Frankfurt-News, Fonds

Börse Frankfurt-News: Fonds: Flucht in Sicherheit

03.07.2025 - 13:53:17

An der Börse Frankfurt steigt die Nachfrage nach vergleichsweise sicheren Geldmarktfonds.

Bei fallenden Kursen hatten sich viele Anlegerinnen und Anleger von ihren Aktienfonds getrennt. Der jĂŒngsten Erholung trauen offenbar nur wenige.

3. Juli 2025 FRANKFURT (Börse Frankfurt). Trotz - oder gerade wegen - neuer Rekorde an vielen AktienmĂ€rkten handeln Anlegerinnen und Anleger zunehmend vorsichtig. Ein erstes Indiz dafĂŒr liefern die OrderumsĂ€tze im vergangenen Monat. Demnach sind die AktivitĂ€ten in Geldmarkt- bzw. Geldmarkt-nahen Fonds sprunghaft angestiegen. Ihr Anteil an den GesamtumsĂ€tzen aller aktiven Fonds stieg im Juni auf 13,2 Prozent. In den ersten fĂŒnf Monaten des laufenden Jahres waren es durchschnittlich lediglich 5 Prozent, im Mai sogar nur gut 3 Prozent. Die höchsten UmsĂ€tze aller Investmentfonds verzeichnete mit dem CB Geldmarkt Deutschland I A AD (LU0052221412) ebenfalls ein Fonds aus diesem Bereich.

Hohes Interesse an Geldmarktfonds

Geschuldet ist die Entwicklung laut Matthias PrĂ€ger einer deutlich erhöhten Nachfrage nach Geldmarktfonds. "Wir sehen in diesem Segment sehr hohe UmsĂ€tze und diese fast ausnahmslos auf der KĂ€uferseite", erklĂ€rt der Fonds-HĂ€ndler der Baader Bank. HĂ€ufig gekauft werden auch der FT AccuGeld AC EUR (DE0009770206) und der Franklin US Dollar Liquid Reserve Fund (LU0052767562). Dabei nehmen die Anlegerinnen und Anleger die WĂ€hrungsrisiken offenbar bewusst in Kauf. Seit Jahresbeginn sorgte der gegenĂŒber dem Greenback erstarkte Euro bei dem Fonds fĂŒr einen KursrĂŒckgang von mehr als 11 Prozent. Eine Trendumkehr des Wechselkurs wĂŒrde umgekehrt die Performance zusĂ€tzlich beflĂŒgeln.

Viele kleinere Orders fĂŒr Immobilienfonds

AuffĂ€llig ist zudem, dass sich unter den Top-10 des Umsatz-Rankings im Juni gleich fĂŒnf Immobilienfonds tummeln. Ganz vorne dabei: Der hausInvest (DE0009807016) und der grundbesitz europa (DE0009807008). In diesem Segment ist das VerhĂ€ltnis zwischen KĂ€ufen und VerkĂ€ufen aber weitestgehend ausgeglichen, berichtet Ivo Orlemann von der ICF Bank. Der HĂ€ndler sieht viele kleinere Orders auf beiden Seiten des Marktes. Im Fokus stehen dabei auch der Deka-ImmobilienEuropa (DE0009809566) und der UniImmo: Europa (DE0009805515).

Aktienfonds von Stopp-Loss-VerkÀufen betroffen

Beide HĂ€ndler sprechen von einem vergleichsweise ruhigen Juni. "Es war außergewöhnlich wenig los", erklĂ€rt Orlemann. Die Kundschaft der Baader Bank war zumindest in der jĂŒngsten Korrekturphase an den europĂ€ischen AktienmĂ€rkten noch sehr aktiv. "WĂ€hrend der AbwĂ€rtsbewegung hatten wir recht hohe UmsĂ€tze", sagt PrĂ€ger. Ausgelöste Stoppkurse fĂŒhrten zu verstĂ€rkten VerkĂ€ufen. Abgaben meldet er fĂŒr den DWS Deutschland (DE0008490962), den DWS Top Dividende (DE0009848119), den Dirk MĂŒller Premium Aktien (DE000A111ZF1) und den CT (Lux) European Smaller Companies 1E (LU1864952335). Als die AktienmĂ€rkte auch bei uns dann wieder nach oben drehten, wurde es im Fondshandel deutlich ruhiger.

Rentenfonds sind wieder gefragt

Der Umsatzanteil der Aktienfonds ist im Juni deutlich gefallen. Mit 38,4 Prozent wurde der mit Abstand niedrigste Wert im laufenden Jahr markiert. Im Durchschnitt waren es zuvor ĂŒber 45 Prozent. Neben den Geldmarktfonds legten Rentenfonds zu - wenn auch von einem sehr niedrigen Ausgangsniveau. Der Anteil stieg von 3,6 Prozent in den ersten fĂŒnf Monaten auf 7,8 Prozent im Juni. Besonders gefragt war der Deutsche Floating Rate Notes (LU0034353002), der in Staats- und Unternehmensanleihen mit einer durchschnittlichen Laufzeit von maximal zwölf Monaten investiert und auf Jahressicht ein Plus von 3,4 Prozent erzielt hat.

Von Thomas Koch, 3. Juli 2025, © Deutsche Börse AG

(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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