Altersvorsorgedepot löst Riester-Rente ab
28.03.2026 - 00:00:35 | boerse-global.deDer Bundestag hat die private Altersvorsorge revolutioniert. Mit dem neuen Altersvorsorgedepot wird das gescheiterte Riester-System abgelöst. Ab 2027 setzt der Staat auf mehr Rendite durch Aktien und einfachere Förderung.
Das Ende der Garantie-Ära
Der Kern der Reform ist ein radikaler Abschied. Die starren 100-Prozent-Kapitalgarantien der Riester-Produkte sind Geschichte. Sie hatten Anbieter jahrzehntelang in niedrigverzinsliche Anlagen gezwungen. Die Folge: Nach Kosten und Inflation blieb für viele Sparer kaum etwas übrig.
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Das neue Altersvorsorgedepot erlaubt nun Investitionen in zugelassene ETFs, Fonds und Aktien. Sicherheitsorientierte Varianten mit 80- oder 100-Prozent-Garantie wird es weiter geben. Doch für junge Sparer, die auf Wachstum setzen, soll das depot ohne Garantie zur ersten Wahl werden. Banken, Versicherer und Neobroker werden die Konten anbieten – der Wettbewerb soll die Kosten drücken.
Das Standarddepot als kostengünstige Basis
Für alle, die sich nicht mit Finanzprodukten beschäftigen wollen, führt das Gesetz ein Standarddepot ein. Es dient als Benchmark für die gesamte Branche. In letzter Minute setzte der Finanzausschuss eine harte Kostenobergrenze durch: Nur 1,0 Prozent Verwaltungsgebühren pro Jahr sind erlaubt – statt der ursprünglich geplanten 1,5 Prozent.
Besonders bemerkenswert: Der Staat wird selbst ein kostengünstiges Standardprodukt anbieten. Diese öffentliche Alternative soll privaten Anbietern Konkurrenz machen und jedem Bürger Zugang zu einer soliden Vorsorge garantieren. Das Depot folgt einem Lebenszyklus-Modell: Je näher der Ruhestand rückt, desto konservativer wird das Geld angelegt. Wer will, kann jederzeit individuellere Wege gehen.
Mehr Geld vom Staat, auch für Selbstständige
Das komplizierte Riester-Fördersystem wird durch eine klare Regelung ersetzt. Ab 2027 gibt der Staat 50 Cent Zuschuss für jeden selbst eingezahlten Euro, bis zu einem Beitrag von 360 Euro jährlich. Für Beiträge darüber hinaus sinkt der Zuschuss auf 25 Cent pro Euro, maximal bis zu einer Gesamteinzahlung von 1.800 Euro.
Die maximale Grundförderung liegt damit bei 540 Euro pro Jahr – ein deutlicher Sprung gegenüber den bisherigen 175 Euro. Der Kinderzuschlag beträgt 300 Euro pro Kind. Neu ist: Familien erhalten die volle Förderung schon ab einem monatlichen Sparbeitrag von nur 25 Euro.
Ein historischer Schritt ist die Einbeziehung Selbstständiger. Bisher waren sie von den staatlichen Zuschüssen weitgehend ausgeschlossen. Diese Hürde fällt nun. Die Regierung rechnet mit zusätzlichen Kosten von 370 Millionen Euro jährlich durch die Öffnung.
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Steuervorteile und Vorsorge ab dem Kindergarten
Neben den direkten Zuschüssen locken steuerliche Vorteile. Während der Ansparphase bleiben Ertrge und Dividenden im Depot steuerfrei. Auch die Vorabpauschale entfällt für jährliche Einzahlungen bis 6.840 Euro. So kann der Zinseszinseffekt über Jahrzehnte voll wirken.
Visionär ist die neue „Frühstartrente“. Für jedes in Deutschland lebende Kind zahlt der Staat vom 6. bis zum 18. Lebensjahr monatlich 10 Euro in ein Depot ein. Das schafft über 60 Jahre ein kleines, aber wachstumsstarkes Grundpolster für die Rente der nächsten Generation.
In der Auszahlphase gibt es mehr Flexibilität. Rentner können wählen zwischen einer lebenslangen Rente und einem planmäßigen Entnahmeverfahren bis mindestens zum 85. Lebensjahr. Letzteres könnte für viele zu höheren monatlichen Auszahlungen führen, da teure Versicherungsprodukte umgangen werden.
Der Weg in die Praxis
Nach dem Bundestagsbeschluss ist der Bundesrat am Zug. Seine Zustimmung gilt als Formsache, da CDU/CSU und SPD die Reform gemeinsam tragen. Die Finanzaufsicht BaFin und das Bundeszentralamt für Steuern müssen bis Ende 2026 die finalen Zertifizierungsregeln für die neuen Produkte festlegen.
Für die Millionen bestehender Riester-Verträge gilt Bestandsschutz. Sie werden weiter nach alten Regeln gefördert. Sparer können ihr Kapital aber auch straffrei in das neue Depot übertragen. Bisher erhaltene Zulagen müssen nicht zurückgezahlt werden.
Wird die Reform ein Erfolg? Das hängt maßgeblich vom Vertrauen der Bürger und davon ab, ob die Finanzbranche wirklich kostengünstige Produkte liefert. Gelingt der breite Zugang, könnte das Altersvorsorgedepot zu einer echten Wende im Kampf gegen Altersarmut werden.
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