New York Schluss: Dow nimmt wieder an Rekord-Rally teil
12.07.2024 - 22:28:41Erstmals seit Mai beteiligte sich auch der Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 wieder an der Jagd nach HöchststĂ€nden. Zudem erreichte der breit aufgestellte S&P 500 US78378X1072 ein Rekordhoch. Die wichtigsten Technologie-Indizes zogen zwar etwas an, nachdem sie am Vortag noch unter Gewinnmitnahmen gelitten hatten. FĂŒr das Erreichen von Höchstmarken aber reichte der Schwung diesmal nicht.
Der Dow schloss 0,62 Prozent höher bei 40.000,90 Punkten. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Plus von 1,59 Prozent.
Der S&P 500 gewann am Freitag 0,55 Prozent auf 5.615,35 Punkte. Im Technologiebereich stieg der Nasdaq 100 US6311011026 um 0,59 Prozent auf 20.331,49 Punkte.
Die zum Wochenschluss veröffentlichten Konjunkturdaten deuteten Beobachtern zufolge unter dem Strich weiterhin darauf hin, dass die Leitzinsen eher frĂŒher als spĂ€ter sinken dĂŒrften. Zwar hatten die Erzeugerpreise im vergangenen Monat mehr zugelegt als prognostiziert. Allerdings wog schwerer, dass sich die von der UniversitĂ€t Michigan erhobene Stimmung der Verbraucher im Juli unerwartet eingetrĂŒbt hatte. Zudem sanken deren lĂ€ngerfristige Inflationserwartungen leicht auf 2,9 Prozent, wohingegen Analysten im Schnitt einen unverĂ€nderten Wert von 3,0 Prozent prognostiziert hatten.
Nach Auffassung des Volkswirts Thomas Ryan von Capital Economics ist der erneute RĂŒckgang des Verbrauchervertrauensindex der UniversitĂ€t Michigan ein weiterer Beleg dafĂŒr, dass die Konsumenten zunehmend mit den hohen Zinsen zu kĂ€mpfen haben. Obwohl der Zusammenhang zwischen Vertrauen und privatem Verbrauch in den letzten Jahren eher locker gewesen sei, erhöhe das schwache Stimmungsniveau das Risiko, dass das Konsumwachstum nach einer anscheinend schwachen ersten JahreshĂ€lfte gedĂ€mpft bleibe.
Unter den Einzelwerten standen GeschĂ€ftszahlen aus dem Bankensektor im Fokus. So hatte das gröĂte US-Geldhaus JPMorgan US46625H1005 zwar den Gewinn im zweiten Quartal gesteigert. Das lag aber an einem Buchgewinn im Zusammengang mit der Umstrukturierung der Beteiligung von JPMorgan an dem Kreditkartenriesen Visa US92826C8394. Die Anleger ĂŒberzeugte das offenbar nicht, zumal die Risikovorsorge fĂŒr KreditausfĂ€lle erhöht wurde. Die Aktien der Bank fielen am Dow-Ende um mehr als ein Prozent.
Gut laufende GeschÀfte etwa im Investmentbanking rund um Anleiheemissionen und BörsengÀnge hatten zwar der Citigroup US1729674242 im zweiten Quartal einen Gewinnanstieg beschert. Wegen regulatorischer Strafen rechnet das Institut aber nun mit Blick auf das Gesamtjahr mit Kosten eher am oberen Ende der Zielspanne. Die Anteilscheine verloren fast zwei Prozent. Auch Wells Fargo US9497461015 ringt mit anziehenden Kosten. Hier mussten die Anleger ein Minus von sechs Prozent verkraften. Die Aktien waren damit das Schlusslicht im S&P 500.
FĂŒr ein positives Ausrufezeichen sorgte die Bank of New York Mellon US0640581007, deren Papiere um gut fĂŒnf Prozent anzogen. Die Ă€lteste Bank der USA hatte beim bereinigten Gewinn je Aktie die Markterwartung ĂŒbertroffen. Alles in allem habe das Finanzinstitut stark abgeschnitten, urteilten die Analysten der kanadischen Bank RBC.
Am Devisenmarkt profitierte der Euro EU0009652759 von der schwachen Verbraucherstimmung in den USA und notierte zuletzt bei 1,0906 US-Dollar. Die EuropÀische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0890 (Donnerstag: 1,0855) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9182 (0,9212) Euro.
Am US-Anleihenmarkt legten Staatspapiere etwas zu. Der Terminkontrakt fĂŒr zehnjĂ€hrige Anleihen (T-Note-Future) stieg im spĂ€ten Handel um 0,08 Prozent auf 111,25 Punkte. Die Rendite zehnjĂ€hriger Staatspapiere fiel im Gegenzug auf 4,18 Prozent./la/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

