Pfandtourismus macht Druck auf deutsche Brauer
18.02.2025 - 06:22:29 | dpa.deHintergrund ist die Erhöhung des Mehrwegflaschenpfands im Nachbarland auf 20 Cent bei Bierflaschen. Zusammen mit dem bereits seit lĂ€ngerem höheren Kastenpfand sorgt das dafĂŒr, dass ein in Deutschland mit 3,10 Euro Pfand erworbener Kasten leer in Ăsterreich eine Pfanderstattung von 7 Euro bringt.
Das wird offenbar ausgenutzt. "In den ersten Tagen war die Tendenz katastrophal", sagt Christian Thiel von der Brauerei Schönramer in Petting. 13 Kilometer sind es von hier bis zur Grenze, keine 20 ins Zentrum von Salzburg. "Da versuchen Leute, sich zu bereichern, auf Kosten der Brauerei und des Handels. Ich kenne einen Fall, da ist jemand mit einem AnhÀnger mit 50 KÀsten bei einem kleinen GetrÀnkemarkt vorgefahren. Der hat das aber nicht angenommen."
Auch vom Verband der Brauereien Ăsterreichs heiĂt es, dass HĂ€ndler nur haushaltsĂŒbliche Mengen an Leergut zurĂŒcknehmen mĂŒssten und nur KĂ€sten, die sie selbst im Sortiment hĂ€tten. Zahlen, zu einem möglichen Pfandtourismus, lĂ€gen nicht vor, sagt Berger. "Es gibt aber grenznahe Handelspartner, die berichten, dass nun ein bisschen mehr los sei als sonst."
Debatte auch in Deutschland
Auch in Deutschland schwelt seit Jahren eine Debatte ĂŒber eine Pfanderhöhung, die nun ein StĂŒck weit neu angestoĂen wird. "GrundsĂ€tzlich brĂ€uchten gerade wir kleine und mittelstĂ€ndische Brauereien auch in Deutschland eine Pfanderhöhung", sagt Thiel. Der Deutsche Brauer-Bund sieht hier im Moment aber wenig Chancen. Zwar heiĂt es von dort, man könne die Erhöhung in Ăsterreich nachvollziehen und beobachte sie genau, doch man habe das Thema bereits vor lĂ€ngerem geprĂŒft und festgestellt, dass eine Erhöhung "nur sehr schwer umzusetzen" wĂ€re.
Letztlich scheuen die Brauereien drei Punkte: Dass eine Erhöhung Kunden verschrecken könnte, die Kosten von geschĂ€tzt mehreren hundert Millionen und mögliche LeergutengpĂ€sse, wenn Kunden vor einer Umstellung Pfand horten, um es spĂ€ter fĂŒr mehr Geld zurĂŒckgeben zu können. Diesen Sorgen steht das Problem gegenĂŒber, dass Flaschen und KĂ€sten schon jetzt in der Beschaffung sehr viel mehr kosten als das fĂŒr sie veranschlagte Pfand.
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