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Aktien Europa: Stramme Erholung - MĂ€rkte als Spielball der Zollpolitik

10.04.2025 - 12:20:36

An Europas wichtigsten AktienmÀrkten haben sich die extremen Schwankungen am Donnerstag fortgesetzt.

Die von US-PrĂ€sident Donald Trump verkĂŒndete Zinspause verhalf den Börsen zu einer AufwĂ€rtsbewegung. "Die nun verkĂŒndete Pause der reziproken Zölle verringert zwar das Rezessionsrisiko und die Börsen können nicht anders, als wieder deutlich zu steigen", stellte Analyst Jochen Stanzel vom Broker CMC Markets fest. Wirtschaft bestehe jedoch aus Vertrauen und hier habe der US-PrĂ€sident in den vergangenen Wochen viel Porzellan zerschlagen.

Der EuroStoxx 50 EU0009658145 kletterte am Mittag um 5,49 Prozent auf 4.875,75 Punkte. Auch außerhalb des Euroraums ging es krĂ€ftig nach oben. Der Schweizer SMI CH0009980894 erhöhte sich um 4,48 Prozent auf 11.375,57 Punkte. Mit dem britischen FTSE 100 GB0001383545 ging es um 3,81 Prozent auf 7.972,20 Punkte nach oben.

Die krĂ€ftige Erholung sollte allerdings nicht ĂŒber die bestehenden Risiken hinweg tĂ€uschen. "Es ist weiterhin unklar, wie sich die USA in den kommenden Handelstagen positionieren werden und welche neue Strafzollstrategie als NĂ€chstes aus dem Hut gezogen werden wird", warnte Marktexperte Andreas Lipkow. "Der zeitliche Aufschub ist kein Aufheben der geplanten Strafzölle und dadurch schwebt die Thematik wie ein Damoklesschwert ĂŒber den FinanzmĂ€rkten."

Trump hatte auf der Plattform Truth Social geschrieben, er habe eine 90-tĂ€gige Pause angeordnet und wĂ€hrend dieses Zeitraumes greife ein gesenkter Zollsatz in Höhe von zehn Prozent. FĂŒr China gilt das jedoch explizit nicht: FĂŒr chinesische Einfuhren hob Trump den Zollsatz vielmehr noch mal an - auf insgesamt 125 Prozent.

Gefragt waren naturgemĂ€ĂŸ die Sektoren, die vorher am stĂ€rksten gefallen waren. Sowohl Bankaktien als auch Technologie- und Industriewerte standen an der Spitze der Gewinner, wobei sich die extremen KurssprĂŒnge aus dem frĂŒhen Handel im Verlauf etwas verringerten. Ölwerte vollzogen unterdessen den Kurssprung des Ölpreises am Vorabend nach und gehörten ebenfalls zu den starken Sektoren.

Am Ende des Feldes, wenn auch mit Gewinnen, bewegten sich unterdessen die defensiven Branchen. Sowohl Telekom- als auch Nahrungsmittel und Versorgerwerte hatten sich wĂ€hrend der Marktkorrektur vergleichsweise gut gehalten. Ausnahme war hier ein Wert aus der zweiten Reihe. Barry Callebaut brachen um 17,8 Prozent ein. Der Schweizer Schokoladenhersteller hatte am Morgen ernĂŒchternde Halbjahreszahlen vorgelegte, die vor allem beim Gewinn deutlich unter den Erwartungen gelegen hatten.

Auch die Aktien des britischen EinzelhÀndlers Tesco GB00BLGZ9862 entzogen sich dem Gesamtmarkt. Die Aktie gab nach neuen Zahlen um 6,2 Prozent nach. Die Analysten von RBC sprachen zwar von einem starken Zahlenwerk, betonten aber auch den vorsichtigen Ausblick.

Unter den Nebenwerten ragten DocMorris CH0042615283 mit ĂŒber zehn Prozent Aufschlag heraus. Die Online-Apotheke plant nach einem soliden Jahresstart mittelfristig weiteres Wachstum. Der Umsatz soll jĂ€hrlich um rund 20 Prozent zulegen. 2026 will DocMorris außerdem zumindest im TagesgeschĂ€ft den Weg aus den roten Zahlen finden.

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