Europa Schluss: Vorsicht wegen Zollstreit und Berichtssaison
22.07.2025 - 18:29:18"Die Strafzollthematik drĂŒckt sich langsam wieder verstĂ€rkt in die Wahrnehmung der Marktteilnehmer", bemerkte Marktexperte Andreas Lipkow. "In wenigen Handelstagen endet die Frist fĂŒr Verhandlungen mit den USA." Neben dem Zollstreit mahnte auch die beginnende Berichtssaison der Unternehmen zur Vorsicht.
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 schloss 0,98 Prozent tiefer bei 5.290,48 Punkten. AuĂerhalb des Euroraums gab der schweizerische Leitindex SMI CH0009980894 um 0,36 Prozent auf 11.893,82 Punkte nach. Der britische FTSE 100 GB0001383545 legte um 0,12 Prozent auf 9.023,81 Punkte zu.
Aus Branchensicht standen europaweit Technologiewerte am meisten unter Druck. Eine weniger optimistisch als erwartet ausgefallene Prognose von NXP Semiconductors NL0009538784 zog vor allem die Chipwerte mit nach unten. Infineon DE0006231004 und ASML NL0010273215 reagierten mit einem Kursabschlag von jeweils 3,5 Prozent. STMicroelectronics NL0000226223 gaben um 0,9 Prozent nach.
Chemiewerte litten unter einem RĂŒcksetzer von Givaudan CH0010645932, dessen Papiere 5,5 Prozent verloren und Kurs in Richtung des Jahrestiefs vom April nahmen. Zwar hatte der Duft- und Aromenhersteller den Umsatz und Betriebsgewinn im zweiten Quartal gesteigert, das organische Wachstum war jedoch unter den Erwartungen geblieben.
Auch das niederlĂ€ndische Unternehmen Akzo Nobel NL0000009132 knĂŒpfte an die schwachen Nachrichten aus der europĂ€ischen Chemiebranche an. Die Papiere des Lackherstellers fielen um 3,4 Prozent, nachdem die Quartalsergebnisse enttĂ€uscht hatten und die Jahresziele gesenkt worden waren.
Nicht ganz so stark belasteten die Zahlen von Julius BĂ€r CH0102484968. Die ZĂŒrcher Privatbank hatte bei ihrem Halbjahresergebnis zwar mit guten NeugeldzuflĂŒssen positiv ĂŒberrascht. Allerdings zeigten sich die Experten vom GeschĂ€ftsertrag und der Entwicklung der Bruttomarge enttĂ€uscht. Die Aktie gab um 2,1 Prozent nach.
Noch schlechter kamen die Zahlen eines anderen schweizerischen Wertes an. Der Schokoladen-Hersteller Lindt & SprĂŒngli hatte die Erwartungen nur teilweise erfĂŒllt. Nach der starken Performance im bisherigen Jahresverlauf sei es zu Gewinnmitnahmen gekommen, hieĂ es am Markt. Lindt bĂŒĂten 6,4 Prozent ein.
Ohne gröĂere Auswirkungen blieb dagegen eine Ăbernahme im Pharmasektor. Der französische Arzneimittelhersteller Sanofi FR0000120578 will mit dem Kauf der britischen Biotech-Firma Vicebio fĂŒr bis zu 1,6 Milliarden US-Dollar sein GeschĂ€ft mit Impfungen stĂ€rken. Die Ăbernahme soll im vierten Quartal abgeschlossen werden. Sie hat keinen bedeutenden Einfluss auf die Prognose von Sanofi fĂŒr 2025. Die Sanofi-Aktie stieg um 0,3 Prozent.

