AuswÀrtiges Amt bestellt Irans Botschafter ein
13.01.2026 - 16:56:07Die BrutalitĂ€t des Regimes sei schockierend, teilte das Ministerium auf der Plattform X zur BegrĂŒndung mit. "Wir fordern Iran nachdrĂŒcklich auf, die Gewalt gegen die eigenen BĂŒrgerinnen und BĂŒrger zu beenden und ihre Rechte zu achten."
Die förmliche Einbestellung eines Botschafters gilt als scharfes diplomatisches Mittel, mit dem die Regierung des Gastlandes eine deutliche Verstimmung signalisiert. Unter anderem auch Frankreich und DÀnemark bestellten die iranischen Botschafter in ihren LÀndern ein.
Ausgelöst durch eine schwere Wirtschaftskrise demonstrieren seit mehr als zwei Wochen Iranerinnen und Iraner landesweit gegen das autoritÀre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. In StÀdten kam es zu heftigen Ausschreitungen und schweren Unruhen. Es sind die schwersten Proteste seit Jahren. Viele Demonstranten sind getötet worden.
Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo beziffert die Zahl der Toten seit Ausbruch der Proteste Ende Dezember auf inzwischen mindestens 648. Auch das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA sprach von knapp 650 Toten. Darunter seien 505 Demonstranten - unter ihnen neun Kinder - und 133 MilitÀr- und Polizeibeamte.
Einigen SchĂ€tzungen zufolge könnten sogar mehr als 6.000 Menschen getötet worden sein, schrieb IHRNGO auf X weiter. Die Zahl der Festnahmen ĂŒbersteige einigen SchĂ€tzungen nach mehr als 10.000. Die Angaben können derzeit nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒft werden.
Iranische Justiz klagt erste Demonstranten an
Irans Justiz stellte die ersten Protestteilnehmer vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft in Teheran habe gegen mehrere Festgenommene Anklage erhoben, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Besonders schwere FĂ€lle von "Randalierern" wĂŒrden vorrangig und gesondert behandelt. Dazu zĂ€hle auch der Vorwurf der "KriegsfĂŒhrung gegen Gott" - ein Tatbestand, der nach islamischem Recht im Iran mit der Todesstrafe geahndet werden kann. Irans Justizchef hatte am Montag Vergeltung fĂŒr bei den Protesten getötete SicherheitskrĂ€fte und Polizisten gefordert.
Trump kĂŒndigt Hilfe fĂŒr iranische Demonstranten an
Angesichts der Massenproteste setzte US-PrĂ€sident Donald Trump bis auf weiteres alle GesprĂ€che mit der FĂŒhrung in Teheran aus und stellte den Demonstranten UnterstĂŒtzung in Aussicht. "Iranische Patrioten, protestiert weiter! Ăbernehmt eure Institutionen!", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Er habe alle Treffen mit iranischen Regierungsvertretern abgesagt, bis das "sinnlose Tötung von Demonstranten aufhöre". "Sie werden einen hohen Preis zahlen", schrieb Trump und kĂŒndigte an, dass Hilfe unterwegs sei. Was genau er damit meinte, war zunĂ€chst unklar.
Merz rechnet mit politischem Umbruch im Iran
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rechnet angesichts der Massenproteste mit einem politischen Umbruch im Iran. "Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende. Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen", sagte er bei seiner Indien-Reise.
US-PrĂ€sident Donald Trump will den Druck auf die FĂŒhrung in Teheran erhöhen. Der Republikaner kĂŒndigte Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe aus LĂ€ndern an, die mit dem Iran GeschĂ€fte machen. Die MaĂnahme gelte ab sofort, erklĂ€rte Trump auf seiner Plattform Truth Social. Details blieben jedoch unklar.

