Arbeitgeber: Lohnfortzahlung stÀrker begrenzen
01.01.2026 - 15:22:22Die Lohnfortzahlung sollte auf sechs Wochen pro Jahr statt jĂ€hrlich pro Krankheit begrenzt werden, fordert der PrĂ€sident der Bundesvereinigung der Deutschen ArbeitgeberverbĂ€nde (BDA), Rainer Dulger, in der "Welt". ZuschlĂ€ge fĂŒr Nacht-, Sonntags- und Mehrarbeit sollten nicht mehr fortgezahlt werden.
"Internationale Erfahrungen zeigen: Je groĂzĂŒgiger die Lohnfortzahlung, desto höher die Fehlzeiten, vor allem bei leichten Erkrankungen", erklĂ€rt Dulger.
Er erneuert auch eine andere bekannte Forderung der Arbeitgeber: "Die telefonische Krankschreibung gehört abgeschafft", sagte der VerbandsprĂ€sident. "Sie war ein Notinstrument in der Pandemie, ist heute aber ein Einfallstor fĂŒr Missbrauch." Videosprechstunden seien eine Alternative.
Hintergrund der Debatte ist ein Anstieg der Fehlzeiten. Das Statistische Bundesamt geht fĂŒr das vergangene Jahr von durchschnittlich 14,8 gemeldeten Krankheitstagen je Arbeitnehmer aus. Das Amt erklĂ€rt den Anstieg (plus 3,6 Tage seit 2021) aber auch mit der EinfĂŒhrung der elektronischen Krankschreibung, die zu einer vollstĂ€ndigeren statistischen Erfassung gefĂŒhrt habe.
Die Arbeitgeber bezahlten laut einer SchĂ€tzung des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) im vergangenen Jahr rund 82 Milliarden Euro fĂŒr die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Statistisch zum Anstieg (plus fĂŒnf Milliarden Euro seit 2023) beigetragen haben demnach aber auch die höhere BeschĂ€ftigung und die gestiegenen Löhne.

