Ankaufportal 'Cleverbuy': Haftstrafe wegen Betrugs
Veröffentlicht am: 01.07.2026 um 17:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas Amtsgericht Krefeld sprach ihn schuldig und verhÀngte zwei Jahre und acht Monate Haft gegen den Bahnbeamten. Der hatte das Portal im Nebenerwerb betrieben.
Eine mitangeklagte frĂŒhere Mitarbeiterin erhielt wegen Beihilfe zum gewerbsmĂ€Ăigen Betrug eine zwölfmonatige Freiheitsstrafe auf BewĂ€hrung.
Nach Ăberzeugung des Gerichts kaufte das Unternehmen unter Leitung des 59-jĂ€hrigen FirmengrĂŒnders seit 2022 bundesweit Mobiltelefone, Tablets und andere Elektronik von Privatkunden an, zahlte aber vielfach gar nicht, stark verspĂ€tet oder nur teilweise. Zudem sollen gebrauchte GerĂ€te mit gefĂ€lschten Siegeln und Verpackungen als neu oder fabrikneu verkauft worden sein.
1.300 Strafanzeigen
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft waren mehr als 1.300 Strafanzeigen von Privatkunden eingegangen. Der Schaden liege im sechsstelligen Bereich. Auch Konzerne wie Apple US0378331005 und Samsung KR7005930003 hÀtten Strafanzeige erstattet.
Der 59-JĂ€hrige hatte die VorwĂŒrfe im Prozess eingerĂ€umt. "Die 63 Tage Untersuchungshaft waren so eine Art Selbsttherapie", sagte er im Prozess. "Das hat mir die Augen geöffnet." Gegen ihn wird zudem noch wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung ermittelt.
Nach dem Urteil dĂŒrften auf den Ex-Firmenchef auch beamtenrechtliche Konsequenzen zukommen. Das Ankaufportal hat der 59-JĂ€hrige aus HĂŒnxe nur als Nebenerwerb betrieben. Im Hauptberuf war er beamteter Wagenmeister bei der Deutschen Bahn. Das Unternehmen hat den Mann nach Bekanntwerden der VorwĂŒrfe mit halbierten BezĂŒgen freigestellt. Sollte das Urteil rechtskrĂ€ftig werden, droht ihm der Verlust des Beamtenstatus und der PensionsansprĂŒche.
