Almonty Aktie: TSX-Delisting am 31. Juli
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 13:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Drei Handelstage noch, dann ist Schluss. Almonty Industries verlässt die Toronto Stock Exchange und bündelt seinen Aktienhandel künftig auf Nasdaq und Frankfurt. Der Rückzug ist Teil einer Strategie, die das Unternehmen selbst "Liquidity Pivot" nennt.
Delisting als Kostenfrage
Zum Handelsschluss am Freitag, den 31. Juli 2026, streicht Almonty seine Aktien von der TSX. Das Management hatte den Schritt bereits Anfang Juli angekündigt. Der Hintergrund: Mehrere internationale Notierungen parallel zu pflegen, kostet Geld und Verwaltungsaufwand.
Der Rückzug geht über den Sommer weiter. Am 23. Juli erhielt Almonty die formelle Zustimmung der australischen Börse ASX zur Streichung aus dem offiziellen Kurszettel. Der Handel mit den dortigen CHESS Depositary Interests soll am 28. August ruhen, das endgültige Delisting folgt zum 1. September. Als Grund nennt das Management die geringen Handelsvolumina in Sydney – die dortigen Anteile machten nur 0,80 Prozent aller ausgegebenen Aktien aus.
Kurs kämpft mit dem 200-Tage-Schnitt
Während der Rückzug von den Nebenbörsen organisatorisch reibungslos läuft, zeigt der Aktienkurs deutliche Schwäche. Am Montag schloss das Papier bei 18,80 kanadischen Dollar, nahezu unverändert zum Vortag. Damit notiert die Aktie knapp unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 19,19 CAD.
In den vergangenen 30 Tagen hat der Kurs fast 18 Prozent verloren. Ausgelöst hat den Rückgang der offizielle Produktionsstart der Sangdong-Mine – eine klassische "Sell-the-News"-Reaktion. Anleger hatten die gute Nachricht offenbar schon eingepreist und nahmen nach der Bestätigung Gewinne mit.
Der 14-Tage-RSI liegt bei 38,8 und nähert sich damit überverkauftem Terrain. Trotz des Rücksetzers bleibt die Jahresbilanz beeindruckend: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 55,76 Prozent zu Buche.
Sangdong läuft an, Investoren bauen Position aus
Operativ nimmt Almonty Fahrt auf. Die Sangdong-Mine in Südkorea, eine der größten Wolfram-Lagerstätten weltweit, hat am 1. Juli mit der Verarbeitung begonnen. Aktuell verarbeitet die Anlage einen Vorrat von rund 139.700 Tonnen Erz.
Abgesichert wird die Produktion durch einen 21-jährigen Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders, einer Tochter der Plansee Group. Diese Vereinbarung wurde am 24. Juli erweitert und verlängert – ein Signal, das langfristige Lieferketten für Europa und die USA sichern soll.
Auch institutionelle Investoren zeigten zuletzt Interesse. Nach SEC-Meldungen vom 28. Juli hat Encompass Capital Advisors seine Beteiligung im ersten Quartal 2026 spürbar aufgestockt. Der Fonds kaufte 1.392.806 zusätzliche Aktien und hält nun 4.300.839 Anteile, das entspricht etwa 1,52 Prozent des Unternehmens zum Ende jenes Quartals.
Für Almonty verläuft damit die operative Entwicklung parallel zur Börsenstrategie: Auf der einen Seite die Konzentration des Handels auf zwei große Plätze, auf der anderen Seite der Übergang von der Bauphase zur echten Produktion in Sangdong. Ob sich der Kursrücksetzer der letzten Wochen als Verschnaufpause oder als Trendwende erweist, hängt nun maßgeblich davon ab, wie sich die Produktionszahlen aus Südkorea in den kommenden Monaten entwickeln.
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