Europa Schluss: Gewinne nach Trumps Fed-Nominierung
30.01.2026 - 18:30:00Zum Thema wurde an den FinanzmĂ€rkten, dass US-PrĂ€sident Donald Trump fĂŒr die Spitze der Notenbank Fed mit dem frĂŒheren Fed-Gouverneur Kevin Warsh einen Nachfolger nominierte, der eigentlich nicht als Verfechter einer zu lockeren Geldpolitik bekannt ist. WĂ€hrend dies die US-Börsen belastete, konnten die AktienmĂ€rkte hierzulande ihr Plus etwas ausbauen.
Mit einem Anstieg um 0,95 Prozent auf 5.947,81 Punkte erholte sich der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 am Freitag von seinen Verlusten der beiden Vortage. Seine Wochenbilanz konnte er fast noch ausgleichen, indem er den Abschlag auf nur noch eine Nuance reduzierte.
AuĂerhalb der Eurozone gewann der britische Leitindex FTSE 100 GB0001383545 0,51 Prozent auf 10.223,54 ZĂ€hler. Mit dem Schweizer SMI CH0009980894 ging es um 0,31 Prozent auf 13.188,26 Punkte nach oben.
Die Fed-Personalie hinterlieĂ an den FinanzmĂ€rkten ihre Spuren und dies wirkte sich auf Sektorseite aus, indem die Rohstoffwerte mĂ€chtig unter Druck gerieten: Deren Teilindex sackte um 2,4 Prozent ab von seinem Vortagshoch seit 2008. Gold und Silber hatten ihre HöhenflĂŒge jĂ€h beendet und damit auf den Dollar-Anstieg sowie die Perspektive einer kĂŒnftig vielleicht doch nicht so lockeren US-Geldpolitik reagiert.
Vergleichsweise stark prÀsentierten sich dagegen Banken EU0009658806 sowie Telekom- EU0009658947 und Technologiewerte EU0009658921. Im Telekombereich halfen gute Vorgaben von US-Unternehmen und im Technologiebereich das deutsche Schwergewicht SAP DE0007164600 mit einer Erholung vom Vortagseinbruch.
ASML NL0010273215 gewannen im Tech-Sektor etwa zwei Prozent an Wert, womit sie sich auch guten Vorgaben aus Ăbersee anschlossen. Verwiesen wurde dabei auf einen Kurssprung des US-Speicherherstellers Sandisk und Aussagen von Apple hinsichtlich einer Halbleiterknappheit. Bei Speicherchips komme damit ein "beispielloser Preisanstieg" einher, schrieb RBC-Experte Srini Pajjuri mit Blick auf Sandisk. Der Superzyklus mit NAND-Speichern sei "in vollem Gange".
Nachdem es am Vortag eine Flut von Quartalszahlen gegeben hatte, war das Aufkommen am Freitag diesbezĂŒglich ĂŒberschaubarer. Positives gab es von der Swatch CH0012255151 Group zu berichten, deren Anteile nach Vorlage von Jahreszahlen um 13 Prozent nach oben schnellten. Der Uhrenhersteller verbuchte 2025 zwar einen massiven Gewinneinbruch, aber der Markt konzentrierte sich auf die Erholungszeichen zum Jahresende hin.
Viel Bewegung gab es auch beim ElektrogerÀtehersteller Electrolux SE0016589188, dessen Anteile der B-Gattung um 14,6 Prozent nach oben sprangen. Auch hier sahen Anleger ermutigende Anzeichen im Bericht zum vierten Quartal, das mit einer deutlichen Gewinnverbesserung einherging.
Aktien von Signify NL0011821392 reagierten dagegen mit einem Einbruch von ĂŒber 17 Prozent auf schwache Quartalszahlen und einen enttĂ€uschenden Ausblick. JPMorgan-Analyst Akash Gupta sprach von einer massiven Gewinnwarnung der NiederlĂ€nder. Der Umsatz und vor allem das operative Ergebnis im vierten Quartal hĂ€tten enttĂ€uscht. Auch das ProfitabilitĂ€tsziel fĂŒr 2026 liege klar unter der Markterwartung.

