Kritik an HaushaltsplÀnen auch aus den eigenen Reihen
30.04.2026 - 06:35:01 | dpa.de"Der Haushalt ist nur auf dem Papier ausgeglichen. Viele Ideen fĂŒr neue Einnahmen, aber kaum Einsparungen - das ist kein Konsolidierungskurs, sondern ein finanzpolitisches Armutszeugnis", sagte der GeneralsekretĂ€r des Wirtschaftsrats der CDU, Wolfgang Steiger, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Mut zu Reformen zeige die Regierung so nicht.
Die PrĂ€sidentin des SPD-Wirtschaftsforums, Ines Zenke, sagte den Zeitungen, Unternehmen und Bevölkerung erwarteten nun zu Recht AufklĂ€rung darĂŒber, wie welche Einsparung erbracht werden soll. Es sei aber richtig, die Investitionen auf hohem Niveau zu halten, denn man könne sich aus der gegenwĂ€rtigen Krise "nicht nur heraussparen".
Stefan Körzell, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), nannte die am Mittwoch vorstellten Eckwerte aus dem Haus von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) "eine Breitseite gegen den Sozialstaat". Perspektivisch werde der Bund knapp 40 Prozent seiner Mittel fĂŒr Verteidigung und Zinsen auf Schulden verwenden. "Will unsere Gesellschaft ihre Mittel so einsetzen?" Er plĂ€dierte fĂŒr mehr Einnahmen durch Steuergerechtigkeit. "Aber hier bleibt der groĂe Wurf aus, groĂe Vermögen und Gewinne werden weiter verschont."
GrĂŒne bemĂ€ngeln falsche Schwerpunkte
Aus der Opposition im Bundestag sagte die GrĂŒnen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): "Mit 500 Milliarden Euro zusĂ€tzlichen Krediten aus dem Sondervermögen hĂ€tte diese Regierung die riesige Chance, in ein Land zu investieren, das besser funktioniert, und mehr zu tun fĂŒr eine Wirtschaft, die wĂ€chst." Doch diese Chance hĂ€tten Klingbeil und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) "verzockt". Milliarden gingen stattdessen "fĂŒr Wahlgeschenke von (CSU-Parteichef) Markus Söder drauf".
Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch die Eckwerte des Haushalts 2027 sowie des Finanzplans bis 2030 beschlossen. Geplant sind im kommenden Jahr im Kernhaushalt Ausgaben von 543,3 Milliarden Euro. Der Wehretat soll 2027 rund 105,8 Milliarden Euro betragen. Die Verteidigungsausgaben sollen bis 2030 weiter krÀftig steigen, um die Bundeswehr deutlich zu stÀrken. Veranschlagt sind im Kernetat zudem neue Schulden von 110,8 Milliarden Euro.
Dazu kommen abseits des Kernhaushalts schuldenfinanzierte Ausgaben im Sondervermögen zur Modernisierung der Infrastruktur sowie zur Verteidigung.
Zur Umsetzung von SparmaĂnahmen in Milliardenhöhe bekamen die einzelnen Ministerien eine Deadline: Sie sollen dem Finanzminister EntwĂŒrfe, die innerhalb der Regierung abgestimmt sind, bis zum 20. Mai vorlegen. Anfang Juli will das Kabinett den Regierungsentwurf des Haushalts beschlieĂen. Dieser geht dann in die parlamentarischen Beratungen.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
