten kann.
Schwankungen gab es auch bei Oracle US68389X1054, die nach einem ersten Spitzenanstieg um acht Prozent zeitweise ins Minus rutschten. Zuletzt pendelten sie dann Àhnlich wie Adobe um die Gewinnschwelle. Wie schon in den Tagen zuvor, entwickelten die Anleger einen gewissen Respekt vor einer zwischenzeitlichen Erholung, die die Aktien bis Anfang der Woche verzeichnet hatten.
Anleger wurden am Freitag also nur kurz davon vom Hocker gerissen, dass Oracle im ersten GeschÀftsquartal krÀftig von der Nachfrage nach KI-Infrastruktur profitiert hat. Die UmsÀtze mit Cloud-Infrastruktur - das sind vor allem KI-Rechenzentren - zogen stÀrker an als von Analysten im Schnitt erwartet.
Adobe, Oracle und SAP machen 2026 bislang ein dĂŒsteres Börsenjahr durch, das von der Frage geprĂ€gt ist, ob die KI im Softwarebereich GeschĂ€ftsmodelle stören kann. Seit Jahresbeginn gerechnet stehen fĂŒr die drei Aktien KursabschlĂ€ge zwischen 15 und 28 Prozent zu Buche. Anleger stellen sich auĂerdem die Frage, ob sich KI-Investitionen lohnen und wie schnell diese zur Marktreife fĂŒhren werden.
Am Markt hieĂ es, es drohe der Verlust von Marktanteilen, wenn Kunden verstĂ€rkt gĂŒnstigere KI-Lösungen von Wettbewerbern nutzen. Ăhnliche Sorgen scheinen auch die Anleger von Adobe umzutreiben. Die Software von Adobe - bekannt fĂŒr Programme wie Acrobat oder Photoshop - galt lange Zeit als Standard fĂŒr Kreativ- und Marketingprofis. Doch durch generative KI ist es einfacher geworden, visuelle Medien ohne die teuren Produkte des Unternehmens zu erstellen, und viele der beliebten neuen KI-Tools stammen von Wettbewerbern.
Oracle war in frĂŒheren Zeiten stets ein guter Indikator fĂŒr SAP, doch die Zeiten haben sich hier etwas geĂ€ndert. Das US-Unternehmen ist zwar traditionell ein Anbieter von Datenbank-Software und Apps zur Unternehmenssteuerung. Im Hype um KI wurde das GeschĂ€ft in den vergangenen Jahren aber mehr und mehr auf Rechenzentren fĂŒr Anwendungen im Netz verlagert.
