Aktien New York: Anlegerflucht zum Wochenende - Banken-Zahlen belasten
12.04.2024 - 19:56:42EnttĂ€uschende Quartalszahlen und Ausblicke einiger GroĂbanken drĂŒckten HĂ€ndlern zufolge auf die Stimmung. Frische US-Konjunkturdaten fielen unterschiedlich aus. So stiegen die Preise von in die USA importierten GĂŒtern im MĂ€rz stĂ€rker als erwartet. Die Stimmung der US-Verbraucher - gemessen am Konsumklimaindex der UniversitĂ€t Michigan - trĂŒbte sich im April unerwartet deutlich ein.
Der Dow Jones Industrial US2605661048 fiel am Freitag auf den tiefsten Stand seit Ende Januar und notierte zuletzt 1,30 Prozent im Minus bei 37 957,71 Punkten. Damit deutet sich fĂŒr den US-Leitindex ein Wochenverlust von rund zweieinhalb Prozent an. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 fiel am Freitag um 1,49 Prozent auf 5121,72 ZĂ€hler. Der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 verlor 1,70 Prozent auf 17 997,27 Punkte.
Am Mittwoch hatte eine ĂŒberraschend hohe US-Inflation die Anleger zunĂ€chst vergrault, da damit die Erwartungen an eine Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed noch weiter nach hinten verschoben worden war. Am Donnerstag griffen Investoren dann aber zumindest bei Tech-Aktien schon wieder zu und die Standardwerte holten nach einem schwachen Start zum Handelsende hin zumindest wieder auf.
Experten verwiesen darauf, dass die Geldpolitik nun etwas in den Hintergrund rĂŒcke, da die Anleger auf die insgesamt guten US-Konjunkturdaten schauten. Diese zeigten, dass die Wirtschaft der Vereinigten Staaten bislang mit dem hohen Leitzins gut zurechtkomme. Deshalb setzten Investoren auf eine ordentliche Berichtssaison, hieĂ es.
Diese startete am Freitag traditionell mit ersten Resultaten einiger GeldhĂ€user. Der US-GroĂbank JPMorgan US46625H1005 bescherten geringere RĂŒckstellungen fĂŒr KreditausfĂ€lle im ersten Quartal ĂŒberraschend viel Gewinn, allerdings blieb das Nettozinsergebnis hinter der Erwartung zurĂŒck. Zudem rechnet das Finanzinstitut mit höheren Kosten in diesem Jahr als bisher. Die Aktien sackten nach ihrem jĂŒngsten Rekordhoch auf den tiefsten Stand seit Ende Februar ab und verloren als Schlusslicht im Dow zuletzt 6,0 Prozent.
Die Papiere von Citigroup US1729674242 fielen um 2,5 Prozent. Das Kreditinstitut verbuchte einen Gewinneinbruch im ersten Jahresviertel. Die Anteilscheine von Wells Fargo US9497461015 bĂŒĂten 0,5 Prozent ein. Bei der Bank ĂŒbertrafen die GesamtertrĂ€ge die MarktschĂ€tzungen, wobei der ZinsĂŒberschuss etwas schwĂ€cher als erwartet ausfiel. Die Titel von State Street US8574771031 gewannen nach Quartalszahlen des Finanzdienstleisters 0,6 Prozent.
Die Aktien der Chipkonzerne Intel US4581401001 und AMD US0079031078 verbuchten KursabschlÀge von 4,7 beziehungsweise 4,4 Prozent und gehörten zu den schwÀchsten Werten im Nasdaq-100-Index. Auslöser war ein Bericht des "Wall Street Journal", wonach chinesische Telekomkonzerne auf Geheià der Regierung in Peking mittelfristig keine Computerchips aus dem Ausland mehr nutzen sollen. Laut einem Branchenexperten ist das aber eher eine Erweiterung dessen, was im Grunde schon bekannt sei.
Auf den Papieren des Saatgut- und Agrarchemiekonzerns Corteva US22052L1044 lastete eine Abstufung durch JPMorgan von "Overweight" auf "Neutral". Laut den Analysten dauert der Lagerbestandsabbau bei Agrarchemikalien in SĂŒdamerika und Europa an, die Preise fielen weiter. Die Aktien verloren 4,0 Prozent.

