Aktien Frankfurt Ausblick: Dax gibt vor EZB-Zinsentscheid und SAP-Zahlen nach
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 08:25 Uhr | dpa.deEine Stunde vor Handelsbeginn am Donnerstag signalisierte der X-Dax DE000A0C4CA0 ein Minus von 0,4 Prozent auf 25.050 Punkte. Das Börsenbarometer wĂŒrde sich damit weiter in der NĂ€he der 21-Tage-Durchschnittslinie bewegen, die den kurzfristigen Trend beschreibt und aktuell bei 25.086 ZĂ€hlern verlĂ€uft.
Steigende Ălpreise wegen der anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg schĂŒren weiter InflationsĂ€ngste und bleiben damit ein Problem fĂŒr die MĂ€rkte. Hinzu kommt, dass die nach US-Börsenschluss vorgestellten Zahlen groĂer US-Konzerne die Anleger nicht ĂŒberzeugten - obwohl der Internetriese Alphabet US02079K3059 im vergangenen Quartal die Wall-Street-Erwartungen ĂŒbertroffen hat. Da Googles Mutterkonzern noch mehr Geld in den Ausbau der KI-Infrastruktur stecken will, kamen die Aktien nachbörslich unter Druck. In Asien allerdings profitierten Chipwerte davon.
Die Augen werden nun auf die EuropĂ€ische Zentralbank gerichtet, die ihren Leitzins an diesem Donnerstag voraussichtlich bestĂ€tigen wird. "Die Notenbank hat keinen Grund, sich heute festzulegen - und genau darin liegt ihre gröĂte StĂ€rke", glaubt der Portfoliomanager Jörg Held vom Fondsanbieter Ethenea. Mit groĂer Spannung werden die Signale fĂŒr die nĂ€chste Sitzung im September erwartet, fĂŒr die viele Ăkonomen von einer erneuten Leitzinserhöhung ausgehen. Laut Held spricht die Datenlage "fĂŒr ein Umfeld, in dem Geduld gefragt ist."
Hierzulande herrscht auch deshalb eine gewisse ZurĂŒckhaltung, weil Europas gröĂter Softwarekonzern SAP DE0007164600 am Abend nach US-Börsenschluss seine mit Spannung erwarteten GeschĂ€ftszahlen fĂŒr das zweite Quartal vorlegt. SAP-Chef Christian Klein steht unter Druck. Vor allem Anleger sehen die Lage derzeit sehr skeptisch, die Aktien haben in diesem Jahr rund ein Drittel an Wert eingebĂŒĂt. Grund sind die Zweifel von Investoren an klassischen Softwareanbietern, ob sie mit ihrem GeschĂ€ftsmodell zur Nutzung der Programme aus dem Netz dem Druck von KI-Apps standhalten können.
Die Deutsche Börse DE0005810055 veröffentlichte bereits ihre Zahlen; sie legte im zweiten Quartal dank guter GeschĂ€fte mit Finanzmarkt-Produkten erneut krĂ€ftig zu. Die Aktien des Börsenbetreibers notierten im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate gleichwohl ein Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Mittwoch. Der Bereich Investment Management Solutions (IMS) sei etwas hinter den SchĂ€tzungen zurĂŒckgeblieben, schrieb Experte Tom Mills vom Analysehaus Jefferies.
Der Labordienstleister und Pharmazulieferer Sartorius DE0007165631 profitiert zudem weiterhin von der Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien. Im ersten Halbjahr legte der Umsatz zu. Der Aktienkurs stieg vorbörslich um gut ein Prozent.
Der Onlinebroker Flatexdegiro DE000FTG1111 hatte nach einem starken zweiten Quartal infolge hoher HandelsaktivitÀten seiner Kunden erneut die Gewinnprognose angehoben. Das erst im Juni höher gesteckte Umsatzziel wurde bestÀtigt. Damit zogen die Anteilsscheine auf Tradegate um vier Prozent an.
