DIW: Mehr Fehltage nicht allein wegen E-Krankschreibung
13.05.2026 - 09:08:49 | dpa.deDie Forscher halten zwei andere GrĂŒnde fĂŒr bedeutsamer: Zum einen hĂ€tten Atemwegserkrankungen zugenommen, zum anderen bleibe ein Teil der BeschĂ€ftigten bei ansteckenden Krankheiten eher zu Hause als frĂŒher. Diese Menschen seien seit der Corona-Pandemie vorsichtiger geworden.
Im Jahr fast drei Arbeitswochen krank
Seit 2022 liegen die jĂ€hrlichen Fehlzeiten der BeschĂ€ftigten höher als zuvor. 2024 waren es laut Statistischem Bundesamt 14,8 Arbeitstage, 3,6 Tage mehr als vor der EinfĂŒhrung der elektronischen Krankschreibung 2022. Das Amt und auch Krankenkassen gehen von einem statistischen Effekt aus. Die elektronische Krankschreibung fĂŒhre dazu, dass vor allem kurzzeitige Erkrankungen vollstĂ€ndiger erfasst werden.
Das DIW widerspricht: Mit der elektronischen Krankschreibung habe das nur bedingt zu tun. Das Institut beruft sich auf seine Langzeitbefragung Sozio-oekonomisches Panel sowie auf Diagnosedaten der AOK.
Institut: Corona machte BeschÀftigte vorsichtiger
Ergebnis: "Der sprunghafte Anstieg an Fehltagen erklĂ€rte sich demnach vor allem aus dem hĂ€ufigeren Auftreten von Atemwegserkrankungen", erklĂ€rte Studienautor Markus Grabka. "Gleichzeitig hat sich nach der Corona-Pandemie wohl das Verhalten im Krankheitsfall geĂ€ndert." Vor allem Ă€ltere ErwerbstĂ€tige und BeschĂ€ftigte, die sich groĂe Sorgen um die eigene Gesundheit machten, blieben gerade bei ansteckenden Erkrankungen eher zu Hause als frĂŒher.
Um wieder zu weniger Fehltagen zu kommen, spricht das DIW sich dafĂŒr aus, eine Teilkrankschreibung einzufĂŒhren. Damit könnten leicht erkrankte BeschĂ€ftigte in begrenztem Umfang weiterarbeiten.
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