Ameresco Aktie: Neuer Kopf, neue Kontinente
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 22:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ameresco baut an zwei Fronten gleichzeitig aus: personell im Boardroom, operativ in Rumänien. Beide Schritte zeigen, wohin sich der Energieinfrastruktur-Anbieter aus Massachusetts gerade bewegt — näher an Rechenzentren, tiefer nach Osteuropa.
Datacenter-Kompetenz zieht ins Board ein
Ameresco hat Brian Cox in den Board of Directors berufen. Cox ist GrĂĽnder und ehemaliger CEO von STACK Infrastructure, einer globalen Plattform fĂĽr Hyperscale-Rechenzentren, und bringt mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in Kapitalallokation und Infrastruktur-Skalierung mit. Vor STACK war er Finanzchef und Chief Operating Officer bei Cologix.
Die Personalie passt zum aktuellen Branchentrend: Rechenzentren treiben den Strombedarf in die Höhe, und genau hier will Ameresco mit seinem Power-Infrastructure-Geschäft ansetzen. CEO George Sakellaris verwies auf Cox' Erfahrung beim Aufbau komplexer Infrastrukturplattformen als wertvolle Perspektive für das weitere Wachstum. Cox selbst sitzt weiterhin in den Gremien von STACK und Gigabit Fiber.
58 Megawatt Solarleistung für Rumänien
Parallel zur Board-Erweiterung meldet Ameresco Fortschritte im europäischen Projektgeschäft. Über das Gemeinschaftsunternehmen Ameresco Sunel Energy SA – ein Joint Venture mit dem griechischen EPC-Anbieter SUNEL Group – entsteht in Iratosu, Kreis Arad, eine Solar-PV-Anlage mit 58 Megawatt-Peak Kapazität. Eigentümer und Entwickler des Projekts ist TDI Renewables, ein in Großbritannien registriertes Unternehmen für Solar-, Wind- und Speicherprojekte in Mittel- und Osteuropa.
Ameresco Sunel übernimmt Engineering, Beschaffung, Bau sowie Betrieb und Wartung der Anlage. Zum Umfang gehören auch eine Umspannstation und die Kabelanbindung ans Netz. Nach Unternehmensangaben soll die Anlage jährlich rund 53.920 Tonnen CO2 einsparen und damit Rumäniens Weg weg von der Kohleverstromung unterstützen – das Land will bis 2032 aus der Kohle aussteigen.
Das Projekt reiht sich in eine bereits laufende Serie von Solarparks in Rumänien ein, die zusammen auf 466 Megawatt-Peak kommen. Wichtig für die Einordnung: Der Auftrag war bereits Teil des zum 31. März 2026 gemeldeten Auftragsbestands – es handelt sich also nicht um ein neues Umsatzvolumen, sondern um die konkrete Umsetzung eines bestehenden Backlogs.
Beide Meldungen zusammen zeichnen ein Bild von einem Unternehmen, das seine zwei Wachstumsachsen – Rechenzentrums-Infrastruktur in den USA und Solarausbau in Europa – gleichzeitig vorantreibt. Wie sich das operativ in den kommenden Quartalszahlen niederschlägt, dürfte sich an der Entwicklung des Auftragsbestands ablesen lassen.
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