Aktien Europa: Leichte Verluste - Halbleiterwerte unter Druck
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 12:13 Uhr | dpa.deSteigende Ölpreise und wachsende Inflationssorgen belasteten. Druck kam dabei vom Anleihemarkt.
"Steigt das Öl, steigen die Inflationssorgen - und damit geraten auch die Renditen am Anleihemarkt stärker in den Fokus", stellte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets fest. "Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe ist inzwischen auf rund 5,33 Prozent gestiegen - der höchste Stand seit fast 20 Jahren." Dies sei eine Höhe, die auch der Aktienmarkt nicht ignorieren könne.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 verlor 0,56 Prozent auf 6.493,97 Punkte. Außerhalb des Euroraums gab der Schweizer Leitindex SMI CH0009980894 um 0,28 Prozent auf 14.262,74 Punkte nach, während Der britische FTSE 100 GB0001383545 um 0,1 Prozent auf 10.709,54 Punkte sank.
Schwächster Sektor waren die Technologiewerte. Hier lag das Schwergewicht ASML NL0010273215 mit 3,4 Prozent im Minus. Nach der jüngsten Erholung kam es damit wieder zu Verlusten im Halbleitersegment. Der Sektor reagiert sensibel auf die Renditeentwicklung am Anleihemarkt, da viele Unternehmen im Zug des Booms der Künstlichen Intelligenz ihre Kapazitäten ausgeweitet haben. "Volatilität an den Zinsmärkten könnte den KI-Optimismus dämpfen, da die Investitionen zunehmend fremdkapitalfinanziert und damit zinsabhängiger sind", merkte Jochen Stanzl, Marktanalyst der Consors, dazu an.
Im ansonsten nachgebenden Rohstoffsektor ragten Aktien der BHP Group AU000000BHP4 mit leichten Gewinnen heraus. Steigende Preise vor allem für Kupfer und Eisenerz hatten den Gewinn des Bergbaukonzerns im Geschäftsjahr 2025/26 (bis Ende Juni) nach oben getrieben. An die Aktionäre will der Konzern eine Schlussdividende von 99 Cent ausschütten, die höchste seit vier Jahren. Die Analysten von Jefferies äußerten sich lobend zum Zahlenwerk.
Gefragt waren Ölwerte, die von den weiter gestiegenen Rohölpreisen profitierten. Die Chance auf eine baldige Lösung des Kriegs zwischen den USA und Iran ist wieder gesunken, nachdem ein Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus gemeldet worden war. Mit einer scharfen Drohung hatte zudem US-Präsident Donald Trump den Druck auf den Oman erhöht.
