Aktien, Europa

Aktien Europa: NervositÀt wegen US-Zollunsicherheit legt sich rasch

23.02.2026 - 12:34:38 | dpa.de

Am europÀischen Aktienmarkt zeigen sich die Anleger am Montag nicht verÀngstigt von der wieder aufflammenden Zollunsicherheit.

Der EuroStoxx 50 EU0009658145 machte seine anfÀnglichen Verluste zuletzt mit 6.133 Punkten komplett wett. Der Indexstand bedeutete im Vergleich zum Freitag ein knappes Plus von 0,03 Prozent.

Außerhalb der Eurozone war das Bild Ă€hnlich: Der britische Leitindex FTSE 100 GB0001383545 schaffte es mit 10.693 ZĂ€hlern zuletzt auch knapp ins Plus, genauso wie der Schweizer SMI CH0009980894 mit seinem Stand von 13.873 Punkten.

Die erste NervositĂ€t der Anleger legte sich schnell, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA dem PrĂ€sidenten Donald Trump am Freitag die rechtliche Grundlage fĂŒr viele bisher verhĂ€ngte Zölle entzogen hatte. Trump reagiere prompt mit der AnkĂŒndigung neuer Zölle fĂŒr alle LĂ€nder. Schon in Asien hatten die geöffneten Börsen dies gut weggesteckt, wĂ€hrend die Futures an den US-Börsen bis zuletzt nachgaben. Ob sich Trumps Vorhaben auf bestehende Absprachen zur Zollobergrenze auf Importe aus der EU auswirken, bleibt offen.

Der EuroStoxx profitierte davon, dass es Gegengewichte gab zu den Kursverlusten bei Schwergewichten wie SAP DE0007164600 und ASML NL0010273215, die den schwĂ€cheren Vorgaben fĂŒr die US-Börse Nasdaq folgten. Auf der Gewinnerseite standen vor allem die Finanzwerte, die im Eurozonen-Leitindex stark vertreten sind.

Banken fĂŒhrten europaweit die Sektorwertung an, mitunter gestĂŒtzt auf die Titel der spanischen Santander ES0113900J37 und der niederlĂ€ndischen ABN Amro NL0011540547, die mit Anstiegen um etwa drei Prozent jeweils von positiven Analystenstimmen profitierten. Santander wurde von RBC mit dem Argument einer attraktiven Bewertung auf "Outperform" hochgestuft. ABN sprach die Bank of America aus Ă€hnlichen GrĂŒnden eine Kaufempfehlung aus.

Gut da stand auch der Energiesektor, der zuletzt wegen Italiens InterventionsplĂ€nen unter fallenden Strompreisen gelitten hatte. Enel IT0003128367 konnte diese Sorgen nun mildern. Das operative Gewinnziel fĂŒr 2026 ĂŒbertraf die Erwartungen. Die Italiener wollen zudem mehr Dividende zahlen und Aktien zurĂŒckkaufen. Enel stand mit 5,6 Prozent Plus an der EuroStoxx-Spitze.

Negative Schlagzeilen machte vor allem Novo Nordisk DK0062498333 mit einem Kurseinbruch um fast 16 Prozent. Der ehemals fĂŒr seine Abnehmmittel von Anlegern gefeierte Pharmakonzern muss bei der Entwicklung neuer Medikamente in diesem Bereich den nĂ€chsten RĂŒckschlag hinnehmen, indem das Mittel Cagrisema in einer Studie die Erwartungen nicht erfĂŒllen konnte. Die Aktien erreichten ihren niedrigsten Stand seit 2021.

Ein großer Verlierer kam mit Forvia FR0000121147 noch aus dem Autosektor. Die Titel des Zulieferers verloren 6,5 Prozent an Wert infolge der Resultate, die die Lichttechnik-Tochter Hella DE000A13SX22 vorgelegt hatte. Diese enttĂ€uschte den Markt nach Angaben des JPMorgan-Fachmanns Jose Asumendi mit ihrem vorlĂ€ufigen Margenziel. Der Scheinwerferhersteller selbst geht 2026 von schwierigen Marktbedingungen aus.

In London sorgte außerdem noch Johnson Matthey GB00BZ4BQC70 fĂŒr EnttĂ€uschung. Der Kurs des britischen Mischkonzerns brach um 16 Prozent ein wegen der Neuigkeit, dass man sich beim Verkauf des GeschĂ€ftsbereichs Catalyst Technologies an den US-Konzern Honeywell US4385161066 nur auf einen Unternehmenswert von gut 1,3 Milliarden britische Pfund einigen konnte - deutlich weniger als die noch im Mai 2025 vereinbarten 1,8 Milliarden.

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