Altruist, NatWest

Altruist und NatWest revolutionieren das Vermögensmanagement

11.02.2026 - 11:23:12

Fintechs automatisieren Steuerplanung mit KI, während Großbanken wie NatWest mit Milliardenübernahmen den digitalen Privatkundenmarkt erobern. Die Branche ringt um das richtige Verhältnis von Technologie und menschlicher Beratung.

Die Vermögensverwaltung erlebt einen Umbruch: Künstliche Intelligenz automatisiert Steuerstrategien, während Großbanken mit Milliarden-Deals den digitalen Privatkundenmarkt erobern.

KI-Steuertools lösen Börsenturbulenzen aus

Die größte Aufregung dieser Woche löste die Integration von künstlicher Intelligenz in die Steuerplanung aus – ein Bereich, der bisher menschlichen Experten vorbehalten war. Am Dienstag, dem 10. Februar, brachte der Fintech-Innovator Altruist eine neue KI-Funktion für Steuerstrategien auf seiner Plattform Hazel auf den Markt. Das Tool hilft Finanzberatern, maßgeschneiderte Steuerpläne zu erstellen und automatisiert Gehaltsabrechnungen oder Kontoumsätze.

Die Reaktion der Börse war unmittelbar und deutlich. Berichten von WealthManagement.com zufolge gerieten Aktien von Vermögensverwaltern am Dienstag unter Verkaufsdruck. Anleger fürchten, dass automatisierte Beratung traditionelle Geschäftsmodelle untergraben könnte. Eine ähnliche Nervosität hatte es bereits zu Wochenbeginn bei Versicherungsbrokern gegeben.

Anzeige

Passend zum Thema KI‑Regulierung – nach dem schnellen Vorstoß von Altruist stehen viele Anbieter und Vermögensverwalter unter Druck. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt, welche Pflichten jetzt gelten, wie KI‑Systeme richtig zu klassifizieren sind und welche Dokumentation Aufsichtsbehörden verlangen. Ideal für FinTechs, Vermögensverwalter und Compliance‑Teams, die ihre KI‑Tools rechtssicher einsetzen wollen. Jetzt kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden herunterladen

Doch Branchenführer setzen weiter auf das Hybrid-Modell. Jed Finn, Leiter des Vermögensmanagements bei Morgan Stanley, betonte am 10. Februar die anhaltende Bedeutung der Berater-Kunden-Beziehung. Seine Botschaft: KI mag technische Komplexität übernehmen, doch menschliche Beratung und strategische Begleitung bleiben unersetzlich.

NatWest kauft sich für 3,2 Milliarden Euro in den Markt

Parallel zum KI-Trend zeigt ein Mega-Deal, wie etablierte Banken den digitalen Wandel vorantreiben. Am Montag, dem 9. Februar, gab die NatWest Group die Übernahme des britischen Vermögensverwalters Evelyn Partners für rund 3,2 Milliarden Euro bekannt.

Mit diesem strategischen Kauf will die Bank ihr Privatkundengeschäft ausbauen und vermögenden Privatkunden vereinfachte, technikgestützte Anlagelösungen bieten. Die Integration von Evelyn Partners etablierter Beratungskompetenz mit der eigenen Digital-Infrastruktur soll NatWest im Wettbewerb mit aufstrebenden „Wealthtech“-Firmen stärken. Analysten sehen darin den Versuch, eine vollumfängliche Dienstleistungspalette anzubieten – von digitaler Portfolioverwaltung bis hin zu komplexer Nachfolgeplanung.

Private Märkte werden für junge Vermögende geöffnet

Ein dritter Trend zielt auf die Demokratisierung von Privatinvestments. Die London Stock Exchange Group (LSEG) gab am 10. Februar eine Partnerschaft mit Apex Group bekannt, um den Vertrieb von Privatfonds zu digitalisieren. Ziel ist es, den Zugang zu Asset-Klassen wie Private Equity oder Private Credit für Privatanleger zu vereinfachen.

Dies passt zu einem breiteren Trend, den ein Bericht von IBS Intelligence am 9. Februar identifizierte: die gezielte Ansprache der „HENRY“-Generation (High Earner, Not Rich Yet). Diese digitalaffinen, gut verdienenden Anleger fordern direkten Zugang zu privaten Märkten, leistungsabhängige Gebühren und flexible Portfoliostrategien. Die LSEG-Apex-Kooperation schafft die technische Infrastruktur, um institutionelle Systeme für diese Zielgruppe nutzbar zu machen.

Branchenanalyse: Der Kampf zwischen Automatisierung und Beratung

Die Ereignisse der Woche zeigen den grundlegenden Zwiespalt der Branche. Einerseits automatisieren Tech-Firmen wie Altruist komplexe Aufgaben und erhöhen so die Effizienz – was traditionelle Beratungsgebühren unter Druck setzen könnte. Andererseits setzen etablierte Player wie Morgan Stanley weiter auf Technologie als Unterstützung, nicht als Ersatz für menschliche Expertise.

Die Börsendaten der letzten drei Tage spiegeln diese Unsicherheit wider. Während softwarefokussierte ETFs schwankten, zeigten sich Segmente wie Private-Equity-Manager widerstandsfähig. Das deutet darauf hin: Anleger schätzen nach wie vor den Wert komplexer Vermögenswerte, die anspruchsvolle Betreuung erfordern.

Ausblick: Regulierung wird zur Schlüsselfrage

Für das erste Quartal 2026 zeichnet sich eine beschleunigte Integration von „agentischer KI“ ab – Systemen, die Aufgaben eigenständig ausführen können. Nach Altruists Vorstoß dürften Wettbewerber unter Zug geraten, ähnliche Tools anzubieten. Das könnte automatisierte Steuerplanung schnell zum Standard machen.

Gleichzeitig wird der regulatorische Druck zunehmen. Die Digitalisierung des Vertriebs privater Fonds bringt komplexe Compliance-Herausforderungen mit sich. Aufsichtsbehörden wie die britische FCA oder die US-amerikanische SEC werden genau prüfen, ob vereinfachte digitale Tools Privatanleger nicht unbeabsichtigt Risiken aussetzen, die sie nicht verstehen. Die „Gamification“ des Zugangs zu privaten Märkten wird in den kommenden Monaten stärker ins Visier der Regulierer geraten.

Anzeige

PS: Die EU‑KI‑Verordnung betrifft jetzt nicht nur Tech‑Konzerne, sondern auch Vermögensverwalter und WealthTechs, die automatisierte Steuer- oder Anlageentscheidungen treffen. Unser kompaktes E‑Book fasst Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und Übergangsfristen praxisnah zusammen und liefert eine Checkliste für die Compliance‑Praxis. Gratis-Download für Entscheider, die ihre KI‑Strategie rechtssicher gestalten wollen. Kostenlosen Leitfaden zur KI‑Verordnung anfordern

@ boerse-global.de

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.