Börsen/Aktien, USA

Aktien New York: Positiver Ausklang turbulenter Woche

11.04.2025 - 19:59:35

Am Ende einer Handelswoche mit extremen Kursschwankungen haben die US-AktienmÀrkte am Freitag zugelegt.

Das Hin und Her der Zollpolitik von Donald Trump ist weiterhin das beherrschende Thema am Markt. Frische US-Inflations- und Konjunkturdaten zeigten nur wenig Einfluss auf die Notierungen. Derweil nimmt die Berichtssaison der Unternehmen langsam Fahrt auf. Den Auftakt machten an diesem Freitag traditionell einige Banken.

Der Dow Jones Industrial US2605661048 gewann zuletzt 1,7 Prozent auf 40.272 Punkte. Damit deutet sich fĂŒr den US-Leitindex ein Wochengewinn von gut 5 Prozent an. Der marktbreite S&P 500 US78378X1072 stieg am Freitag um 1,8 Prozent auf 5.363 ZĂ€hler. FĂŒr den von den großen Technologieaktien dominierten Nasdaq 100 US6311011026 ging es um 1,7 Prozent auf 18.663 Punkte nach oben, was ein Wochenplus von mehr als 7 Prozent signalisiert.

Die vom PrĂ€sidenten angekĂŒndigte Zollpause fĂŒr viele LĂ€nder hatte die AktienmĂ€rkte am Mittwoch zwar nach oben katapultiert. Dennoch bleiben die Anleger skeptisch, denn der Zollstreit zwischen China und den USA spitzt sich weiter zu. Die chinesische Regierung gab bekannt, dass die Gegenzölle auf US-Waren auf 125 Prozent steigen sollen. Donald Trump hatte zuvor einen Sonderzollsatz auf Importe aus China von 145 Prozent verkĂŒndet.

Angesichts steigender Inflationssorgen trĂŒbte sich die Stimmung der US-Verbraucher - gemessen an dem von der UniversitĂ€t Michigan erhobenen Konsumklimaindex - im April deutlich stĂ€rker als erwartet ein. Die Erzeugerpreise stiegen im MĂ€rz mit 2,7 Prozent weniger als erwartet (plus 3,3 Prozent). Auch die Kernrate ohne die schwankungsanfĂ€lligen Preise fĂŒr Energie und Lebensmittel lag unter den Prognosen. Die Erzeugerpreise beeinflussen die Verbraucherpreise, an denen die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik ausrichtet. Der Ausblick fĂŒr die weitere Preisentwicklung ist angesichts der aggressiven Zollpolitik der Vereinigten Staaten sehr unsicher.

Die Aktien von US-Halbleiterunternehmen mit ProduktionsstÀtten in den USA, wie Intel US4581401001, Texas Instruments US8825081040 und ON Semiconductor US6821891057 reagierten mit Verlusten zwischen 1,5 und 4,7 Prozent auf die chinesischen Gegenzölle. Dagegen stiegen die Papiere von Advanced Micro Devices (AMD) US0079031078 um 5,3 Prozent.

Grund fĂŒr die unterschiedliche Kursentwicklung war die AnkĂŒndigung Pekings, dass US-Chiphersteller, die ihre Produktion auslagern, nicht von Chinas Vergeltungszöllen betroffen sein werden. AMD hat die Chipproduktion an die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) TW0002330008 abgegeben und ist somit von den Zöllen befreit.

Bei JPMorgan US46625H1005 ließen die Marktturbulenzen die ErtrĂ€ge sprudeln. Die Großbank ĂŒbertraf die SchĂ€tzungen von Analysten. Allerdings wurde angesichts der sich eintrĂŒbenden wirtschaftlichen Prognosen die Risikovorsorge deutlicher erhöht als erwartet. Die Aktien von JPMorgan stiegen an der Dow-Spitze um 4,4 Prozent.

Auch Morgan Stanley US6174464486 hatte mit seinen HandelsertrĂ€gen im AktiengeschĂ€ft positiv ĂŒberrascht. Aber auch die Investmentbank legte fĂŒr KreditausfĂ€lle mehr als erwartet zurĂŒck. Die Aktien gewannen 1,6 Prozent.

Wells Fargo US9497461015 brockten die gesunkenen Zinsen sowie die ZurĂŒckhaltung der US-Verbraucher bei Anschaffungen auf Pump einen ErtragsrĂŒckgang ein. Unternehmenschef Charlie Scharf sprach zwar von insgesamt soliden Resultaten, warnte aber auch vor den Risiken durch die Handelspolitik der neuen US-Regierung. Die Papiere von Wells Fargo legten um 0,3 Prozent zu.

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