Aktien Europa: Erneut leichte Kursverluste - Autowerte unter Druck
22.05.2024 - 12:07:22Damit setzte sich die Konsolidierung vom Vortag fort. "In der eher nachrichtenarmen Zeit spielt kein Investor den Helden und springt in die kalten Börsenfluten", stellte Marktexperte Andreas Lipkow fest. Das Handelsvolumen ist bereits seit Tagen dĂŒnn.
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 sank gegen Mittag um 0,35 Prozent auf 5029,32 Punkte. Der französische Cac 40 FR0003500008 fiel um 0,59 Prozent auf 8093,74 Punkte, wÀhrend der britische FTSE 100 GB0001383545 um 0,4 Prozent auf 8383,04 Punkte nachgab.
Zudem hielten sich die Anleger vor Zahlen des US-Schwergewichts Nvidia US67066G1040 zurĂŒck. Das Unternehmen muss einmal mehr die hohe Bewertung rechtfertigen. Selbst leichte Makel im Zahlenwerk hĂ€tten daher das Zeug, nicht nur die Aktie, sondern auch den US-Markt zu belasten.
Mit Abstand schwĂ€chster Sektor waren die Autowerte. Ein Bericht ĂŒber mögliche chinesische Zölle belastete. Als Reaktion auf Strafzölle fĂŒr chinesische E-Autos hatte die chinesische Handelskammer in BrĂŒssel vor möglichen GegenmaĂnahmen Pekings gewarnt. Man sei von "Insidern" darĂŒber informiert worden, dass China erwĂ€ge, Zölle in Höhe von 25 Prozent auf importierte Fahrzeuge mit groĂen Motoren zu verhĂ€ngen, hieĂ es in einer Mitteilung der Kammer auf X.
Positive Neuigkeiten der Branche traten dahinter zurĂŒck. Autobauer hatten in der EuropĂ€ischen Union im April dank zusĂ€tzlicher Verkaufstage deutlich mehr Wagen verkauft. Die Zahl der neu zugelassenen Autos in der EU stieg gegenĂŒber dem Vorjahresmonat um 13,7 Prozent, wie der Branchenverband Acea mitteilte.
Auch Luxus-, Rohstoff- und Ălwerte standen angesichts der angespannten Handelsbeziehungen zwischen China und der westlichen Welt unter Druck. Die chinesische Nachfrage nach Luxuswaren, Metallen und Ăl könnte unter verstĂ€rkten EinschrĂ€nkungen merklich leiden. Druck auf die Ălpreise ĂŒbten auch Lagerdaten aus. Das American Petroleum Institute( API) hatte am Dienstagabend einen Anstieg der landesweiten ErdölvorrĂ€te gemeldet.
Unter den Versicherern gaben Swiss Life CH0014852781 mit 1,1 Prozent stĂ€rker nach. Der Lebensversicherer aus ZĂŒrich blickt auf ein durchwachsenes erstes Quartal zurĂŒck. Die SchĂ€tzungen der Analysten wurden teilweise klar verfehlt.
Besser hielten sich die Einzelhandelswerte. Hier ragten Marks & Spencer GB0031274896 mit acht Prozent Gewinn heraus. Die Analysten von Jefferies verwiesen auf die besser als erwarteten Quartalszahlen des EinzelhÀndlers. Zudem hatte das Unternehmen seinen Ausblick angehoben.
Mit Erleichterung reagierten Marktteilnehmer auf die Nachricht, dass der französische Technologiekonzern Schneider Electric FR0000121972 und der US-Industriesoftware-Hersteller Bentley Systems US08265T2087 ihre GesprĂ€che ĂŒber eine mögliche Teilfusion beendet haben. Das GeschĂ€ft wĂ€re eine der gröĂten Ăbernahmen eines US-Unternehmens durch ein französisches Unternehmen gewesen. Schneider legten um 0,4 Prozent zu.

