Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt: Dax weitet Verluste aus und fÀllt auf Niveau von September

07.11.2025 - 12:39:50

Am Ende einer ereignisreichen Woche ist der Dax DE0008469008 nach anfÀnglich moderaten Gewinnen ins Minus gerutscht.

Der deutsche Leitindex fiel bis zum Freitagmittag um 0,86 Prozent auf 23.531 Punkte und weitete damit seine Vortagesverluste etwas aus. Aktuell bewegt sich das Börsenbarometer auf dem Niveau von Ende September. Auf Wochensicht deutet sich damit ein Minus von 1,8 Prozent an.

Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Börsenkonzerne verlor am Freitag zuletzt 0,32 Prozent auf 28.867 Punkte, nachdem er am Vormittag in der Spitze um bis zu 0,9 Prozent gestiegen war. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 fiel um 0,8 Prozent.

Die Woche war geprĂ€gt von der Berichtssaison. Inzwischen haben laut der US-Investmentbank JPMorgan in Europa und den USA gut Dreiviertel aller Unternehmen GeschĂ€ftszahlen vorgelegt. Dabei habe das Ergebniswachstum in den USA im Schnitt bei 15 Prozent gelegen und in Europa bei etwa ein Prozent. Letzteres habe aber sogar noch positiv ĂŒberrascht, schrieb Marktstratege Mislav Matejka. Auch der leichte UmsatzrĂŒckgang sei weniger deutlich als gedacht.

Die wichtigsten US-Indizes hatten Ende Oktober noch einmal Rekordhochs erreicht und korrigieren bisher im November. Am Aktienmarkt machen sich derzeit Sorgen mit Blick auf die hohen Bewertungen an den Börsen breit, nachdem nicht zuletzt das Trendthema KĂŒnstliche Intelligenz (KI) die Kurse immer weiter angetrieben hatte.

"Anleger sind zum Wochenschluss ziemlich nervös", schrieb Kapitalmarktstratege JĂŒrgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets. "Dass die teilweise astronomischen Bewertungen auch mal korrigiert werden mĂŒssen, ist sicherlich keine Frage des Ob, sondern nur des Wann."

Am Dax-Ende sackten Scout24 DE000A12DM80 um 5,3 Prozent ab. Die Papiere des Immobilienportals gerieten damit ins schwere Fahrwasser des Branchenkonkurrenten Rightmove GB00B2987V85, deren Aktien nach Quartalszahlen zeitweise mehr als ein Viertel an Wert verloren hatten. Die Briten hatten PlĂ€ne zur Steigerung der Investitionen in KĂŒnstliche Intelligenz bekannt gegeben und zugleich gewarnt, dass es wahrscheinlich lĂ€nger dauern werde, die zuvor angegebenen Umsatzwachstumsziele zu erreichen.

Im MDax sorgte die Berichtssaison hiesiger Unternehmen fĂŒr Impulse. So blieb der Radar-Spezialist Hensoldt DE000HAG0005 in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres dank des RĂŒstungsbooms auf Wachstumskurs. Der Experte Christian Cohrs vom Analysehaus Warburg Research sieht bei dem Unternehmen gute Gewinnfortschritte sowie eine gute Cashflow-Entwicklung. Die Anteilsscheine gewannen an der Index-Spitze 3,7 Prozent.

Die Papiere von Krones DE0006335003 stiegen um 3,5 Prozent. Von Analysten erhielt der Hersteller von GetrĂ€nkeabfĂŒllanlagen Lob fĂŒr das dritte Quartal. Krones habe sich einem schwierigen Umfeld solide entwickelt, schrieb etwa Constantin Hesse von der Investmentbank Jefferies.

Als Schlusslicht im Nebenwerteindex SDax DE0009653386 sackten die Aktien von MLP DE0006569908 um 7,4 Prozent ab. Der Finanzdienstleister senkte seine Prognose fĂŒr das laufende Jahr. Das Unternehmen verwies auf verĂ€nderte Erwartungen an die Höhe der erfolgsabhĂ€ngigen VergĂŒtungen im Vermögensmanagement und an das ImmobilienentwicklungsgeschĂ€ft.

FĂŒr Salzgitter DE0006202005 ging es als bester Wert im Index um gut vier Prozent nach oben. Analyst Dominic O'Kane von JPMorgan sprach von einer "europĂ€ischen Renaissance" in der Stahlbranche. Er reagierte damit auf die neuen PlĂ€ne der EuropĂ€ischen Union zur Abschirmung des Sektors, womit die Importe 2026 um mehr als 40 Prozent gesenkt werden sollen.

@ dpa.de