Personalien, Arbeit

AktionĂ€re kritisieren Aus fĂŒr SAP-Frauenquote

13.05.2025 - 15:58:10

Angesichts der Politik von US-PrĂ€sident Donald Trump hat der Softwareriese SAP DE0007164600 die Förderung des Frauenanteils im Konzern gestoppt - und wird dafĂŒr von AktionĂ€ren kritisiert.

Sicherlich minimiere SAP mit dieser Kurskorrektur kurzfristige Risiken fĂŒr das wichtige GeschĂ€ft in den USA, sagte die BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Deutschen Schutzvereinigung fĂŒr Wertpapierbesitz, Christiane Hölz, auf der SAP-Hauptversammlung. "Aber wer Vielfalt opfert, verliert nicht nur Talente, sondern auch und vor allem GlaubwĂŒrdigkeit. Vielfalt ist ein Wettbewerbsvorteil".

Markus Dufner vom Dachverband der Kritischen AktionĂ€rinnen und AktionĂ€re warf den Walldorfern Opportunismus vor. Das Unternehmen habe zentrale Elemente der firmeneigenen DiversitĂ€tspolitik abgeschafft. Das mĂŒsse doch ziemlich fĂŒr Erstaunen oder EntrĂŒstung sorgen. "Schon klar: SAP verdient (...) sehr viel Geld mit seinem US-GeschĂ€ft. Aber kann es richtig sein, mit Blick auf die Politik von PrĂ€sident Trump, Programme fĂŒr mehr Geschlechtervielfalt und Frauenförderung zu streichen?", fragte Dufner. Er forderte das Management auf, den Umgang mit den DiversitĂ€tskriterien zu ĂŒberdenken.

In den vergangenen Tagen war bekanntgeworden, dass SAP seine angepeilte Frauenquote von 40 Prozent in der Belegschaft aufgibt. Neben der Abschaffung der Gesamt-Frauenquote im Konzern werden Frauen bei SAP auf bestimmten Ebenen kĂŒnftig auch nicht mehr gezielt in FĂŒhrungspositionen gefördert. Europas grĂ¶ĂŸtes Softwareunternehmen machte 2024 fast ein Drittel des Umsatzes von 34,2 Milliarden Euro in den Vereinigten Staaten.

SAP-Chef: "Am Ende zÀhlt das, was wir in der RealitÀt tun"

SAP-Personalchefin Gina Vargiu-Breuer sagte dazu: "Chancengleichheit und eine inklusive Kultur waren, sind und bleiben zentrale Ziele der SAP". Man habe AktivitĂ€ten in dem Bereich an aktuelle rechtliche Entwicklung in den USA angepasst. "Wir tun dies, um GesetzeskonformitĂ€t zu gewĂ€hrleisten und unser GeschĂ€ft und unsere Mitarbeitenden zu schĂŒtzen."

SAP-Vorstandschef Christian Klein ergĂ€nzte: "Ja, wir haben Kunden in den USA und ja, da gibt es Dekrete - Executive Orders - die wir einzuhalten haben". Das mĂŒsse man von der persönlichen Sichtweise auf die Dinge trennen. Ihm zufolge werden die Programme fĂŒr mehr Vielfalt innerhalb des Konzerns fortgefĂŒhrt und weiterentwickelt. "Am Ende zĂ€hlt das, was wir in der RealitĂ€t tun, fĂŒr das Thema DiversitĂ€t." Das sei wichtiger als gesetzliche Vorgaben oder Quoten.

Trumps Feldzug gegen Vielfalt

Mit DiversitĂ€tsprogrammen sollen eigentlich benachteiligte Personengruppen gefördert werden. US-PrĂ€sident Trump, seine Minister und auch Tech-MilliardĂ€r Elon Musk fĂŒhren aber seit Amtsantritt einen Feldzug gegen die Programme, die in den USA unter der AbkĂŒrzung DEI (Diversity, Equity and Inclusion) bekannt sind. Sie behaupten, dass durch die Bevorzugung einiger Bevölkerungsgruppen wiederum andere benachteiligt werden. Außerdem fĂŒhren sie an, durch solche Initiativen leide die Kompetenz. Belege dafĂŒr gibt es nicht.

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