AKTIEN IM FOKUS: Schwaches Chemie-Sektorumfeld - Evonik von Abstufung belastet
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 10:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWar der europÀische Branchenindex zum Monatsbeginn wegen einer Sonderkonjunktur im Zuge des Nahost-Konflikts noch auf einem Hoch seit MÀrz 2025 angekommen, setzte er seine Talfahrt der vergangenen zwei Wochen nun mit einem Abschlag von 1,3 Prozent fort.
Unter den deutschen Werten erwischte es Lanxess DE0005470405 besonders deutlich mit mehr als sechs Prozent Minus. Sie erreichten nahe der 13-Euro-Marke ein Tief seit MĂ€rz. AuĂerdem fielen die Aktien von BASF DE000BASF111, Brenntag DE000A1DAHH0 und Wacker Chemie DE000WCH8881 im GröĂenbereich von zwei bis 2,5 Prozent. Der EvonikDE000EVNK013-Kurs sackte nach einer Abstufung durch die US-Bank Morgan Stanley um 2,7 Prozent ab.
Die Stimmen zum Sektor werden derzeit rauer: JPMorgan reduzierte das Kursziel fĂŒr Lanxess wegen drohenden Gegenwinds von der Energiekostenseite. FĂŒr Evonik senkte Lisa De Neve von Morgan Stanley ihr Votum von "Overweight" auf "Equal-weight", was die Expertin vor allem mit der Perspektive im TierfuttergeschĂ€ft begrĂŒndete.
Marktanteilsgewinne seien bei dem Tierfutter-Vorprodukt Methionin ehemals Teil ihrer positiven Thesen fĂŒr Evonik gewesen, doch zuletzt seien die Preise dafĂŒr im wichtigen Asien-GeschĂ€ft rapide gefallen - auch bedingt durch eine verhaltene Nachfrage. Sie fĂŒrchtet, dass dies auch Auswirkungen auf andere Regionen haben wird, und sieht deshalb Risiken fĂŒr die KonsensschĂ€tzungen.
In den vergangenen Monaten hatten europĂ€ische Chemiewerte einen guten Lauf in der Annahme, dass LieferengpĂ€sse im Zuge des Iran-Kriegs Vorteile fĂŒr die Branche mit sich bringen. Wie das Ifo-Institut Ende August mitgeteilt hatte, schĂ€tzten die Unternehmen ihre aktuelle GeschĂ€ftslage im vergangenen Monat erstmals seit vier Jahren wieder positiv ein. Ifo-Wissenschaftlerin Anna Wolf sprach von einer "Sonderkonjunktur" durch AusfĂ€lle asiatischer Lieferungen.
