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Trump blÀst Reise ab - Iran-Diplomatie im Schwebezustand

25.04.2026 - 22:33:20 | dpa.de

(aktualisierte Fassung)WASHINGTON/ISLAMABAD - Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs ist nach der abgesagten Reise der US-Delegation weiterhin kein Fortschritt in Sicht.

(aktualisierte Fassung)

WASHINGTON/ISLAMABAD (dpa-AFX) - Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs ist nach der abgesagten Reise der US-Delegation weiterhin kein Fortschritt in Sicht. Zum zweiten Mal binnen einer Woche reisten die Verhandler der USA anders als geplant doch nicht nach Pakistan, um in einer zweiten Verhandlungsrunde mit dem Iran ĂŒber ein Ende des Krieges zu beraten. US-PrĂ€sident Donald Trump begrĂŒndete den Schritt mit zu langer Reisezeit und einem inakzeptablen Vorschlag des Irans.

Teheran hingegen hatte schon zuvor signalisiert, nicht an direkten Verhandlungen mit der US-Seite teilnehmen zu wollen. Außenminister Abbas Araghtschi reiste zwar nach Pakistan, allerdings nur, um die pakistanischen Vermittler zu treffen. Der Besuch in Islamabad sei "sehr fruchtbar" gewesen, schrieb Araghtschi auf der Plattform X, er habe seine Ideen fĂŒr eine dauerhafte Beilegung des Krieges ĂŒbermittelt. In Richtung USA sagte er: "Es bleibt abzuwarten, ob die USA es mit der Diplomatie wirklich ernst meinen."

Drohen jetzt erneute KĂ€mpfe?

Nach der abgesagten Reise befindet sich die Diplomatie zur Beendigung des Krieges im Schwebezustand. Wann oder ob eine zweite Verhandlungsrunde stattfinden soll, ist völlig unklar. Trump schrieb mit Blick auf die Islamische Republik, es gebe "innerhalb ihrer "FĂŒhrung" enorme interne Streitigkeiten und Verwirrung." Niemand wisse, wer das Sagen habe, "nicht einmal sie selbst".

Auf die Frage, ob die USA nun wieder zu den Waffen greifen, sagte Trump dem Portal "Axios": "Nein. Das bedeutet es nicht. Wir haben noch nicht darĂŒber nachgedacht." Der republikanische Senator Lindsey Graham sprach von einer weisen Entscheidung des PrĂ€sidenten und sagte, Trump gehe auf dem diplomatischen Weg die "Extrameile". Wenn nötig, sollten die USA ihre Angriffe auf den Iran aber wieder fortfĂŒhren.

Geplant war zuvor, dass der US-Sondergesandte Steve Witkoff gemeinsam mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner nach Islamabad reist, VizeprĂ€sident JD Vance sollte anders als in der ersten Runde nicht dabei sein. Die Iraner hĂ€tten darum gebeten, persönlich zu sprechen, teilte Karoline Leavitt, Sprecherin des Weißen Hauses, am Freitag mit. Trump sagte nun, die lange Reise lohne sich nicht, nur um sich mit iranischen Verhandlern zu treffen, von denen vorher "niemals jemand gehört hat".

Keine Drohungen, keine neuen Fristen

Das vorgelegte Papier des Irans sei zu schlecht gewesen, sagte Trump weiter. "Interessanterweise erhielten wir, sobald ich ihnen abgesagt hatte, innerhalb von zehn Minuten ein neues Papier, das viel besser war." Trump sah in seinen Äußerungen von weiteren Drohungen oder Beleidigungen ab, stattdessen gab er sich demonstrativ gelassen. Die USA hielten alle TrĂŒmpfe in der Hand, sagte er. "Wenn sie sprechen wollen, mĂŒssen sie nur anrufen".

Trumps Gebaren gegenĂŒber Teheran hat sich damit deutlich gewandelt: Noch vor kurzem baute er auf maximalen militĂ€rischen Druck, setzte Teheran Fristen und drohte damit, "eine ganze Zivilisation" auszulöschen, sollte sich die FĂŒhrung nicht bewegen.

Drei FlugzeugtrÀger - USA sammeln militÀrische KrÀfte in der Region

WĂ€hrend Trump rhetorisch abrĂŒstet, bĂŒndelt das US-MilitĂ€r seine KapazitĂ€ten in der Golfregion. Auch der FlugzeugtrĂ€ger "USS George H.W. Bush" befindet sich nach US-Angaben mittlerweile im ZustĂ€ndigkeitsbereich des US-Regionalkommandos Centcom. Es ist demnach das erste Mal seit 2003, dass drei US-FlugzeugtrĂ€ger gleichzeitig im Nahen Osten eingesetzt werden. Die Schiffe umfassten ĂŒber 200 Flugzeuge und 15.000 Matrosen und Marineinfanteristen.

Die USA wollen derweil mit einer Seeblockade den Druck auf Teheran erhöhen. Sie gilt fĂŒr alle Schiffe, die aus einem iranischen Hafen kommen oder diesen als Ziel haben. Der Iran attackiert derweil immer wieder Containerschiffe, die sich durch die Straße von Hormus bewegen. Der Verkehr durch die fĂŒr den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Meerenge ist seit Beginn des Krieges nahezu zum Erliegen gekommen.

Mark Pfeifle, ein frĂŒherer Berater von PrĂ€sident George W. Bush, sagte dem Sender Al Jazeera, Trump setzte nach der Absage weiterhin auf Druck - aber auf ökonomischen. Die US-Seite versuche, die iranische Wirtschaft zu knebeln, wĂ€hrend der Iran versuche, die Weltwirtschaft ĂŒber die Straße von Hormus zu stören. "Wir befinden uns derzeit in einer Pattsituation. Und beide Seiten versuchen herauszufinden, wer mehr Druck ausĂŒben kann und wer zuerst einknicken wird."

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