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Alstom Aktie: 750-Millionen-Auftrag für Haifa-Nazareth

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 21:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Alstom sichert sich 750-Millionen-Euro-Anteil am NofiT-Projekt und treibt mit Graphen-Partnerschaft die Klimatisierung voran.

Alstom: Finanzierung für Stadtbahnprojekt Haifa-Nazareth gesichert
Moderner Stadtbahnzug in einer mediterranen städtischen Umgebung als Symbol für Infrastrukturprojekte. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der französische Bahntechnikkonzern Alstom hat heute gemeinsam mit seinen Konsortialpartnern den finanziellen Abschluss für das Stadtbahnprojekt Haifa-Nazareth erreicht. Das unter dem Namen „NofiT“ bekannte Vorhaben umfasst ein Gesamtvolumen von rund 2 Milliarden Euro. Auf Alstom entfällt dabei ein Anteil von etwa 750 Millionen Euro. Der Auftrag soll bereits im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 fest in den Büchern des Unternehmens verbucht werden.

Finanzierung für Großprojekt Haifa-Nazareth steht

Nachdem das Projekt bereits im Mai 2024 vergeben wurde, ist mit der nun erfolgten Unterzeichnung der Finanzierungsverträge der Weg für die Realisierung frei. Das Konsortium, dem neben Alstom auch die Unternehmen Electra Ltd. und Minrav Ltd. angehören, sicherte sich die Unterstützung eines Bankenkonsortiums unter der Führung der Bank Leumi. Die Vereinbarung umfasst Medienberichten zufolge Kredite in Höhe von 4,6 Milliarden NIS für die Bauphase sowie weitere 5 Milliarden NIS für den späteren Betrieb der Strecke.

Die geplante Stadtbahnlinie wird sich über eine Länge von 41 Kilometern erstrecken und insgesamt 20 Stationen bedienen. Das Projekt verbindet die Hafenstadt Haifa mit Nazareth und ist auf eine Kapazität von etwa 100.000 Fahrgästen pro Tag ausgelegt. Alstom übernimmt dabei die Verantwortung für das Design, das Engineering sowie die Lieferung und Integration der Züge. Auch die Testphasen, die Inbetriebnahme und die langfristige Wartung der Systeme liegen im Aufgabenbereich der Franzosen. Technisch ist die Strecke für eine Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h ausgelegt, wobei in Spitzenzeiten ein Takt von maximal vier Minuten mit insgesamt 30 Zügen vorgesehen ist.

Neue Kooperation bei Klimasystemen

Parallel zu den Fortschritten in Israel treibt Alstom technologische Innovationen voran. Das Unternehmen unterzeichnete heute eine Absichtserklärung (MoU) mit der Graphene Manufacturing Group. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung und Erprobung von Produkten auf Graphen-Basis, die speziell in Heizungs-, Lüftungs- und Klimasystemen (HLK) von Schienenfahrzeugen zum Einsatz kommen sollen. Durch diese Kooperation könnten künftig effizientere und leistungsfähigere Systeme in die Fahrzeugflotten integriert werden.

Diese strategische Partnerschaft unterstreicht das Bestreben des Konzerns, die Energieeffizienz seiner Produkte weiter zu steigern. Die Entwicklung neuer Klimatisierungslösungen gilt in der Bahnindustrie als wesentlicher Faktor, um sowohl den operativen Energiebedarf als auch die Wartungskosten für Flottenbetreiber zu senken.

Marktposition und Analystenausblick

An der Börse reagierte die Alstom-Aktie heute mit einem leichten Kursplus von 0,37 % und notiert bei 16,39 €. Trotz der positiven Nachrichten aus Israel bleibt das Papier im längerfristigen Vergleich unter Druck. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert ein Minus von 34,52 %. Dennoch zeigt die aktuelle Notierung eine erste Stabilisierung, da sie mit 9,63 % deutlich über dem 52-Wochen-Tief von 14,95 € liegt.

Analysten bewerten die Lage des Unternehmens derzeit unterschiedlich. Während einige Experten das Kursziel bei 19,00 € ansetzen und das Rating vorerst auf „Hold“ belassen, liegt der breitere Konsensus für das Kursziel mit 21,89 € spürbar über dem aktuellen Niveau. Der Auftragseingang aus dem israelischen Großprojekt könnte hierbei als wichtiger Impuls für das zweite Geschäftsquartal dienen, um das Vertrauen der Anleger in die langfristige Auftragsentwicklung zurückzugewinnen. Ein wesentlicher Fokus der Marktbeobachter bleibt dabei die operative Marge, nachdem das Unternehmen zuletzt ein Umsatzplus von 5 % für das erste Quartal gemeldet und seine Jahresprognose bestätigt hatte.

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