Dax lÀsst deutlich nach - Nahost-Konflikt belastet Aktienmarkt
10.06.2026 - 17:43:47 | dts-nachrichtenagentur.dePrĂ€gend waren am Mittwoch die US-Inflationsdaten. "Die BefĂŒrchtungen einer stĂ€rker steigenden Inflation in den USA waren groĂ und die MĂ€rkte im Vorfeld in Alarmbereitschaft - dann aber hieĂ es erst einmal Entwarnung: Die am Nachmittag veröffentlichten Verbraucherpreise lagen mit einem monatlichen Anstieg von 0,2 Prozent am unteren Ende der Erwartungen", kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. "Damit beschleunigt sich der Anstieg auf Jahressicht mit 4,3 Prozent zunĂ€chst nicht weiter."
Seit geraumer Zeit warteten die Investoren auf Indikationen zur Preisentwicklung in den USA. "Denn Parallelen zur Teuerung in den 1970er Jahren können nicht geleugnet werden, weswegen das Sentiment an der Börse zunehmend nervöser wird. Damals kam es nach dem Ălpreisschock zu erheblichen Preissteigerungen in zwei Wellen, die die US-Notenbank auf den Plan riefen und am Aktienmarkt zu gröĂeren Korrekturen fĂŒhrten", so Lipkow.
Die Situation im Nahen Osten bleibe fragil und belaste weiter die Stimmung der Investoren, so Lipkow. "Es ist derzeit vollkommen unklar, wann es zu einem Abkommen zwischen den USA und dem Iran kommen wird, um erneut und dann zur Abwechslung vielleicht mal einen nachhaltigen Waffenstillstand zu erreichen. Hauptbelastungsfaktoren fĂŒr den Aktienmarkt bleiben entsprechend die hohen Energiepreise und die daraus resultierenden Inflationsgefahren."
Solange es keine handfeste Lösung des Konflikts im Nahen Osten gebe, dĂŒrften die AktivitĂ€ten an den europĂ€ischen HandelsplĂ€tzen von jeder Menge Unsicherheit begleitet bleiben, erklĂ€rte der Analyst. "Wobei heute zu beobachten war, dass es weniger eine Zunahme an VerkĂ€ufern gab als vielmehr die passiven HandelsaktivitĂ€ten der bisherigen KĂ€ufer zu den Kursverlusten fĂŒhrten."
Bis kurz vor Handelsschluss standen die Aktien von Telekom, Adidas, Symrise und Zalando an der Spitze der Kursliste. Das Schlusslicht bildeten die Siemens-Energy-Papiere.
Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im Juli kostete 50 Euro und damit drei Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund zehn bis zwölf Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.
Der Ălpreis stieg ebenfalls: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 92,82 US-Dollar, das waren 1,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung war am Mittwochnachmittag etwas stĂ€rker: Ein Euro kostete 1,1552 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend fĂŒr 0,8657 Euro zu haben.
