Almonty Aktie: 21-Jahre-Deal mit Plansee
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 13:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fast 40 Prozent unter dem Hoch – und trotzdem sehe ich bei Almonty Industries kein Alarmsignal, sondern eine Verschnaufpause nach einem außergewöhnlichen Lauf. Die Aktie des Wolfram-Förderers ist von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 33,35 CAD auf 19,91 CAD zurückgefallen. Wer aber nur auf den Rückgang der letzten 30 Tage schaut – minus 14,88 Prozent –, übersieht das größere Bild: Auf Jahressicht steht die Aktie immer noch mit 229,64 Prozent im Plus.
Genau diese Diskrepanz macht den aktuellen Fall interessant. Kurzfristige Nervosität trifft auf einen fundamentalen Rahmen, der sich in den vergangenen Wochen eher verbessert als verschlechtert hat.
Der Plansee-Anker: Planungssicherheit für zwei Jahrzehnte
Der stärkste Beleg für die Stabilität des Unternehmens liegt nicht im Chart, sondern im Vertragswerk. Almonty hat die Abnahmevereinbarung mit der Plansee Group verlängert – um sechs Jahre, auf jetzt 21 Jahre Gesamtlaufzeit. Der Deal betrifft Wolfram aus der Sangdong-Mine in Südkorea und deckt 90 Prozent der Produktion ab.
Für ein Unternehmen dieser Größe ist das ungewöhnlich. Cashflow-Sicherheit über zwei Jahrzehnte ist im Junior-Mining-Sektor die Ausnahme, nicht die Regel.
Der geopolitische Kontext verleiht dem Deal zusätzliches Gewicht. Seit China im Februar 2025 Exportbeschränkungen für Wolfram verhängt hat, sind die Preise Berichten zufolge um mehr als das Siebenfache gestiegen. Almonty sichert sich mit dem verlängerten Vertrag einen Absatzweg, der weitgehend unabhängig von der chinesisch dominierten Lieferkette funktioniert. Das ist keine Randnotiz, das ist der Kern der Investmentstory.
Vom Entwickler zum Produzenten
Im Juli 2026 hat Almonty die Verarbeitung in Sangdong gestartet. Damit vollzieht das Unternehmen den entscheidenden Schritt vom Projektentwickler zum tatsächlichen Produzenten. Rund 139.700 Tonnen Erz wurden bereits verarbeitet, mit einem geschätzten Bruttowert von etwa 68 Millionen US-Dollar.
Parallel dazu räumt das Management die Konzernstruktur auf. Die Notierung an der ASX endet zum 1. September 2026, jene an der TSX bereits zum 31. Juli 2026. Künftig bündelt Almonty die Liquidität an der Nasdaq und in Frankfurt. Solche Börsenwechsel sorgen kurzfristig oft für Unruhe, weil Aktionäre ihre Positionen neu ordnen müssen – langfristig spricht die Konzentration aber für geringere Verwaltungskosten und mehr Fokus.
Charttechnik: Der Boden hält bislang
Rein technisch befindet sich Almonty in einer scharfen Korrektur. Der aktuelle Kurs von 19,91 CAD liegt nur noch 4,15 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 19,12 CAD – ein wichtiges langfristiges Unterstützungsniveau. Der RSI von 42,0 deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck allmählich nachlässt.
Vom 50-Tage-Durchschnitt ist die Aktie dagegen noch 16,92 Prozent entfernt. Das zeigt: Die kurzfristige Dynamik bleibt angeschlagen, auch wenn die langfristige Basis intakt wirkt.
Mit einer annualisierten Volatilität von 80,97 Prozent ist Almonty nichts für schwache Nerven. Bei einer Marktkapitalisierung von 3,74 Milliarden Euro bewegt sich das Unternehmen zudem in einer Gewichtsklasse, in der einzelne Nachrichten den Kurs schnell in Bewegung setzen können.
Mein Fazit: Wer die jüngste Korrektur isoliert betrachtet, sieht eine Aktie unter Druck. Wer sie im Kontext des 21-Jahre-Abnahmevertrags, der siebenfach gestiegenen Wolframpreise und des Produktionsstarts in Sangdong einordnet, sieht eher eine Rückkehr zu technischen Durchschnittswerten als eine Infragestellung der eigentlichen Investmentthese. Die fundamentale Basis wirkt für mich solider, als es der Kursverlauf der letzten Wochen vermuten lässt.
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