GESAMT-ROUNDUP, Krieg

GESAMT-ROUNDUP 2: Neuer Krieg: Israel und USA wollen iranische FĂŒhrung stĂŒrzen

28.02.2026 - 19:16:47 | dpa.de

(Aktualisierung: Opferzahl aktualisiert)TEL AVIV/TEHERAN/WASHINGTON - Die USA und Israel haben massive Luftangriffe auf den Iran mit dem Ziel eines Machtwechsels in Teheran gestartet.

(Aktualisierung: Opferzahl aktualisiert)

TEL AVIV/TEHERAN/WASHINGTON (dpa-AFX) - Die USA und Israel haben massive Luftangriffe auf den Iran mit dem Ziel eines Machtwechsels in Teheran gestartet. US-PrĂ€sident Donald Trump rief die Iraner auf, die FĂŒhrung des Landes in die Hand zu nehmen. "Wenn wir fertig sind, ĂŒbernehmt eure Regierung", wandte er sich an das 90-Millionen-Volk. Die Islamische Republik reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte in mehreren Golfstaaten. Der neue Krieg nach Verhandlungen der USA mit dem Iran löste weltweit Besorgnis und Warnungen vor einer Eskalation aus.

Israel hatte am Morgen den Beginn eines "PrĂ€ventivschlags" verkĂŒndet. Kurz darauf bestĂ€tigte Trump in einer Videobotschaft Angriffe auch des US-MilitĂ€rs. Diese zielten auch darauf ab, die militĂ€rische Schlagkraft des Landes zu vernichten und den Iran an der Entwicklung einer Atomwaffe zu hindern.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu begrĂŒndete die neuen Angriffe ebenfalls mit der atomaren Bedrohung durch den Iran - nicht nur fĂŒr sein Land. "Es darf nicht zugelassen werden, dass sich das mörderische Terrorregime mit Atomwaffen ausrĂŒstet, die es ihm ermöglichen wĂŒrden, die gesamte Menschheit zu bedrohen", sagte Netanjahu.

Israel: Gezielt iranische FĂŒhrung angegriffen

Israel versuchte im Iran nach MilitĂ€rangaben, gezielt Vertreter der FĂŒhrung in Teheran anzugreifen. Am Morgen seien gleichzeitig mehrere Orte in der Hauptstadt attackiert worden, teilte die israelische Armee mit. Dort hĂ€tten sich "hochrangige Vertreter der politischen und sicherheitspolitischen FĂŒhrung Irans versammelt". Der Iran betonte hingegen, wichtige StaatsmĂ€nner wie der PrĂ€sident seien wohlauf. VerlĂ€ssliche Berichte ĂŒber den Verbleib von Irans oberstem FĂŒhrer Ajatollah Ali Chamenei, dessen Residenz zerstört wurde, gab es zunĂ€chst nicht.

Panik im Iran

Schwere Explosionen versetzten die Menschen in der Hauptstadt Teheran und in anderen Landesteilen in Panik. Welche Ziele dabei getroffen wurden, blieb unklar. Ein Video der Nachrichtenagentur Mehr zeigte große Zerstörung mitten in der Millionenmetropole. Auf der Aufnahme war ein völlig zerstörtes GebĂ€ude zu sehen. Mehrere RettungskrĂ€fte waren am Rande der TrĂŒmmer zu sehen.

Augenzeugen berichteten per SMS, dass sich in Teheran lange Schlangen an Tankstellen gebildet hĂ€tten. Viele Menschen versuchten, die Hauptstadt zu verlassen. GeschĂ€fte waren vielerorts geschlossen. Ärzte und Personal im Gesundheitswesen wurden aufgefordert, sich bereitzuhalten.

Iran: Dutzende Kinder durch Rakete getötet

Explosionen wurden auch aus anderen Landesteilen gemeldet, unter anderem in Ghom, Lorestan, Kermanschah, Karadsch und Tabris. Auch nahe der Kulturmetropole Isfahan gab es Explosionen. Dort befindet sich ein zentrales Nuklearzentrum. Im SĂŒden des Landes wurden nach Angaben von Staatsmedien durch einen Raketenangriff 85 Kinder in einer MĂ€dchenschule getötet.

Iranische Gegenangriffe - MilitÀrische FÀhigkeiten begrenzt

Der Iran griff auch US-MilitĂ€rstĂŒtzpunkte in Golfstaaten an, die mit den Vereinigten Staaten verbĂŒndet sind. Die Vereinigten Arabischen Emirate, wo in Abu Dhabi ein Mensch durch TrĂŒmmerteile einer Rakete getötet wurde, sprachen von einer "gefĂ€hrlichen Eskalation" und einem "feigen Akt".

Der Iran hat nach EinschĂ€tzung eines Experten nicht die Schlagkraft, die Amerikaner militĂ€risch zu schwĂ€chen. "Die Iraner versuchen zwar, ĂŒberall dort anzugreifen, wo die Amerikaner im Nahen Osten stationiert sind", sagte der Politologe Maximilian Terhalle von der kalifornischen Stanford University der Deutschen Presse-Agentur. Das seien aber eher Nadelstiche.

Raketenalarm in Israel

In vielen Teilen Israels und des Westjordanlands gab es den Tag ĂŒber immer wieder Luftalarm wegen anfliegender Raketen und Geschosse, auf Entwarnung folgte teils innerhalb kĂŒrzester Zeit ein neuer Alarm, sodass NormalitĂ€t kaum möglich war. Medien berichteten ĂŒber vereinzelte EinschlĂ€ge, bei denen es jedoch keine Opfer gegeben habe. Einige Menschen hĂ€tten sich jedoch bei der Flucht in Bunker verletzt oder hĂ€tten wegen Angstattacken behandelt werden mĂŒssen, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit.

Angriffe folgen auf Verhandlungen

Am Donnerstag hatten die USA und der Iran noch ĂŒber das umstrittene Atomprogramm des Landes verhandelt. FĂŒr eine Einigung hatte Trump Teheran ein Ultimatum bis Anfang MĂ€rz gestellt - und auch mit militĂ€rischen Maßnahmen gedroht, sollte keine Einigung erzielt werden.

Trump: Iran wollte einfach nur Böses tun

Trump rief die iranische Bevölkerung auf, Schutz zu suchen. "Bomben werden ĂŒberall fallen." Die FĂŒhrung des Landes beschuldigte er, sich gegen einen Deal ĂŒber das Atomprogramm gesperrt zu haben. "Sie wollten einfach nur Böses tun."

Der Iran forderte die UN und die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, die Attacken zu verurteilen und Maßnahmen zu ergreifen. Die Sicherheit der Region und der Welt seien einer beispiellosen Bedrohung ausgesetzt, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums.

Auch Russland verurteilte das Vorgehen der USA und Israels. Es handele sich um einen Angriff auf einen "souverĂ€nen und unabhĂ€ngigen Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen", teilte das Außenministerium in Moskau mit.

Krisenstab in Berlin

Die Bundesregierung berĂ€t ĂŒber die neue Eskalation in Nahost. Im AuswĂ€rtigen Amt wurde der Krisenstab einberufen. Am Montag wollte Kanzler Friedrich Merz in die USA reisen und dort am Dienstag Trump treffen. Ob es dabei bleibt, war zunĂ€chst unklar.

EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die Entwicklung als "Ă€ußerst besorgniserregend". "Wir rufen alle Parteien auf zu grĂ¶ĂŸtmöglicher ZurĂŒckhaltung, Zivilisten zu schĂŒtzen und das Völkerrecht zu achten", schrieb sie auf X.

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