Alligator Bioscience Aktie: Radikaler Kurswechsel
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 09:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Alligator Bioscience stoppt die eigenständige Entwicklung von Mitazalimab und konzentriert sich künftig auf Lizenzeinnahmen aus einem chinesischen Krebsmedikament. Finanziert werden soll die Neuausrichtung über eine Kapitalerhöhung.
Der Rückzug von Mitazalimab
Mitazalimab, ein CD40-Antikörper, wurde in der OPTIMIZE-1-Studie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs getestet und lieferte nach Unternehmensangaben positive Daten. Alligator Bioscience sieht sich nicht in der Lage, das Programm eigenständig bis zur Phase 3 zu finanzieren. Als Grund nennt das Management den schnellen Wandel in der Behandlungslandschaft von Bauchspeicheldrüsenkrebs, insbesondere durch neue Daten zu sogenannten RAS(ON)-Inhibitoren.
Die Organisation soll auf ein Minimum reduziert werden, das für die Betreuung des verbleibenden Programms nötig ist. Verhandlungen mit den zuständigen Gewerkschaften beginnen unmittelbar. Mitazalimab soll parallel weiter für extern finanzierte Studien bereitgestellt werden, darunter eine laufende Phase-2/3-Studie bei Gallengangskrebs. Das Unternehmen will den Wirkstoff im Laufe des Jahres 2026 auslizenzieren oder verkaufen.
HLX22 als neuer Anker
Im Zentrum der neuen Strategie steht HLX22, ein Anti-HER2-Antikörper, der aus einer Kooperation mit AbClon stammt und von Shanghai Henlius Biotech entwickelt wird. Alligator Bioscience ist über eine Sublizenz an 35 Prozent der AbClon-Erlöse aus dieser Partnerschaft beteiligt — ohne selbst Entwicklungskosten zu tragen. Das entspricht einer effektiven Royalty von etwa 1,5 bis 2 Prozent auf künftige HLX22-Nettoumsätze, die das Unternehmen bei Spitzenumsatz auf 150 bis 450 Millionen Kronen jährlich schätzt.
HLX22 befindet sich in einer globalen Phase-3-Studie bei HER2-positivem Magen- und Speiseröhrenkrebs, mit Patienten in den USA, Europa, China, Japan, Korea, Lateinamerika und Australien. Topline-Daten werden für die zweite Hälfte 2027 erwartet, ein möglicher Marktstart für 2029, erste Lizenzeinnahmen ab etwa 2030.
Kapitalerhöhung mit hoher Verwässerung
Um die Übergangsphase zu überbrücken, hat der Vorstand eine Bezugsrechtsemission von rund 125,6 Millionen Kronen beschlossen. Der Zeichnungspreis liegt bei 0,04 Kronen je Unit beziehungsweise 0,02 Kronen je Aktie. Zeichnungs- und Garantieverpflichtungen decken bislang etwa 47 Prozent des Volumens ab.
Wird die Emission vollständig gezeichnet, wächst die Aktienzahl von derzeit rund 628 Millionen auf etwa 6,9 Milliarden Stück — eine Verwässerung von rund 90,9 Prozent für nicht teilnehmende Aktionäre. Werden zusätzlich die beigefügten Optionsscheine TO 15 und TO 16 vollständig ausgeübt, steigt der Verwässerungseffekt auf bis zu 95,2 Prozent. Zur Überbrückung bis zum Abschluss der Emission hat das Unternehmen zudem Brückenkredite über 19 Millionen Kronen aufgenommen und die bestehende Finanzierung mit Fenja Capital neu verhandelt.
Über die Kapitalerhöhung entscheidet eine außerordentliche Hauptversammlung am 26. August 2026 in Lund. Fällt das Votum positiv aus, startet die Zeichnungsfrist am 4. September und läuft bis zum 18. September 2026, das Ergebnis der Emission soll um den 22. September 2026 vorliegen.
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