Aktien, Wien

Aktien Wien Schluss: Nahost-Sorgen und Dividenden belasten ATX

24.04.2026 - 18:13:05 | dpa.de

An der Wiener Börse haben sich die Anleger vor dem Wochenende nicht mehr aus der Deckung gewagt.

Sie blicken weiterhin mit Sorge auf die Lage am Persischen Golf, wo keine baldige Lösung absehbar ist.

Der ATX fiel am Freitag um 1,03 Prozent auf 5.753,83 Punkte. Neben dem anhaltenden Sorgenfaktor Naher Osten wurde das Börsenbarometer auch von DividendenabschlĂ€gen der BAWAG und der Österreichischen Post belastet. Der ATX Total Return, in dem AusschĂŒttungen berĂŒcksichtigt werden, gab moderat um 0,3 Prozent nach. FĂŒr den ATX Prime ging es um 1,01 Prozent auf 2.848,78 ZĂ€hler hinab. Im europĂ€ischen Umfeld verlief das GeschĂ€ft ebenfalls verhalten.

Auf Wochensicht verbuchte der heimische Leitindex einen Verlust von 3,4 Prozent. In der Vorwoche hatte er noch bei 5.972 Punkten ein neues Allzeithoch markiert, bevor mit dem Ausbleiben von Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran wieder ErnĂŒchterung einkehrte.

Dass Irans Außenminister Abbas Araqchi zu GesprĂ€chen nach Islamabad reisen will, sorgte am Freitagnachmittag nur kurz fĂŒr Erleichterung. Demnach stehen lediglich GesprĂ€che mit pakistanischen Vertretern an; ein Treffen mit US-Vertretern ist laut pakistanischen Sicherheitskreisen nicht geplant. Entsprechend ĂŒberwog am Markt die ZurĂŒckhaltung, zumal die USA ihre MilitĂ€rprĂ€senz in der Region weiter aufgestockt haben. Der Ölpreis fĂŒr die Nordseesorte Brent verharrt mit rund 106 US-Dollar je Fass auf dem höchsten Niveau seit Anfang April.

Ganz vorne im österreichischen Leitindex schlossen die AT&S-Papiere mit einem Zuwachs von 9,4 Prozent, womit die Titel des Chip-Zulieferers ein weiteres Rekordhoch erreichten. Nachdem die starke Kursrally zuletzt ins Stocken geraten war, brachte nun ein erfreulicher Quartalsbericht des US-Kunden Intel frischen RĂŒckenwind. Seit Jahresbeginn hat sich der AT&S-Kurs bereits verdreifacht.

Moderatere ZuwĂ€chse verzeichneten die Versorgeraktien. SchwĂ€che zeigten dagegen die energieintensiven Industrietitel, wobei voestalpine um 3,3 Prozent absackten. BAWAG und Österreichische Post lagen mit AbschlĂ€gen von 5,4 respektive sechs Prozent am unteren ATX-Ende. Beide Titel gaben dabei etwas stĂ€rker nach als durch den Dividendenabschlag begrĂŒndet.

SBO legten um 0,7 Prozent auf 36,90 Euro zu. Die Analysten der Wiener Privatbank haben ihr Kursziel (fairer Wert) fĂŒr die Aktien von 40,5 auf 45,10 Euro angehoben und das "Kaufen"-Votum bestĂ€tigt. Im erwartungsgemĂ€ĂŸ schwachen Schlussquartal habe der Auftragseingang einen Lichtblick gebracht, so Analyst Nicolas Kneip.

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