Alibaba Aktie: Gewinneinbruch trifft Wachstum
Veröffentlicht am: 20.03.2026 um 19:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Alibabas jĂŒngste Quartalszahlen sorgten heute in Hongkong fĂŒr rote Vorzeichen. Die Aktie verlor rund 6,7 Prozent â ein deutliches Signal, dass der Markt die Ergebnisse nicht goutiert. Dabei erzĂ€hlen die Zahlen zwei sehr unterschiedliche Geschichten.
Investitionsoffensive auf Kosten des Ergebnisses
Der Umsatz kletterte im dritten GeschĂ€ftsquartal auf 284,8 Milliarden RMB, ein Plus von 1,7 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum. Klingt solide, blieb aber rund 2 Prozent hinter den Analystenerwartungen zurĂŒck. Deutlich schmerzhafter trifft es das operative Ergebnis: Das bereinigte EBITA brach um 57 Prozent auf 23,4 Milliarden RMB ein. Der Nettogewinn schrumpfte sogar um 67 Prozent.
Verantwortlich dafĂŒr sind vor allem die massiven Ausgaben im Bereich Quick Commerce, also der schnellen Lieferlogistik, sowie hohe Technologieinvestitionen. Das Segment wuchs zwar um 56 Prozent, hĂ€uft aber derzeit operative Verluste von rund 20 Milliarden RMB an. ProfitabilitĂ€t ist hier frĂŒhestens fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2029 angepeilt â bis dahin dĂŒrfte der Gegenwind beim Ergebnis anhalten.
Cloud bleibt das Zugpferd
Wer die Quartalszahlen nur auf den Gewinneinbruch reduziert, ĂŒbersieht das eigentlich Entscheidende. Die Cloud-Sparte legte beim Umsatz um 36 Prozent zu und ĂŒbertraf damit die Prognosen klar. KI-bezogene Produkte verzeichneten das zehnte Quartal in Folge dreistelliges Wachstum. Das Management strebt innerhalb von fĂŒnf Jahren einen externen Cloud-Umsatz von 100 Milliarden Dollar an â was einer jĂ€hrlichen Wachstumsrate von ĂŒber 40 Prozent entsprĂ€che.
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Kein Wunder also, dass Analysten trotz gesenkter Kursziele â im Schnitt um 5 Prozent reduziert â grundsĂ€tzlich optimistisch bleiben. Der Bloomberg-Konsens sieht das Kursziel auf Zwölfmonatssicht bei 188 HKD, rund 52 Prozent ĂŒber dem aktuellen Niveau. Dabei entfĂ€llt der gröĂte Teil des errechneten fairen Wertes mit 43 Prozent auf das Cloud-GeschĂ€ft, 38 Prozent auf den chinesischen E-Commerce.
Der Kurs steht und fĂ€llt also mit der Cloud-Sparte. Und die hat zuletzt geliefert. Wie schnell der Markt das wieder einpreist, bleibt eine offene Frage â doch der heutige Abverkauf wirkt angesichts der strukturellen StĂ€rken im Kernsegment ĂŒbertrieben.
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